EU: Software soll Lügen in Gesichtern von Einreisenden erkennen

Mittels Bilderkennung aus Kamerabildern will die EU künftig den Risikofaktor von Einreisenden ermitteln. Dazu werden zwei Schritte notwendig: das Eingeben von Personalien vor der Einreise und ein Kontrollieren dieser an der Grenze selbst. Die EU will damit illegale Einwanderer schneller filtern.

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Die EU will Lügner mit Software erkennen.
Die EU will Lügner mit Software erkennen. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de/CC0 1.0)

Die EU arbeitet derzeit an einem Lügendetektor-System, welches an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten eingesetzt werden soll. Iborderctrl nutzt dazu einen Gesichtserkennungsalgorithmus, um Bewegungen im Gesicht der einreisenden Personen zu analysieren und auf Basis dieser eventuelle Lügen zu erkennen. Laut der Europäischen Kommission helfe das dabei, illegale Einwanderer auf dem Flughafen schneller herauszufiltern. Zu den mitentwickelnden Nationen gehören Griechenland, Ungarn, Luxemburg, Polen, Spanien, das Vereinigte Königreich, Zypern und Lettland.

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Die Kontrolle mit Iborderctrl wird sich in zwei Schritte unterteilen. Als Erstes müssen Einreisende einen Dialog mit einer "computeranimierten Grenzwache" eingehen, was zudem eine Webcam benötigt. Dazu werden Informationen wie Reisepass, Bilder, ein Visum und Geldnachweise eingescannt. Das Programm passt sich dem Gegenüber an: So soll sich wohl das Geschlecht, Sprache und Ethnie nach den Nutzern richten. Dieser Schritt soll noch vor dem Einreisen in die EU stattfinden, ähnlich einer Anmeldung für eine USA-Reise. Auf Basis der Ergebnisse werden Teilnehmer mit einem Risikolevel eingestuft.

Zwei-Stufen-Kontrolle

In der zweiten Phase wird an der Grenze selbst ein tragbares Scangerät genutzt, welches die zuvor eingescannten Informationen noch einmal kontrolliert. Neben Gesichtsaufnahmen nehmen Grenzbeamte noch Fingerabdrücke und ein Abbild der Handvene von Reisenden ab. Auf dieser Basis wird das potenzielle Risiko einer Person neu berechnet.

Anfangs haben sich die Entwickler des Projekts die Arbeit an Grenzen direkt angeschaut. Laut EU-Kommission wurden Interviews und Workshops mit Beamten geführt. Wichtig wird sein, welche Quelldaten einem Gesichtserkennungsalgorithmus übergeben werden. Ein automatisiertes System birgt nämlich die Gefahr, sich Voreingenommenheit anzutrainieren, was für den Erfolg des Projekts schlecht ausgehen könnte.

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Erste Feldversuche sollen in den Staaten Ungarn, Griechenland und Lettland unternommen werden. Es wird sich zeigen, wie gut das 4,5 Millionen Euro teure Projekt abschneidet. Im August 2019 soll es beendet sein.

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t0ncul 03. Nov 2018

Industrie 4.0? KI? Digitalisierung? Und dann haben wir bestimmt viele Arbeitsplätze für...

Abdiel 02. Nov 2018

Da kennst Du die Leute aber schlecht...

Der ohne Name 01. Nov 2018

Wieso muss man nur überall Fingerabdrücke abgeben? Ein Grund dafür, weshalb mich die USA...

FreiGeistler 01. Nov 2018

Ähm, nein.

Gandalf2210 01. Nov 2018

4,5 mio... Das ist doch nix. Und selbst die Amerikaner haben keine vernünftigen Systeme...



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