EU-Telekommunikationsrecht: United Internet will wohl vierter 5G-Anbieter werden
United Internet begrüßt es(öffnet im neuen Fenster), dass die EU durch die Zulassung von nationalem Roaming und Vermietung einen vierten 5G-Anbieter in Deutschland ermöglicht. EU-Parlament, Rat und Kommission haben am 6. Juni 2018 einen Kompromiss zur Anpassung des EU-Telekommunikationsrechts erzielt(öffnet im neuen Fenster). Danach sollen die nationalen Regulierungsbehörden bei der Frequenzvergabe einen effektiven Wettbewerb fördern.
Dafür können sie verschiedene Auflagen anordnen, insbesondere die Verpflichtung zur Vermietung neuer Netze an Anbieter ohne eigene Frequenzen sowie National Roaming zwischen den Mobilfunk-Netzbetreibern.
United-Internet-Chef Ralph Dommermuth sagte: "Die Neuregelung ist ein wichtiges Signal für die Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland im Frühjahr 2019. Die EU macht damit den Weg frei für National Roaming, ohne dass in Deutschland kein vierter Netzbetreiber entstehen kann." So werde es künftig mehr Wettbewerb geben.
Nach langjähriger Debatte werde der formale Beschluss nun voraussichtlich im Herbst auf EU-Ebene gefasst werden. Danach sollten die neuen Regeln in Deutschland umgesetzt und erstmals bei der anstehenden Ausschreibung von 5G-Frequenzen berücksichtigt werden, erwartet der Firmenchef. United Internet hatte betont, dass eine Entscheidung von den Bedingungen der Auktion, vor allem National Roaming, abhängt. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, würden wir uns auf jeden Fall mit dem Thema beschäftigen. Damit ist aber nicht gesagt, dass es am Ende auch dazu kommt", sagte ein Sprecher Golem.de.
Durch die Übernahme des Mobilfunkproviders Drillisch für über zwei Milliarden Euro hat United Internet garantierten Zugriff auf bis zu 30 Prozent der Kapazität der Mobilfunknetze von O2 und E-Plus. Man habe die Option, Full MVNO (Mobile Virtual Network Operator) oder sogar MNO (Mobile Network Operator) zu werden. Doch die Telefónica Deutschland plant einen späten 5G-Ausbau, daher steht United Internet unter Druck, Zugriff auf 5G-Netze durch eigenen Ausbau zu bekommen. Dabei will das Unternehmen nicht zu viel ausgeben: Dommermuth erklärte zuvor, den 5G-Ausbau durch eine Kooperation mit Gemeinden und anderen Dienstleistern vorantreiben zu wollen. Bei einem solchen gemeinsamen Investitionsmodell könnten die Städte und Kommunen die Flächen für die Antennen zur Verfügung stellen, Dienstleister die Technik aufbauen und 1&1 das Netz betreiben, das der Provider auch anderen zur Verfügung stellen würde.
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