Google klagte schon zuvor gegen Kommissionsentscheidung
Die Brüsseler Behörde kritisierte darüber hinaus eine Vereinbarung, nach der Anbieter von Geräten mit Google-Diensten keine Smartphones mit alternativen, nicht von Google genehmigten Androidversionen verkaufen durften.
Nach Ansicht der EU-Wettbewerbshüter wurde mit diesen Beschränkungen das Ziel verfolgt, die beherrschende Stellung von Google im Bereich der Suchmaschinen und damit seine Einnahmen aus Werbeanzeigen im Zusammenhang mit diesen Suchen zu schützen und zu stärken.
Google hatte im Verfahren bei der Kommission dagegen argumentiert, die Kopplung der App Google-Suche und des Chrome-Browsers sei notwendig gewesen, insbesondere um zu ermöglichen, Einnahmen aus seiner Investition in Android zu erzielen.
Ein erster Einspruch reduzierte die Strafzahlung minimal
Das Unternehmen änderte die Geschäftspraktiken, klagte aber gegen die Entscheidung der EU-Wettbewerbshüter. Bereits in erster Instanz gab es vor dem Gericht der EU eine Schlappe: Das Gericht senkte das Bußgeld in ihrem Urteil von September 2022 lediglich um rund 200 Millionen Euro auf 4,125 Milliarden Euro.
Hintergrund der Minderung war, dass das Gericht im Unterschied zur EU-Kommission keinen Verstoß darin sah, dass Google bestimmten großen Herstellern und Mobilfunkbetreibern Zahlungen leistete, damit sie nur die Google-Such-App auf ihren Geräten vorinstallieren. Die Kommission habe nicht hinreichend dargelegt, dass ein Wettbewerber dadurch tatsächlich behindert werde. Zudem hätte Google zu diesem Punkt angehört werden müssen, was nicht geschehen sei.
Nachtrag vom 6. Juli 2026
Google reagierte auf das Gerichtsurteil mit folgender Stellungnahme: "Android bietet jedem mehr Auswahlmöglichkeiten und unterstützt Tausende von Unternehmen. Dieses Urteil wird unseren erheblichen Investitionen nicht gerecht, mit denen wir sicherstellen, dass Android offen, interoperabel und kostenlos bleibt", erklärte ein Google-Sprecher.
"Jedenfalls haben wir unsere Vereinbarungen bereits 2018 an die ursprüngliche Entscheidung angepasst und konzentrieren uns weiterhin auf kontinuierliche Innovation und Offenheit für unsere Nutzer, Partner und Entwickler", heißt es weiter vom Unternehmen.