EuGH-Urteil: EU-Milliardenstrafe gegen Intel wird neu geprüft

Der Dauerprozess zwischen dem Chiphersteller Intel und der EU-Kommission wegen unfairen Wettbewerbs geht in eine neue Runde. Der Europäische Gerichtshof sieht formale Fehler in der unteren Instanz.

Artikel veröffentlicht am ,
Intel-Hauptquartier in Santa Clara/Kalifornien
Intel-Hauptquartier in Santa Clara/Kalifornien (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Der jahrelange Streit zwischen der EU-Kommission und dem Chiphersteller Intel um unfaire Geschäftspraktiken geht weiter. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hob am Mittwoch eine Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union (EU-Gericht) vom Juni 2014 auf, mit der eine Wettbewerbsstrafe in Höhe von 1,06 Milliarden Euro bestätigt worden war. Dem EuGH zufolge hat das EU-Gericht nicht ausreichend die von Intel gegen die EU-Kommission vorgebrachten Argumente geprüft. Daher müsse der Fall noch einmal neu aufgerollt werden (Az. C-413/14). EuGH-Generalanwalt Nils Wahl hatte in seinem Gutachten ebenfalls eine Neuauflage des Verfahrens gefordert.

Stellenmarkt
  1. Projektmanager ERP-Software (m/w/d) TimeLine
    TimeLine Consulting Wuppertal GmbH, Wuppertal
  2. Digital Operation Specialist (m/w/d)
    Bundeskriminalamt, Wiesbaden, Berlin, Meckenheim
Detailsuche

Die Europäische Kommission hatte von Intel im Mai 2009 die Rekordstrafe von 1,06 Milliarden Euro wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung gefordert. Über Rabatte und Exklusivitätsvereinbarungen mit Händlern wie Media Markt und Saturn soll Intel andere Prozessorhersteller wie AMD aus dem Markt gedrängt haben. Die Ermittlungen hatten sich seit dem Jahr 2000 hingezogen, Anfang 2007 hatte sich die Kommission für ein förmliches Wettbewerbsverfahren entschieden. Intel hatte im Juli 2009 der Strafe widersprochen, die jedoch vom EU-Gericht fünf Jahre später bestätigt worden war.

Gegenargumente nicht geprüft

Nach Ansicht des EuGH hat es das EU-Gericht jedoch versäumt, die von Intel gegen einen sogenannten AEC-Test (As-efficient-competitor-Test) der EU-Kommission vorgebrachten Argumente zu prüfen. Mit einem solchen Test soll geprüft werden, ob die untersuchten Geschäftspraktiken zum Ausschluss eines Wettbewerbers führen, der genauso effizient wie das geprüfte Unternehmen arbeitet. Die Kommission war dabei zu dem Schluss gekommen, dass ein ebenso leistungsfähiger Wettbewerber Preise hätte anwenden müssen, die nicht rentabel gewesen wären.

Unstrittig ist hingegen laut EuGH, dass die EU-Kommission räumlich für die Ahndung des Missbrauchs zuständig war. Zudem wies das Gericht die Vorwürfe zurück, wonach Verfahrensfehler vorgelegen haben sollen, die Intels Verteidigungsrechte beeinträchtigt hätten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Jürgen Troll 07. Sep 2017

Wahrscheinlicher ist, dass du die Kisten falsch zusammen gebaut hast. Wenn nämlich alle...

Anonymer Nutzer 07. Sep 2017

WinTel ist das Stichwort. Diese Allianz schottete den Markt ab Wenn Intel keine...

Anonymer Nutzer 07. Sep 2017

Das ist offensichtlich. Warum sollte ein Konzern, bei dem es einzig und allein ums...

daarkside 07. Sep 2017

Ernsthaft. W T F Intel?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Linux-Distro
CutefishOS ist doch nicht tot.

CutefishOS ist eine von Hunderten Linux-Distibutionen. Es starb, sollte geforkt werden und war plötzlich wieder da. Und wieso? Weil es "cute" ist.
Von Boris Mayer

Linux-Distro: CutefishOS ist doch nicht tot.
Artikel
  1. AKW Saporischschja: Ukraine äußert Sorge vor Atomkatastrophe
    AKW Saporischschja
    Ukraine äußert Sorge vor Atomkatastrophe

    Die Ukraine meldet, Russland habe das Kernkraftwerk Saporischschja mit Sprengstoff bestückt. Eine Sprengung könnte eine Katastrophe auslösen.

  2. Quartalszahlen: Nvidias Gaming-Geschäft verliert ein Drittel
    Quartalszahlen
    Nvidias Gaming-Geschäft verliert ein Drittel

    Eine Umsatzwarnung vorab: Nvidia hat im zweiten Quartal 2022 weit über eine Milliarde US-Dollar weniger mit Geforce-Grafikkarten verdient.

  3. Sparmaßnahmen: Komplettes Chaos nach Entlassungen bei Oracle
    Sparmaßnahmen
    "Komplettes Chaos" nach Entlassungen bei Oracle

    Auch Oracle hat einen massiven Stellenabbau begonnen. Das Unternehmen will eine Milliarde US-Dollar an Kosten einsparen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: MSI 29,5" 200 Hz 259€, LG QNED 75" 120 Hz 1.455,89€ • MindStar (XFX RX 6950 XT 999€, Gainward RTX 3070 559€) • WD Black 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,90€ • Gigabyte Deals • Der beste Gaming-PC für 2.000€ • Apple Week bei Media Markt • be quiet! Deals [Werbung]
    •  /