Eureka 1: Impossible Metals testet Roboter für Tiefseebergbau

Rohstoffe wie Kupfer, Kobalt und Metalle der Seltenen Erden sind an Land knapp. Deep-Sea-Mining-Unternehmen wollen sie deshalb auf dem Meeresgrund schürfen. Das kanadische Unternehmen Impossible Metals hat einen Roboter dafür getestet.
Eureka 1 ist ein autonomes Unterwasservehikel (AUV), das in Tiefen von mehr als 5.000 Metern Manganknollen sammeln soll. Eureka ist dabei keine Egge, die den Meeresboden umpflügt, um an die Knollen zu gelangen. Stattdessen sind an der Unterseite viele Greifer angebracht, die die Knollen einzeln greifen.
Das ist zwar langsamer als das Pflügen, dafür sind die Auswirkungen auf den empfindlichen Meeresboden geringer. Zudem hat Impossible Metals das AUV mit Kameras und einem System ausgestattet, das mit künstlicher Intelligenz (KI) deren Bilder auswertet. Das KI-System erkennt, ob sich auf den Knollen Pflanzen oder andere Lebewesen angesiedelt haben. Diese werden nicht eingesammelt.
Manganknollen enthalten begehrte Metalle
Die kartoffel- bis salatkopfgroßen Manganknollen(öffnet im neuen Fenster) liegen auf dem Meeresboden. Sie bestehen zum größten Teil aus Eisen und Mangan, enthalten aber auch wertvolle Metalle wie Kobalt, Kupfer, Nickel oder Titan sowie in sehr geringem Maß Metalle der Seltenen Erden, Platinmetalle oder Wolfram.

Diese Rohstoffe sind unter anderem für die Elektronikindustrie wichtig, weshalb seit Längerem Möglichkeiten erwogen werden, diese und andere Rohstoff von Meeresgrund abzubauen . Allerdings ist der Tiefseebergbau umstritten, weil er das Ökosystem des Meeresbodens über eine lange Zeit beeinträchtigt .
1989 simulierten deutsche Wissenschaftler im Discol-Gebiet im Pazifik(öffnet im neuen Fenster) , etwa 3.000 Kilometer vor der Küste Perus, das Sammeln von Manganknollen vom Meeresgrund. Da es in 4.000 Metern Wassertiefe kaum Strömungen gibt, sind die Spuren des Experiments noch sichtbar.
Das ist laut Impossible Metals bei Eureka 1 nicht der Fall. Das Unternehmen testete das AUV kürzlich in einer Tiefe von 25 Metern. Dabei sammelte der Prototyp sowohl manuell gesteuert als auch autonom Steine vom Meeresgrund.
"Der Erfolg dieses ersten Machbarkeitsnachweises ist ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen, um die technische Umsetzbarkeit eines autonomen, KI-gesteuerten Systems zu demonstrieren, das über dem Meeresboden schwebt und selektiv Knollen erntet" , sagte Jason Gillham(öffnet im neuen Fenster) , Technikchef und einer der Gründer des Unternehmens. 2026 soll Eureka 1 einsatzbereit sein.