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Europa: Mobilfunk zwei Stunden lang über China Telecom geleitet

Durch einen BGP-Leak haben Nutzer einiger europäischer Mobilfunkträger in der Schweiz und Frankreich starke Verzögerungen erlebt. Kein Wunder, wurden Daten doch anscheinend über den chinesischen Carrier China Telecom geleitet. Das könnte ein Versehen oder Absicht gewesen sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Logo von China Telecom
Das Logo von China Telecom (Bild: REUTERS/Stringer)

Zwei Stunden lang wurde ein Teil des europäischen Mobilfunkverkehrs über den chinesischen internationalen Träger China Telecom weitergeleitet. Der Grund ist ein BGP-Leak in einem Schweizer Rechenzentrum der Firma Safe Host. 70.000 Routen waren aus der internen Routing-Tabelle sichtbar gemacht worden.

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"Einige der am meisten betroffenen Träger beinhalten Swisscom (AS3303) aus der Schweiz, KPN (AS1130) aus Holland und Bouygues Telecom (AS5410) und Numericable-SFR (AS21502) aus Frankreich", sagte Doug Madory, Leiter von Oracles Internet Analysis Division. Er ergänzte, dass zwei Stunden eine sehr lange Zeit für einen BGP-Leak seien.

Spionage oder Fehler?

Normalerweise sollten Mobilfunktbetreiber Sicherheitsmechanismen nutzen, welche die Operationen anderer Träger nicht beeinflussen. BGP-Leaks sind nämlich wohl ein Problem, das häufig auftritt und aus diesem Grund eigentlich von den Parteien ignoriert wird. ZDnet geht deshalb davon aus, dass China Telecom den Leak mit Absicht ausgenutzt habe, um daraus Informationen zu ziehen. "Wenn irgendein anderer ISP das Problem verursacht hätte, wäre es sicherlich ignoriert worden. Jedoch war es China Telecom", schreibt das IT-Magazin.

Das Onlinemagazin verweist dabei auf eine wissenschaftliche Arbeit des US Naval War College, die dem chinesischen Träger Spionageversuche durch die Übernahme des Internet-Backbones anderer Länder vorwirft. Auch Madory stimmt diesem Dokument zu, schließt aber andere Fehlerquellen nicht aus. "Das verdeutlicht, dass China Telecom, ein großer internationaler Anbieter, noch immer weder die notwendigen Routing-Sicherheitsmaßnahmen [...] noch die entsprechenden Prozesse und Prozeduren implementiert hat", sagt er.

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kendon 11. Jun 2019

Werden wir wahrscheinlich nie herausfinden. Aber Gegenfrage: ist es in deinen Augen kein...

/mecki78 11. Jun 2019

Das verdeutlicht dass europäische Provider das nicht getan haben. Das von China Telecom...

FreiGeistler 11. Jun 2019

Hinweis: Kommunikation zu Webseiten ist heute üblicherweise TLS-Verschlüsselt.

mgutt 10. Jun 2019

Sorry, aber Hauptsache es hat was mit China zu tun.

DooMMasteR 10. Jun 2019

Damit ist man schon auf der sichereren Seite ;-)


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