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Eureka Park: Auf dem Startup-Basar der CES

CES 2016
Ein Regenschirm, der das Wetter vorhersagt, ein Head-up-Display zum Nachrüsten oder ein Kasten, der Tablets von Keimen befreit: Wir haben uns in der Startup-Halle der Elektronikmesse CES umgesehen – und einige interessante und ein bisschen verrückte Produkte gefunden.
/ Tobias Költzsch
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Tangible Display kombiniert reale Objekte und die Darstellung auf einem Bildschirm. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Tangible Display kombiniert reale Objekte und die Darstellung auf einem Bildschirm. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Neben den zahlreichen großen Herstellern finden auf der Elektronikmesse CES auch Startups einen prominenten Platz: Im Eureka Park zeigen Hunderte Unternehmen ihre Produkte, die ansonsten im Messerummel untergehen würden. Der Andrang ist groß: Kurz vor der offiziellen Öffnung um 10 Uhr ist der Vorraum der Halle neben dem Venetian-Hotel gerammelt voll.

Gang durch den Eureka Park – Bericht (CES 2016)
Gang durch den Eureka Park – Bericht (CES 2016) (01:38)

Zwischen Smartphone-Zubehör und Drohnen, Haustechnik und Projekten aus der Universitätsforschung ist es schwer, nicht den Überblick zu verlieren. Golem.de hat sich umgesehen und vier interessante – und ein bisschen verrückte – Produkte herausgesucht. Beim Umhergehen kamen wir uns stellenweise vor wie auf einem Basar: Manche Aussteller versuchen mit allen Mitteln, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Unser erster Stopp ist das französische Unternehmen Tangible Display(öffnet im neuen Fenster) , das sich auf die Kombination von realen Dingen und interaktiven Informationen spezialisiert hat. So können etwa Ladenbesitzer ihre Produkte mit einem Set an Sensoren ausstatten und diese mit einem Informationsbildschirm kombinieren. Hebt ein potenzieller Käufer das Produkt an, wird es in Echtzeit auf dem Display dargestellt.

Reale Drehungen werden auf das Display übertragen

Wird das Produkt gedreht, dreht es sich auch auf dem Bildschirm; zusätzlich werden in einer Demonstration Informationen zum Produkt gezeigt. Die Sensoren sind in einem kleinen Standfuß untergebracht, der einfach an dem jeweiligen Objekt angebracht wird.

Einige Stände weiter stellt das Unternehmen Hudway sein nachrüstbares Head-up-Display (HUD) fürs Auto aus. Hudway Glass(öffnet im neuen Fenster) ist eine simple Idee, die allerdings überraschend gut funktioniert: Über eine unterhalb der Windschutzscheibe montierte kleine Plexiglasscheibe wird das gespiegelte Bild eines Smartphones reflektiert, das der Autofahrer als Head-up-Display nutzen kann.

Fahrzeuginformationen auf dem preiswerten HUD

Die nötigen Informationen werden über eine eigene App zur Verfügung gestellt – etwa die Geschwindigkeit, aber auch Routeninformationen oder eingehende Anrufe. Die Glasscheibe ist speziell beschichtet, wodurch die Reflexion sehr klar und deutlich sichtbar ist. Als preiswertes, kleines HUD taugt Hudway Glass für einen Preis von 50 US-Dollar sehr gut.

Oombrella ist ein smarter Regenschirm

An Oombrella(öffnet im neuen Fenster) vorbeizugehen, ist schwierig: Der Regenschirm ist aus einer auffällig farblich changierenden Folie hergestellt. Allerdings kann er mehr als nur gut aussehen: Dank eines eingebauten Chips soll er seinem Besitzer Wetterwarnungen für die nähere Umgebung anzeigen. Oombrella wird dafür per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden.

Vergisst der Nutzer den Schirm, soll er darüber mit einem Alarm benachrichtigt werden. Dank der eingebauten Sensoren erkennt Oombrella Wetterdaten wie etwa die Temperatur und teilt diese mit einer Onlinecommunity. Das Projekt ist eines von vielen im Eureka Park, das noch nicht finanziert ist – die Macher wollen demnächst per Crowdfunding nach Unterstützern suchen.

Endlich saubere Tablets

"Dass es sowas gibt …" – in diese Produktkategorie gehört der Tabletsoap Locker. Der Kasten des Herstellers Phonesoap(öffnet im neuen Fenster) fasst bis zu zehn Tablets, die durch UV-Strahlen zu über 99 Prozent von Keimen befreit werden sollen. Gleichzeitig können die Geräte aufgeladen werden, der Kasten ist abschließbar – ideal also für Betriebe oder Einrichtungen, in denen es besonders auf Hygiene ankommt. Für große Geräte wie das iPad Pro hat der Hersteller mit dem Phonesoap XL auch einen extragroßen Reinigungskasten im Angebot.

Phonesoap bietet auch kleinere UV-Reiniger für Smartphones an, die zu einem großen Teil von Privatanwendern gekauft werden, wie uns der Hersteller erklärt. Der Grundgedanke ist eigentlich nicht verkehrt: Das Smartphone wird Dutzende Male am Tag in die Hand genommen, und dass sich jeder Nutzer etwa nach dem Niesen die Hände wäscht, ist unwahrscheinlich – eine Keimschleuder ist das Smartphone mit Sicherheit.

Nach zwei Stunden im Eureka Park mit weiteren Attraktionen wie einem einfachen Holographie-Display, einem Roboterarm und Body-Tracking-Shirts fangen unsere Köpfe langsam an zu rauchen. Die Masse an ausstellenden Startups ist beeindruckend. Für die Unternehmer und ihre Ideen bietet die CES auch in diesem Jahr wieder eine gute Bühne, um ihre Produkte zu zeigen – egal, ob diese jetzt immer sinnvoll sind oder nicht.


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