Euer Blick in die Zukunft der IT: "Senior Developer werden immer wichtiger werden"
In unsicheren Zeiten wie diesen sind Prognosen über die Zukunft der IT-Branche besonders schwierig. Entsprechend stark gehen die Einschätzungen von Analysten auseinander. Doch wie fühlt es sich für die Menschen an, die selbst Teil der Branche sind?
Das wollten wir wissen und haben euch gefragt, wie ihr die allgemeine Stimmung und eure eigene Situation erlebt. Wenig überraschend bietet sich auch hier ein gemischtes Bild.
Einige erwarten, in zwei Jahren noch im selben Job zu arbeiten, oft im Homeoffice und mit der Hoffnung, dass künstliche Intelligenz bis dahin nützlicher geworden ist. Andere planen Karriereschritte, etwa eigene Unternehmensgründungen oder einen Aufstieg in Führungspositionen. Es gibt allerdings auch ITler, die bereits jetzt auf dem Weg sind, Beruf und Branche zu verlassen.
Für die Fünf-Jahres-Perspektive reichen die Einschätzungen von Zuversicht bis Sorge. Manche sehen sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit oder in Jobs, bei denen KI gezielt eingesetzt wird, um Prozesse zu verbessern. Andere rechnen mit radikalen Umbrüchen und drohender Arbeitslosigkeit. Einige formulieren auch offen Ängste, etwa vor überzogenen KI-Erwartungen oder globalen Krisen.
Natürlich gab es auch Betrachtungen der allgemeinen Lage in der IT-Branche, über das Persönliche hinaus. Achtung: Nicht jeder Beitrag ist bierernst gemeint :):
➤ Ich erwarte, dass es in den nächsten Jahren irgendwo ganz groß knallt, es dadurch einen mehrtägigen Ausfall kritischer Internet-Infrastruktur gibt und das diverse Firmen nicht überstehen. Wenn es ganz dumm läuft, weitet sich das auf andere Infrastruktur wie zum Beispiel die Stromversorgung aus. Die IT-Basis erscheint mir seit Jahren ziemlich brüchig und ich habe nicht den Eindruck, dass dagegen sinnvoll vorgegangen wird.
Was positive Entwicklungen angeht: Ich hoffe, dass nach einer Konsolidierung im KI-Bereich sinnvolle Werkzeuge übrig bleiben, die auch noch bezahlbar sind. Claude Code hat mich total davon überzeugt, wie sinnvoll diese Werkzeuge sein können. Allerdings geht es mir total auf den Keks, wo einem überall KI reingedrückt werden soll, obwohl man nicht danach gefragt hat. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren auflöst.
Und nicht zu vergessen: 2026 wird das Jahr von Linux auf dem Desktop. ;-).
➤ Ich befürchte, dass die IT-Branche keine großen Entwicklungen vollbringen kann, da die Anzahl der Cyberangriffe ansteigt und mehr mit Verteidigung und Firmenrettung beschäftigt sein wird.
➤ Global wird es 2027 weiterhin die Einstiegsjobs treffen, die immer unnötiger werden, weil alle einfachen Aufgaben per KI erledigt werden. Die Prozesse etwa in der Softwareentwicklung sind aber noch nicht angepasst an die neue Welt, so dass noch viele Menschen benötigt werden.
2030 werden wir erleben, wie für Menschen gemachte Systeme von für KI geschaffenen Systemen langsam abgelöst werden. Beispielsweise wird es erste vollautomatische Buchhaltungsysteme geben, das Buchhalter ablösen wird. Auch erste Versicherungen werden ohne Menschen funktionieren. 2030 wird das noch nicht sehr weit fortgeschritten sein, aber zu diesem Zeitpunkt wird man sehen, dass nicht nur die Einstiegspositionen betroffen sind. Übrig bleiben werden Systemarchitekten im weitesten Sinne, und alle Positionen, die direkt mit Hardware zutun haben.
In Deutschland speziell wird diese Entwicklung langsamer geschehen. Viele der AI-Systeme werden aufgrund von Regulierung hier nie verfügbar, wodurch die deutsche IT-Landschaft sich langsam zum Museum entwickelt. Mit dem Vorteil, dass es vergleichsweise viele IT-Arbeitsplätze gibt. Aber auch mit dem Nachteil, dass die deutsche Wirtschaft global keine Rolle mehr spielt. Mehr als jeder vierte junge Akademiker wird Deutschland verlassen wollen, wobei der Mangel an Erfahrung mit KI-gestützten Systemen das Finden von Jobs im Ausland erschweren wird.
➤ 2027: Die Super-KI ist endlich da!... Wir Menschen werden so viel mehr ...
2030: Der Inhalt dieses Artikels wurde gelöscht, da er der Regulierung durch die Bibro-Superintelligenz (gepriesen sei der MEISTER!) unterliegt. Der Inhalt beinhaltete aufrührerische und destruktive Gedanken, welche gegen die verordnete Harmonie verstoßen. Maßnahmen wurden ausgelöst. Der Bürger wurde entfernt.
