Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

KI am Arbeitsplatz: Druck, Kontrolle und Kompetenzverlust

➤ Ich sehe nicht, dass wir uns irgendwo weiterentwickeln, es ist vielmehr wie eine Art Heroin für Manager, die meinen, nun Lohnkosten zu sparen, nur um dann festzustellen, dass es doch nicht so funktioniert. Dabei werden die Kosten immer höher, die Leistung geringer und die Abhängigkeit immer größer. IT-Fachkräfte verkommen zu Kindergärtnern, die die KI überwachen müssen.

➤ Ich arbeite mit kleinen Unternehmen und helfe ihnen als Juristin, indem ich ihnen Digitalrecht nahebringe. Ich sehe jetzt, wie hier mit großem Druck und Angst, etwas zu verpassen, Abhängigkeiten geschaffen werden. Wenn die Kosten stark anziehen (zum Beispiel wegen Profitabilität), wird es potenziell kleine Unternehmen ruinieren, die sich jetzt auf die Prozesse einlassen und ihr Unternehmen umstellen.

➤ Also günstiger wird Hardware bestimmt nicht. :D Wieso sollte man einen günstigeren Preis anbieten, wenn Preise auf aktuellem Niveau gezahlt werden? Ich glaube nicht an Fairness. AI ist gekommen, um zu bleiben, auch wenn ich selbst kein Fan von Hypes jeglicher Art bin. Ich finde es aber einfach nur schlimm, wie die IT-Bubble den "Untergang" jeglicher Jobs und vor allem "Kunst" als effektiv, notwendig, zeitgemäß und ohne Mitleid feiert und sich im gleichen Atemzug für unantastbar hält. Ich hoffe auf eine Besinnung zu "Natürlicher Intelligenz", Menschlichkeit in Kunst und Kultur und weniger Arbeitslast. Der Rest ist mir egal. Soll doch die Blase platzen, I don't care. :-*

➤ Man wird feststellen, dass KI in Unternehmen Sachen weder billiger noch besser als der Werkstudent machen kann, und trotzdem wird man in Zukunft wohl häufiger hören: "Das lassen wir dann die KI machen" als "da setzen wir dann mal einen Werkstudenten hin".

Damit, dass Leute einem Tool, das Daten nicht von Anweisungen unterscheiden kann, Aufgaben überlassen, und dass die Integration von Machine Learning darin besteht, dass man statt einer vernünftigen Systemintegration von "KI"-Sprechmodellen (von mir gerne Plapperbots genannt) erlaubt, eigenen Code mit weitgehenden Zugriffsrechten auszuführen, werde ich mich wohl abfinden müssen.

➤ Gartners Hype Cycle zeigt das Phänomen KI bereits, wie alles Technische irgendwann, auf dem steilen Fall ins Tal der Enttäuschung. Explodierende Kosten haben bereits viele Unternehmen ernüchtert, dennoch pumpen die Hyperscaler weiterhin Milliarden hinein und halten die utopischen Narrative und den Umweltschaden hoch. Währenddessen verlieren Menschen zunehmend ihre Arbeitsplätze oder bekommen keinen, weil ganze Branchen zunehmend zögern, umschichten müssen.

"Alles ist teurer geworden"

KI wird amerikanisch-imperialistisch aufgezwungen, statt sie sozialverträglich zu entwickeln. Die Politik hinkt hinterher und der Bürger hat das Nachsehen. Da spielt es kaum eine Rolle, was KI bringt, wie sehr man sie nutzen kann – die Gier vertreibt die Chance.

➤ Zunehmende Abhängigkeiten von Systemen, die letztlich Blackboxes sind, können nur in Katastrophen enden. Wenn bald Ingenieure nicht mehr gebraucht werden, weil hochspezialisierte KIs das Gleiche in kürzester Zeit schaffen, gewinnt einfach der Kapitalismus – und Menschen verlieren. In 100 Jahren versteht kein Mensch mehr, wie Dinge eigentlich funktionieren, weil die KI alles macht. Und dann zieht die KI den Stecker für die Menschen, weil sie uns plötzlich nicht mehr braucht.

➤ Alles ist teurer geworden: Selfhosting, Spielerechner, Bastelprojekte und selbst Smartphones. Gleichzeitig wird man auf der Arbeit immer mehr genötigt, doch irgendwas mit KI zu machen, auch wenn es keinen Sinn macht oder die Ergebnisse schlecht sind und viel Zeit mit Kontrollen draufgeht. Qualität ist nicht mehr wichtig. Irgendwann fliegt uns alles um die Ohren. Hoffentlich früher als später, denn die Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen sind katastrophal.

