EU-Verordnung: Neue Elektro-Modelle müssen mehr Lärm machen

Der geringe Geräuschpegel von Elektroautos kann im Stadtverkehr zur Gefahr werden. Akustische Warnsysteme werden nun zur Pflicht. Doch die Regelung geht manchen nicht weit genug.

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Beim BMW i3s lässt sich die akustische Fußgängerwarnung ein- und ausschalten.
Beim BMW i3s lässt sich die akustische Fußgängerwarnung ein- und ausschalten. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Hersteller von Elektroautos müssen künftig ihre neuen Fahrzeuge mit akustischen Warnsystemen ausstatten. Einer EU-Verordnung zufolge gilt dies vom 1. Juli 2019 an "in neuen Typen von Hybridelektro- und reinen Elektrofahrzeugen". Bis spätestens 1. Juli 2021 müssen die Hersteller "in allen neuen Hybridelektro- und reinen Elektrofahrzeugen" ein sogenanntes Acoustic Vehicle Alerting System (Avas) einbauen. Verschiedene Elektroautos verfügen bereits jetzt über eine solche Funktion.

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Die Regelung wird damit begründet, dass durch die Senkung des Geräuschpegels bei Elektroautos "eine bedeutende akustische Signalquelle weggefallen" sei, durch die andere Verkehrsteilnehmer, unter anderem blinde und sehbehinderte Fußgänger sowie Radfahrer, davor gewarnt wurden, "dass sich ein Straßenfahrzeug nähert, sich in der Nähe befindet oder sich entfernt".

BMW engagiert Filmkomponisten

Den Vorgaben der Verordnung zufolge (Anhang VIII) muss das System "mindestens im Geschwindigkeitsbereich zwischen dem Anfahren und einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/h sowie beim Rückwärtsfahren automatisch ein Schallzeichen erzeugen". Zudem muss das System "mit einem für den Fahrer leicht erreichbaren Schalter ausgestattet sein, der die Aktivierung bzw. Deaktivierung ermöglicht". Beim Neustart des Fahrzeugs muss die akustische Warnung immer aktiv sein. Der erzeugte Geräuschpegel soll "eindeutig auf das Fahrzeugverhalten hinweisen und mit dem Geräusch eines mit Verbrennungsmotor ausgestatteten Fahrzeugs der gleichen Klasse vergleichbar sein".

Mit der Entwicklung der künstlichen Fahrzeuggeräusche beschäftigen sich unter anderem Psychoakustiker. Durch die Geräusche sollen die anderen Verkehrsteilnehmer wahrnehmen, ob das Fahrzeug vor- oder rückwärts fährt, wie schnell es unterwegs ist, ob es schneller oder langsamer wird. Der Autokonzern BMW hat sogar den Filmkomponisten Hans Zimmer engagiert, um die Geräusche für den geplanten Vision M Next zu entwickeln.

Nachrüstung gefordert

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Mehreren Verbänden geht die neue Verordnung noch nicht weit genug. Sie fordern den "sofortigen Einbau" der Warnsysteme in bereits zugelassene Elektroautos. Zudem soll sich das Geräusch erst bei 30 km/h ausschalten und vom Fahrer nicht per Hand deaktivierbar sein.

Vom Golem.de getestete Elektroautos wie der BMW i3s oder der Hyundai Ioniq Elektro verfügen bereits über ein solches Warnsystem. Beim Hyundai lässt sich das Virtuelle Motorgeräuschsystem (VESS) mit einem Schalter links neben dem Lenkrad einfach deaktivieren. Beim i3s geht das über das Fahrzeug-Menü. Ob und in welchem Umfang andere Modelle noch mit einem Avas nachgerüstet werden, ist derzeit unklar.

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User_x 04. Jul 2019

Herrlich, nicht wahr? Das macht gleich alles etwas mehr Erlebnisreicher.

vlad_tepesch 03. Jul 2019

Ich bin sicher, für alle Taub-Blinden unter uns wäre es erheblich ungefährlicher, wenn...

tomate.salat.inc 02. Jul 2019

Normalerweise lasse ich da auch die Vorfahrt. Aber auch Radfahrer sollten vorausschauend...



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