Abo
  • Services:

Eugene Polley: Erfinder der drahtlosen TV-Fernbedienung gestorben

Eugene Polley, der Erfinder der ersten drahtlosen Fernbedienung für Fernseher, ist tot. Der ehemalige Zenith-Ingenieur wurde 96 Jahre alt.

Artikel veröffentlicht am ,
Eugene Polley, Erfinder der drahtlosen Fernbedienung
Eugene Polley, Erfinder der drahtlosen Fernbedienung (Bild: Nathan Brewer/IEEE Global History Network)

Vom Sofa aus den Fernseher einschalten, den Sender und die Lautstärke wechseln, anstatt dafür aufzustehen und zum Fernseher zu laufen: Den Grundstein für diese Bequemlichkeit legte der Ingenieur Eugene J. Polley, der im Alter von 96 Jahren gestorben ist. Laut seines ehemaligen Arbeitgebers, dem mittlerweile zu LG gehörenden Unternehmen Zenith Electronics (früher: Zenith Radio), starb Polley am 20. Mai 2012 eines natürlichen Todes.

Stellenmarkt
  1. Interhyp Gruppe, München
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn

Polley ist der Erfinder der Flash-Matic. Diese bei Polleys Arbeitgeber Zenith Electronic gebaute erste drahtlose Fernbedienung aus dem Jahr 1955 nutzte noch sichtbares Licht und Fotozellen im Fernseher, um das Gerät mit gerichtetem Blitzlicht ein- und auszuschalten, den Sender zu wechseln und den Ton stumm zu schalten. Entsprechend ähnelt die Flash-Matic auch eher einer Taschenlampe oder einem Föhn denn einer modernen Fernbedienung.

Eine Lautstärkeregelung bot die Flash-Matic noch nicht. Zudem reagierte der Fernseher mitunter unerwünscht auf helles Sonnenlicht. Zenith machte sich deshalb daran, die TV-Fernbedienung zu verbessern.

Weiterentwicklung der Fernbedienung

Der nächste Entwicklungsschritt war die von Polleys Kollegen Robert Adler entwickelte und 1956 eingeführte Fernbedienung Space Command. Da sich Zeniths Vermarktungsteam sorgte, dass Kunden leere Batterien in der Fernbedienung als technisches Problem mit dem Fernseher missverstehen könnten, arbeitete die Space Command mit hochfrequenten Tönen, die durch Drücken der Knöpfe mechanisch erzeugt wurden - vergleichbar mit kleinen Hämmern, die auf Stimmgabeln schlagen. Ein Flickr-Nutzer berichtet, dass es auch hier unerwünschte Kanalwechsel geben konnte - so etwa, wenn der Hund mit klimpernden Hundemarken am Halsband am Fernseher vorbei lief.

Ab 1960 wurde dann zu Ultraschall gewechselt und erst in den 1980er Jahren wurden Fernbedienungen mit Infrarotsendern bestückt.

Die Kollegen Polley und Adler wurden für ihre Arbeit mit verschiedenen Preisen gewürdigt. 1997 teilten sie sich einen Emmy Award für ihre technische Pionierarbeit im Bereich drahtloser Fernbedienungen und 2009 erhielt Polley auch noch den Masaru Ibuka Consumer Electronics Award des Institute of Electronic and Electrical Engineers (IEEE), ebenfalls für seine Beiträge zur Technik für drahtlose Fernbedienungen für Fernseher und andere Unterhaltungselektronik.

Polley hat allerdings nicht nur an Fernbedienungen gearbeitet, während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er beim US-Verteidigungsministerium an der Verbesserung von Radartechnik. Später war er auch an der Entwicklung von Autoradios mit Drucktasten und am DVD-Vorgänger, der Video CD (VCD), beteiligt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. DOOM + Dishonored 2 PS4 für 18€)
  2. 399€ (Vergleichspreis ab 467€)
  3. 315€/339€ (Mini/AMP)
  4. 49,98€

Zwangsangemeldet 25. Mai 2012

Auch Blaupunkt-Fernseher hatten schon seit Ende der 70er Jahre IR-Fernbedienungen. Wir...

kaemmi 23. Mai 2012

...

-benediction- 23. Mai 2012

Diese "optische" Fernbedienung wird doch mittlerweile für diese kleinen TAN-Generatoren...

backdoor.trojan 23. Mai 2012

Es ist zwar etwas ironisch aber dieses eher traurige Ereignis hilft mir sehr. Schreibe...


Folgen Sie uns
       


Golem.de besucht Pininfarina (Reportage)

Golem.de hat bei Pininfarina in Turin hinter die Kulissen geschaut und sich mit den Designern des Elektrosportwagens PF0 unterhalten.

Golem.de besucht Pininfarina (Reportage) Video aufrufen
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test: Tolles teures Teil - aber für wen?
Apple Mac Mini (Late 2018) im Test
Tolles teures Teil - aber für wen?

Der Mac Mini ist ein gutes Gerät, wenngleich der Preis für die Einstiegsvariante von Apple arg hoch angesetzt wurde und mehr Speicher(platz) viel Geld kostet. Für 4K-Videoschnitt eignet sich der Mac Mini nur selten und generell fragen wir uns, wer ihn kaufen soll.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Apple Mac Mini wird grau und schnell
  2. Neue Produkte Apple will Mac Mini und Macbook Air neu auflegen

Machine Learning: Wie Technik jede Stimme stehlen kann
Machine Learning
Wie Technik jede Stimme stehlen kann

Ein Unternehmen aus Südkorea arbeitet daran, Stimmen reproduzierbar und neu generierbar zu machen. Was für viele Branchen enorme Kosteneinsparungen bedeutet, könnte auch eine neue Dimension von Fake News werden.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. AWS Amazon bietet seine Machine-Learning-Tutorials kostenlos an
  2. Random Forest, k-Means, Genetik Machine Learning anhand von drei Algorithmen erklärt
  3. Machine Learning Amazon verwirft sexistisches KI-Tool für Bewerber

Requiem zur Cebit: Es war einmal die beste Messe
Requiem zur Cebit
Es war einmal die beste Messe

Nach 33 Jahren ist Schluss mit der Cebit und das ist mehr als schade. Wir waren dabei, als sie noch nicht nur die größte, sondern auch die beste Messe der Welt war - und haben dann erlebt, wie Trends verschlafen wurden. Ein Nachruf.
Von Nico Ernst

  1. IT-Messe Die Cebit wird eingestellt

    •  /