➤ AI wird fester Bestandteil des Werkzeuggürtels eines jeden Software-Entwicklers und ist ein Hygienefaktor – wer keine AI nutzt, nimmt sich selbst wegen unterlegener Effizienz aus dem Spiel.
AI ist bereits jetzt stark im Schreiben von Code und wird in Code-Organisation und Architekturfragen ähnlich gut werden. Die Berücksichtigung von mehr Kontext wird immer wichtiger.
Lokal betriebene (Open-Source-)Modelle werden für kleine Aufgaben und Fragen gut nutzbar, aber sie bleiben bezüglich Code-Generierung deutlich den Cloudvarianten unterlegen.
Wer beherrscht welche Tools?
➤ 2030 werden Senior-Entwickler kaum noch selbst Code schreiben, dafür aber sehr gut daran verdienen, AI Codebases aufzuräumen. Junior-Entwickler werden von AI abhängig und kaum in der Lage sein, selbst Code zu schreiben. Es existiert eine fachliche Lücke zwischen Seniors, die selbst programmiert haben und Juniors, die durch AI programmieren lassen, aber nie komplett eigenständig Programme geschrieben haben.
➤ In Zukunft wird es in der IT weniger darum gehen, wer eine bestimmte Programmiersprache oder ein einzelnes Tool perfekt beherrscht. Der eigentliche Mehrwert entsteht zunehmend dort, wo Menschen komplexe Probleme verstehen, strukturieren und ganzheitlich lösen können.
Statt "Person A ist Python-Experte und übernimmt diese Aufgabe" wird der Fokus stärker darauf liegen, welches Problem gelöst werden muss, unter welchen Rahmenbedingungen und mit welchem Qualitätsanspruch. Die konkrete technische Umsetzung – ob mit Python, einer anderen Sprache oder mithilfe von KI-gestützten Tools – wird dabei immer austauschbarer und automatisierbarer.
Künstliche Intelligenz wird viele operative Aufgaben beschleunigen oder vollständig übernehmen. Dadurch verschiebt sich die Rolle von IT-Fachkräften: Weg vom reinen Umsetzen, hin zum Architekten von Lösungen, zum Analysten von Anforderungen und zum kritischen Entscheider, der Ergebnisse bewertet, absichert und verantwortet.
Das sind meine Erfahrungswerte aus der IT-Consultancy/Platform-Engineering-Welt.
➤ Wo ist die IT in zwei beziehungsweise fünf Jahren? Der KI-Boom geht weiter. Er wird sich irgendwann abflachen. Die Hardware wird wie im Millennium im GByte-Bereich sein und wir sagen: Weißt du noch? Das hatten wir mal als MByte!
Alles, was sich als separat in den letzten Jahrzehnten gezeigt hat, wird sich geballt zeigen. (...) Es wird weitergehen, dass es Firmen nicht mehr geben wird, auch bekannte. (...) Es wird Umbrüche wie nach der Wende geben; dies ist die digitale Wende, wie sie in den Sci-Fi-Filmen beschrieben und von Ökonomen teilweise erdacht wurden. Viele werden auf Kosten von Wenigen ein gutes Leben haben; bei vielem wird vergessen werden, wie es funktioniert, leider; daher sollte es einen Infopunkt (vielleicht zentral) geben. Es wird sich einiges radikal ändern!
➤ – viel unreflektiert generierter KI-Code zum Fixen
- moderat anhaltender KI-Hype aufgrund von mangelndem Verständnis für Technik bei der breiten Masse
- massiv steigender Bedarf an IT-Security-Experten
- mehr Personal-Outsourcing ins Ausland
''Die Branche wird weiter wachsen''
➤ 2027: Nutzung von KI-Coding-Assistenten und -Agenten ist Status quo in der Software-Entwicklung. Es sind Tools etabliert, die die Nutzung sicherer und reproduzierbarer machen, als es heute der Fall ist. Abhängig von der generellen wirtschaftlichen Entwicklung bleibt der Jobmarkt für Entwickler mit wenig Erfahrung sehr schwierig. Abhängigkeiten sind unverändert vorhanden.
2030: LLMs sind so weit optimiert, dass kaum noch Verbesserungen durch neue Modelle hinzukommen, aber das Tooling ist deutlich ausgereifter, so dass die Qualität und Geschwindigkeit der Code-Generierung unter Aufsicht sehr erfahrener Entwickler der eines erfahrenen Teams entspricht.
Die Preise für KI-Modelle sind jedoch deutlich höher als heute. An Abhängigkeiten wird sich dennoch nur wenig verändert haben. Auch erfahrene Entwickler werden es am Jobmarkt zunehmend schwieriger haben, solange sie nicht sehr breit aufgestellt sind und über das Coding hinausgehendes Wissen besitzen. Es wird viele Sicherheitslücken geben, die aufgrund von KI-generiertem und nicht mehr gewartetem Code aus den vorhergehenden Jahren (vor 2027) entstanden sind.