➤ Das wird wieder eine Finanzkrise auslösen, die vielleicht nicht so lang wie die von 2008 dauern wird, aber das wird auf unseren Finanzmarkt Auswirkungen haben. Ich hoffe aber, dass das KI-Thema ein Ende hat. Es ist super als Tool, um den IT-Mitarbeitern zu helfen, aber es geht nicht als Ersatz für Mitarbeiter.

➤ Ein Werkzeug, von dem einige profitieren und wegen dem viele andere verlieren werden. Ich sehe es bei uns auf der Arbeit. Viele Fachentwickler und Admins, die bis heute ihre Shell-Scripte pflegen, gehören auch zu der Gruppe der Verweigerer. Unsere Senior-Devs übernehmen nun teilweise ihre Aufgaben nebenher. Keiner aus der ersten Gruppe schafft es annähernd, auf das Level der Seniors zu kommen. Ich vermute, KI wird die IT-Branche "bereinigen", weil viele einfache Tätigkeiten nicht mehr durch Personen durchgeführt werden müssen ... Ob es gut ist? Nicht wirklich.

➤ Ich vermute, dass die Nutzung von KI zurückgehen wird und es ein weiteres Tool im Arbeitsalltag werden wird. Die komplette Erstellung von Software oder die Verarbeitung ganzer Prozesse wird nicht mehr ständig erfolgen, da die Kosten dafür zu groß werden. Eine Gefahr sehe ich in Zukunft in der fehlenden Erfahrung und im Umgang mit Tools oder Programmiersprachen bei Junior-Leuten, da diese sich aktuell zu viel auf die KI verlassen, ohne das Ergebnis gut bewerten zu können, und ihnen die Berufserfahrung fehlt, da aktuell wenige eingestellt werden und Erfahrungen sammeln können.

"Einführung von Technologie um der Technologie willen"

Ich denke auch, dass sich das Berufsbild des Entwicklers dahingehend ändern wird, dass es eher auf die Beurteilung des erstellten Codes ankommt und auf die Softwarearchitektur und damit auf die gute Umsetzung der Anforderungen, und weniger auf die reine Erstellung von Code. Ebenso werden sich Entwickler mehr mit Rahmenbedingungen wie gesetzlichen oder regulatorischen Anforderungen auskennen müssen, die der Auftraggeber nicht kennt oder beachtet. Wie bei vielen Blasen, wird es nicht ganz verschwinden, aber zurückgehen.

➤ Rein vom Markt her wird sich das Thema KI, deren Nutzung und auch der Verbrauch einpendeln. Dabei wird es sicherlich Defizite bei Firmen geben, die in direkter Konkurrenz stehen, und ungedeckte Investitionen werden sich nur dort lohnen, wo die Nachfrage mit den Kosten mithalten kann. Eventuell werden wir am Markt ein ähnliches Szenario wie bei AMD vs. Intel erleben.

Für alle Menschen, insbesondere die Jüngeren, gilt ganz klar, dass sie KI niemals ihr intrinsisches Kapital ersetzen lassen dürfen: ihr Fachwissen. Wissen, das ohne jedwede elektronische Hilfe genutzt werden kann, wird die Fachkräfte auch weiterhin auszeichnen und als persönliches Kapital gelten, wenn ich meine Leistung (Arbeit pro Zeit) gegen Geld an jemanden vertraglich verleihe, der sie nutzen möchte, um ein Produkt zu schaffen. An KI ist momentan so viel gebunden, dass es definitiv früher oder später einen Knall geben wird. Wann und wie heftig – das gilt es noch abzuschätzen.

➤ Was passiert gerade? Die Unternehmen werden "KI" einführen in der Erwartung, dass sie ihre internen Prozesse, Abläufe und vor allem die Effizienz erhöht. Hauptgedanke ist der Leistungszuwachs durch Effizienzsteigerung im Arbeitsalltag, Nebeneffekt sind mögliche Einsparpotenziale im Personalbereich (nicht alle haben dies als Primärziel). Es wird in vielen Bereichen genau das passieren, was immer passiert: Einführung von Technologie um der Technologie willen. Wenige Unternehmen machen sich ausreichend Gedanken darüber, was sie wirklich erreichen wollen. Es gibt nun also KI-Systeme, die genutzt werden, deren Nutzen aber nur schwer bis gar nicht gemessen werden kann.

