Europa: Chinesische E-Lkw-Hersteller drängen auf Markt
Chinas LKW-Hersteller wollen mit E-Fahrzeugen in Europa punkten berichtet die Wirtschaftszeitung Nikkei Asia(öffnet im neuen Fenster) .
Der Hersteller Windrose Technology(öffnet im neuen Fenster) erhielt kürzlich die Genehmigung, im Hafen von Antwerpen-Brügge in Belgien ein Montagewerk für Elektro-Lkw zu errichten. Das Unternehmen reiht sich damit in eine wachsende Gruppe chinesischer Hersteller ein, die gezielt europäischen Boden unter die Räder bekommen wollen. Superpanther(öffnet im neuen Fenster) plant, noch in diesem Sommer bis zu 200 E-Lkw beim österreichischen Partner Steyr Automotive zu montieren.
BYD ist bereits einen Schritt weiter. Das Unternehmen hat sein Werk im ungarischen Komarom , das ursprünglich für Elektrobusse gebaut wurde, auf die Lkw-Produktion ausgeweitet, mit einem Produktionsziel von mehr als 1.000 Einheiten Lkw pro Jahr. Sany Group(öffnet im neuen Fenster) , Chinas größter Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge, sicherte sich schon 2012 einen frühen Einstieg in Europa durch die Übernahme des deutschen Betonmischer-Spezialisten Putzmeister.
Inzwischen ist Sany auch im elektrischen Logistiksegment aktiv. Die Sattelzugmaschinen des Unternehmens sind für Baustellen und Hafenrouten ausgelegt. Kevin Eichele, Leiter Produkt und Geschäftsentwicklung bei Sany eTrucks Europe, erklärte Nikkei Asia, das Unternehmen habe im vergangenen Jahr in China mehr als 21.000 elektrische 6x4-Sattelzugmaschinen verkauft. Diese Fertigungskapazität erlaube es Sany, seine Fahrzeuge rund 20 Prozent günstiger anzubieten als vergleichbare europäische Hersteller.
"Während Elektro-Lkw früher dreimal so viel kosteten wie Diesel-Lkw, kostet es heute nur noch etwa das 1,5- bis Zweifache" , sagte Eichele der Zeitung.
Rückstand gegenüber China bleibt erheblich
Trotz wachsendem Druck zur Dekarbonisierung bleibt Europas E-Lkw-Markt überschaubar. Lkw über 3,5 Tonnen machten 2025 laut dem Europäischen Automobilherstellerverband Acea nur 4,2 Prozent des EU-Marktes aus, nach 2,3 Prozent im Vorjahr. Die Niederlande, Deutschland und Frankreich zusammen standen für rund zwei Drittel der Nachfrage. In China hingegen liegt der Anteil von E-Lkw im schweren Segment bereits bei 20 bis 25 Prozent.
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