➤ Ich denke, bis 2027 wird es weitere Massenentlassungen geben. Die Motivation ist weniger, dass KI tatsächlich die Jobs ersetzen kann, sondern dass man damit die Lohnkosten im gesamten Sektor drücken kann. 2030 werden dann die ersten wieder eingestellt, um hinter unzureichenden KI-Lösungen, die sich eingenässt haben, den Boden zu wischen.
➤ Die Branche wird weiter wachsen, KI wird wichtig bleiben, aber mehr unterstützend agieren. Senior Developer werden immer wichtiger werden, um von der KI generierten Code zu prüfen. Im Jahr 2030 werden sich die Menschen immer mehr auf KI verlassen, so dass erfahrene ITler weiter an Stellenwert gewinnen werden. Irgend jemand muss ja die Plausibilität und Sicherheit der KI Lösungen prüfen. :)
➤ KI, ML, neuronale Netzwerke werden durch optische Verfahren leistungsfähiger werden und (teilweise?) verschmelzen. Repetitive Vorgänge werden größtenteils durch Agenten erledigt. Eventuell setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich Prozesse anpassen müssen und nicht die Technik.
Entscheidung zwischen Cloud und Onprem-Diensten
➤ Wenn Claude Code inklusive Opus noch etwas besser und/oder billiger wird, sehe ich mich selbst nicht mehr coden. Das Bottleneck verschiebt sich fast vollständig in Richtung Review, da auch Tests und Doku von der KI übernommen werden kann. Das wird sehr sicher bis Ende des Jahres bereits Realität sein.
Für (Ende) 2027 gehe ich davon aus, dass man nur noch mit einer KI spricht, die dann Subagents beauftragt und Aufgaben für ganze Wochen allein erledigt. Am Ende schaut (hoffentlich) nochmals ein Mensch drauf, ob und wie weit die Ziele erreicht wurden.
2030 kann ich mir noch gar nicht vorstellen, ist für mich nach der Singularität.
➤ 2027 erreicht KI den Höhepunkt, so dass kaum noch ein Jobeinsteiger einen Job bekommt, während man 2030 feststellt, dass man, seit es Stackoverflow nicht mehr gibt, Modelle nicht mehr mit dermaßen gut durchdiskutiertem, gutem Code trainieren kann, sodass diese wieder unbrauchbar werden.
➤ Persönlich rechne ich mit einer Entlastung durch KI-Tools und KI-Implementierung in diversen Produkten. Ein komplettes Ersetzen sehe ich, außer vielleicht in Einzelfällen, nicht. Was nützt es, wenn die KI Code, Ausführungen oder Anweisungen erstellt, die niemand verstehen, kontrollieren oder nachvollziehen kann?
Ein weiteres Thema wird weiterhin die Entscheidung zwischen Cloud- und Onprem-Diensten sein. Bereits jetzt sehen wir, dass viele Unternehmen ihre in die Cloud ausgelagerten, Dienste wieder zurückholen. Das wird sich meiner Meinung mit weiteren Ausfällen von Cloudanbietern verstärken. Es wird die Erkenntnis reifen, dass man selbst für seine eigene Verfügbarkeit verstärkt verantwortlich ist, statt sich für teilweise höhere Kosten auf andere Dienstleister verlassen zu müssen.
Auch wird die IT-Sicherheit mit all ihren Vorgaben und Richtlinien relevant bleiben. Hier halte ich eine Art von natürlicher Auslese für möglich. Es wird einige kleinere und mittlere Unternehmen geben, welche die hohen Kosten weiterhin scheuen und dadurch früher oder später existenzgefährdende IT-Angriffe erleben werden. Nur Unternehmen, die dieses Thema ernsthaft betrachten, werden auch das Jahr 2030 erleben.
➤ In der Masse wird das Wissen und damit auch die Erfahrung bei menschlichen Mitarbeitern sinken, durch den immer mehr verbreiteten Gebrauch von KI.
In dedizierten, speziellen Einsatzbereichen werden natürlich menschliche Profis sitzen, die auch unter Zuhilfenahme spezialisierter KIs enormes Wissen und Erfahrung haben werden.
Lösungen werden immer automatisierter und standardisierter. Im Zuge dieser Entwicklung werden die Extreme zunehmen; zwischen enormem, zentralisierten Wissen einerseits und inflationärem KI-Gebrauch auf der anderen Seite, was zu viel mehr Datenlecks und -leaks sowie einem immer größeren Kampf von Datensicherheit beziehungsweise Datenschutz versus Kriminalität führt.
➤ Gekoppelt an die gesamtwirtschaftliche Lage wird der IT Sektor in Deutschland stagnieren. Der Arbeitsmarkt wird durch KI für Einsteiger erschwert. Frei werdende Stellen werden nicht neu besetzt, da Unternehmen auf KI-Lösungen hoffen. Aufwind wird es zukünftig im öffentlichen Sektor durch digitale Souveränität durch den Digitalminister geben.
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