Anwälte warnen vor den Folgen des Urteils

Nachtrag vom 6. Juni 2018, 16:05 Uhr

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Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff begrüßte das Urteil. "Wieder einmal hat der EuGH mit einem Urteil die wichtige Rolle des Datenschutzes hervorgehoben", teilte Voßhoff am Dienstag mit. Auch wenn das Urteil noch auf der vor der Datenschutzgrundverordnung geltenden Rechtslage beruhe, sei der vom Gericht festgelegte Grundsatz der gemeinsamen Verantwortlichkeit auch auf das neue Recht übertragbar. Welche konkreten Auswirkungen aus dem Urteil folgten, würden die Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern nun zeitnah entscheiden. Nach Ansicht Voßhoffs steht Facebook nun "umso mehr in der Pflicht, all seinen öffentlichen Beteuerungen endlich Taten folgen zu lassen und sein Angebot uneingeschränkt datenschutzkonform auszugestalten".

IT-Fachanwälte warnen bereits vor den Auswirkungen des Urteils. Nach Ansicht des Berliner Anwalts Thomas Schwenke könnte die Entscheidung "zu einer der wichtigsten im Hinblick auf das Datenschutzrecht werden und das Internet in der heutigen Form radikal verändern". In einer umfangreichen Analyse empfiehlt er Fanpage-Betreibern, zunächst abzuwarten. Wer aber jedes Risiko ausschließen möchte, sollte eine Schließung der Seiten als Option in Erwägung ziehen. Schwenke ist ebenso wie der BvD der Ansicht, dass das Urteil auf alle Dienste und Tools wie Twitter- oder Instagram-Profile, Google-Maps-Einträge oder eingebettete Videos übertragbar ist.

Open-Source-Schriften statt Google-Fonts

Das sieht auch der Berliner IT-Fachanwalt Matthias Bergt so. "Nach dem Wortlaut des EuGH-Urteils gilt das auch für fast jeden anderen Inhalt, der von einem fremden Server geladen wird", sagte Bergt. Und das sei sehr häufig der Fall. Mit Blick auf den konkreten Fall warnte Bergt: "Wenn Facebook nicht entscheidend ändert, wie es die personenbezogenen Daten seiner Nutzer verarbeitet, sollte man um Facebook-Fanpages einen großen Bogen machen."

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Bergt gibt den Anbietern Tipps, wie sie datenschutzkonforme Webseiten betreiben können: So könnten fast alle Schriften und Skripte als Open-Source-Software auf dem eigenen Server abgelegt werden, anstatt sie beispielsweise über Google-Fonts einzubinden. Für Videos und anderes gebe es Zwei-Klick-Lösungen, bei denen die Datenübertragung an den Drittanbieter nur mit Zustimmung des Besuchers erfolge. Schwenke empfiehlt sogar, nur solche Plugins und Schaltflächen zu nutzen, die gar keine Daten an Facebook sendeten.

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 EuGH-Urteil: Fanpage-Betreiber sind mitverantwortlich für Datenschutz
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FreiGeistler 07. Jun 2018

Stimmt sowieso nicht. Bei jeder Webseite die Facebooks "Like"-Button einbindet, werden...

wlorenz65 06. Jun 2018

Facebook Fanseiten sind öffentlich. Zum Lesen muss man kein Facebook Mitglied sein. Kann...

berritorre 05. Jun 2018

Ich glaube kaum, dass irgendwer wegen einer Fan-Page zu FB geht. D.h. alle Follower/Fans...

Muhaha 05. Jun 2018

Wo? Natürlich auf Deiner FB-Fanpage. Was? Was Du an personalisierten Daten von den Usern...

MFGSparka 05. Jun 2018

Auch wenn ich deine Begeisterung durchaus nachempfinden kann. Ändern wird es nichts. Der...



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