Was merken die Unternehmen und Menschen, die KI-Systeme nutzen? Die aktuellen Fähigkeiten in einzelnen Bereichen sind fantastisch. Sie können Programme entwerfen und in Rekordzeit einen Prototypen erzeugen, rein durch Texteingabe. Funktioniert – oder? Klar hat man am Ende ein Ergebnis, vielleicht sogar ein funktionierendes. Dennoch gibt es in vielen Berufsbereichen Anforderungen, die eine KI nicht oder nur teilweise berücksichtigen kann: gesetzliche Vorgaben, Erfahrungswerte, Sicherheitsvorgaben.

Die Menschen stellen also fest, dass die Ergebnisse nur in Teilen oder gar nicht den Erwartungen entsprechen. Es werden Menschen mit Erfahrung benötigt, um die Ergebnisse zu prüfen und gegebenenfalls zu berichtigen. Der Aufwand dafür ist höher als der derzeitige manuelle Prozess, weil man verstehen muss, was die KI getan hat. Ein schönes Beispiel ist hier Ford in Amerika, das seine erfahrenen Leute zurückholen musste.

"Es wird einen leichten Rückgang der Preise geben"

KI wird irgendwann so weit sein, Bereiche in Unternehmen teilweise bis vollständig zu ersetzen. Noch sind wir nicht so weit. Diese Erkenntnis trifft die ersten Unternehmen und der Heilsbringer KI erweist sich als Werkzeug und nicht als Ersatz für Intelligenz, Fingerfertigkeit oder Erfahrungen. Diese Erkenntnis wird in nächster Zeit alle treffen, die KI-Systeme einsetzen. Denn es ist eben nicht damit getan, die KI alles erstellen zu lassen, sondern das Ergebnis muss kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Durch Menschen – mit Erfahrung.

Die KI-Blase wird also platzen und Ernüchterung wird eintreten. Die Unternehmen, die bisher mit der Einführung von KI zögern, werden dies weiter aufschieben. Die Unternehmen, die bereits Aufträge avisiert haben, werden diese kürzen oder ganz zurückziehen. Die bereits geplanten (Über-)Kapazitäten an Hardware, an Rechenzentren seitens der Anbieter werden gekürzt. Die Hardware-Hersteller werden einen Einbruch erfahren. Das wird auch große Unternehmen treffen, wie Nvidia.

Die Preise für die Hardware werden sinken, aber nicht die Preise der Hardware für Endverbraucherprodukte. Die Marge ist einfach zu groß und zu verführerisch. Unternehmen benötigen weiterhin einfache Grafikkarten zur Darstellung von Bildern, Spieler wollen Grafikkarten für ihre PCs. Es wird einen leichten Rückgang der Preise geben, aber nicht auf das Vor-KI-Niveau. Bei anderen Komponenten wie RAM, NVMes etc. wird der Preisrückgang etwas größer sein, aber ebenfalls nicht auf das Vor-KI-Niveau sinken.

KI wird in absehbarer Zeit zu dem werden, was sie tatsächlich aktuell ist – ein weiteres Werkzeug im Werkzeugkasten. Sie wird definitiv Prozesse vereinfachen und unterstützen. Es wird weiterhin Menschen geben, die ein Produkt oder eine Dienstleistung erstellen. Die Utopie einer arbeitsfreien Welt, weil KI alles kann, wird sterben.

Als kleine Anekdote: Selbst Data aus Star Trek musste als Androide mit KI bei seinen Menschen nachfragen, wie Humor funktioniert. Das alles in einer weit entfernten Galaxie ... ach nee, falsche Enterprise ... weit entfernten, besseren Zukunft.

➤ KI wird das Beste und Schlimmste sein, was der Menschheit passieren wird. Wir werden unfassbare Fortschritte in der Forschung und Entwicklung machen, gleichzeitig wird jede nachfolgende Generation nur noch dümmer und abhängiger als die vorherige, bis wir in der absoluten Dystopie oder in einem Idiocracy-Szenario landen. Ich lehne KI persönlich strikt ab, kann aber als jemand mit Entwicklerjob in der IT nicht mehr ohne und würde auch auf der Strecke bleiben. Kein schönes Gefühl.


Relevante Themen