EuroHAPS: Deutschland steigt in den Bau von Spionageballons ein

Mit unbemannten Ballons sollen künftig verschiedene Aufgaben wie die Erkennung von Objekten am Boden, Kommunikations- und Signalaufklärung ausgeführt werden. Daran sind auch deutsche Unternehmen beteiligt, wie die Welt berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Im Rahmen des Projekts EuroHAPS werden drei sich ergänzende stratosphärische Plattformen bis zur Flugdemonstration entwickelt. Bei der ersten wird Thales Alenia Space die Entwicklung einer verkleinerten Version seines Stratobus-Konzepts leiten: ein solarbetriebenes Luftschiff, das für Langzeitmissionen ausgelegt ist und eine große Nutzlastkapazität bietet.
Zweitens wird Cira die Lieferung eines Hybrid High Altitude Airship (HHAA oder taktisches HAPS) leiten, das in der Lage sein wird, mithilfe eines Tragflächenprofils zusätzlichen Auftrieb zu erzeugen. Die dritte Plattform wird ein Autonomes Stratosphären-Ballon-System (ASBaS) von ESG und Tao sein, das aus einer Reihe von drei höhensteuerbaren Ballons besteht.
Zu den Unternehmen gehören die deutsche Tao Trans Atmospheric Operations(öffnet im neuen Fenster) und der Rüstungselektronikspezialist ESG, die gemeinsam drei kontrollierbare Ballone entwickeln und bauen werden. Tao hat bereits mehr als 150 Modelle diverser Größen für Höhenplattformen gebaut.
Die Idee, Stratosphärenluftschiffe oder Ballone für Überwachungs- oder Kommunikationsaufgaben zu nutzen, ist nicht neu, aber die europäischen Plattformen sollen bisher noch nicht vorhandene Fähigkeiten für Nachrichtendienste, Aufklärung und Überwachung entwickeln.
Im Rahmen des Projekts koordiniert Thales Alenia Space ein europäisches Konsortium(öffnet im neuen Fenster) aus 21 Partnern und 18 Unterauftragnehmern, wobei die wichtigsten Partner Cira, Elettronica und Leonardo aus Italien, Onera und Cea aus Frankreich, Inta aus Spanien und ESG mit Tao aus Deutschland sind. Die geschätzten Gesamtkosten von EuroHAPS belaufen sich auf 63,52 Millionen Euro.
Ballonabschüsse über Nordamerika
Die USA schossen am 4. Februar 2023 einen mutmaßlichen chinesischen Spionageballon ab und holten dann in schneller Folge drei drei weitere unbekannte Flugobjekte vom Himmel, eines über Alaska, eines über Kanada und eines über dem Huronsee. Bei den letzten drei Flugobjekten habe es sich um Forschungsballons gehandelt, stellte US-Präsident Biden klar.