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Künstlerische Darstellung des Landers Schiaparelli
Künstlerische Darstellung des Landers Schiaparelli (Bild: ESA/ATG medialab)

Europa fliegt zum Mars: Exomars will weich auf dem roten Planeten aufsetzen

Künstlerische Darstellung des Landers Schiaparelli
Künstlerische Darstellung des Landers Schiaparelli (Bild: ESA/ATG medialab)

Was dem Lander Philae nicht gelungen ist, will die Exomars-Mission schaffen: Im Frühjahr 2016 soll ein Lander zum Mars fliegen und im Oktober weich auf dessen Oberfläche landen.
Von Hans-Arthur Marsiske

Jetzt sind die Italiener dran. Vor einem Jahr waren es noch deutsche Raumfahrttechniker, die besonderen Grund zum Jubeln hatten, weil unter ihrer Leitung die erste Landung einer Raumsonde auf einem Kometen gelungen war. Doch während das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an die Pionierleistung vor einem Jahr erinnert, legen Ingenieure bei Thales Alenia Spazio in Turin Sonderschichten ein, um in einem Jahr den nächsten großen Meilenstein der europäischen Raumfahrt zu erreichen: die weiche Landung auf dem Mars. Dafür muss bis Anfang Dezember das Landemodul Schiaparelli für den Transport zum Weltraumbahnhof in Baikonur fertiggestellt werden. Von dort soll es im kommenden März im Rahmen der ersten Exomars-Mission zu unserem roten Nachbarplaneten starten und im Oktober weich auf dessen Oberfläche aufsetzen.

Der Lander Philae, der am 12. November 2014 auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt wurde, hat die Erwartungen recht hochgesteckt. Weltweit gab es viel Lob für die Mission, die sich erstmals einem der rätselhaften Schweifsterne näherte, um dessen Beschaffenheit aus allernächster Nähe zu untersuchen. Die raumfahrttechnische Meisterleistung war auch bereits Thema erster Publikationen in führenden Zeitschriften. Dabei trat ihr Schönheitsfehler etwas in den Hintergrund: Es war eine Bruchlandung.

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Erste große Mission des Aurora-Programms

Wenn deutsche Raumfahrtingenieure sich bei der kommenden Landemission auf dem Mars weitgehend mit der Rolle von Zuschauern begnügen müssen, hat das jedoch nichts mit diesem Missgeschick zu tun. Dafür sind vielmehr politische Gründe verantwortlich. Exomars ist die erste große Mission im Rahmen des 2001 bei der europäischen Weltraumorganisation ESA entwickelten Aurora-Programms zur Erkundung des Sonnensystems. Weil dieses am Ende auch bemannte Flüge zu Mond und Mars vorsieht, lehnte Deutschland eine Beteiligung daran zunächst ab.

Bemannte Raumfahrt wurde zu dieser Zeit als nicht förderungswürdig angesehen - obwohl Aurora überwiegend aus unbemannten Missionen wie jetzt eben Exomars besteht. Bei der ESA gilt das Prinzip des geographical Return, das heißt, die Auftragsvergabe richtet sich danach, welche Länder wie viel eingezahlt haben. Als Deutschland sich 2005 schließlich doch noch mit drei Millionen Euro an Aurora beteiligte, waren die Hauptaufträge für Exomars jedoch bereits vergeben.

Daher konzentrieren sich die Aktivitäten derzeit auf Turin, wo ein Hardwarefehler den Terminplan zuletzt noch einmal unter Druck gesetzt hat. Ursprünglich hätte der Lander Schiaparelli bereits am 21. Oktober nach Baikonur transportiert werden sollen, um von dort im Januar auf einer russischen Proton-Rakete zum Mars abzuheben. Doch dann kam im vergangenen Sommer eine Warnung von der niederländischen Firma Moog Bradford, dass zwei von ihr hergestellte und im Landegerät verwendete Druckwandler fehlerhaft sein könnten. Wegen eines Schadens in einer Schweißmaschine wiesen eine Reihe von Wandlern, die im Jahr 2013 gefertigt wurden, Risse auf. Aufgabe dieser beiden jeweils knapp ein Kilo schweren Teile wäre es gewesen, die Druckentwicklung im Helium- und im Treibstofftank zu verfolgen.

Start verschoben

Da es ausschließlich um Datenerhebung für spätere Auswertungen ging und die Druckwandler ansonsten für die Steuerung des Landevorgangs nicht erforderlich sind, beschloss die europäische Weltraumorganisation ESA, sie komplett wegzulassen. "Wir haben das Risiko abgeschätzt, das diese Wandler für die Mission bedeuten, und entschieden, es nicht zu akzeptieren", sagte Rolf de Groot, Leiter des Robotic Exploration Coordination Office bei der ESA dem Branchenblatt Space News. "Ob die Risse zu Lecks werden können, hätten wir erst bei der Landung auf dem Mars erfahren. Das ist nicht der Zeitpunkt, zu dem man so etwas herausfinden will. Es hätte den Verlust der kompletten Mission bedeutet."

Die Komponenten wegzulassen klingt indes einfacher, als es tatsächlich ist. Denn um die fehlerhaften Teile auszubauen, muss ein erheblicher Teil des bereits fertiggestellten Landemoduls wieder auseinandergenommen werden. Der Transport nach Baikonur wurde daher auf Anfang Dezember verschoben, der Start zum Mars soll nun zwischen dem 14. und 25. März 2016 erfolgen.

Die Aufregung um die Druckwandler war nur die letzte in einer Reihe von Turbulenzen, mit denen die Exomars-Manager in den letzten Jahren zurechtkommen mussten. So sorgte vor vier Jahren der Ausstieg des Projektpartners USA für Schwierigkeiten. Dank einer 2013 getroffenen Vereinbarung mit der russischen Weltraumagentur Roskosmos, die die Trägerraketen und andere Komponenten bereitstellt, konnte Exomars aber trotzdem auf Kurs bleiben.

Die kritische Phase dauert acht Minuten 

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Atalanttore 25. Dez 2015

Während man in der neuen Welt (USA) schon Rover in PKW-Größe (Curiosity) auf dem Mars...

n0x30n 21. Dez 2015

Das Einzige, was bei der Landung abgebrochen ist, waren die Wiederhaken, die den Lander...

RvdtG 21. Dez 2015

Bruchlandung klingt hart, aber eigentlich war es das. Eine Landung, die nicht so...



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