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In den ersten acht Wochen mehr als 17.000 neue Eurosky-Nutzer

Golem: Im Frühjahr 2026 ist Eurosky online gegangen. Wie ist die bisherige Resonanz auf den Start?

Vogelsang: Mit der Resonanz sind wir bislang zufrieden. Viel positiven Zuspruch haben wir aus den Bereichen digitaler Souveränität, Open-Source-Infrastruktur und offene soziale Netzwerke bekommen. Obwohl wir auf Werbung für den Start von Eurosky verzichtet haben, sind innerhalb der ersten acht Wochen bereits über 17.000 Nutzerinnen und Nutzer von Bluesky-Servern auf den Eurosky-Server umgezogen.

Auch medial gibt es Interesse seitens des ZDF und des digitalen Programmformats Funk. Wir sprechen gerade mit der Technischen Universität Dresden und Sprin-D, der Bundesagentur für Sprunginnovationen, über ein gemeinsames Projekt. Es gab eine Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut über ein europäisches Förderprojekt. Zudem war ich kürzlich als Eurosky-Vertreter in Brüssel zu Gast. Dort habe ich auf Einladung der DG Connect, also der Generaldirektion der EU-Kommission für digitale Politik, an einer Diskussionsrunde zum Thema Enabling Human-Centered Data Ecosystems: Al, Digital Identity and the Future of Social Networks in the EU teilgenommen.

Der wissenschaftliche Dienst der EU-Kommission empfiehlt unser Projekt in einer aktuellen Veröffentlichung(öffnet im neuen Fenster) ausdrücklich als "von der EU förderwürdig". In allen Gesprächen, an denen ich in letzter Zeit beteiligt gewesen bin, ging es um die Frage: Wie kann Europa digitale Öffentlichkeit gestalten, ohne erneut von einem einzelnen Konzern abhängig zu werden? Meiner Meinung nach liefert Eurosky eine Antwort.

Golem: Der Blick in die Glaskugel ist immer schwierig, doch wo sehen Sie das Projekt Eurosky in fünf bis zehn Jahren?

Vogelsang: Wir verfolgen bei Eurosky das Ziel, soziale Medien ähnlich zu gestalten wie das Internet an sich oder E-Mail. Social Media sollte auf einer offenen Infrastruktur mit vielen Anbietern aufsetzen. Wir möchten weg von einer Ansammlung abgeschotteter Plattformen.

Daher würden wir Eurosky in fünf bis zehn Jahren gerne als dauerhaft verfügbare europäische Infrastruktur sehen. Dort finden sich dann hoffentlich viele Anwendungen und Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Identität, ihre Kontakte und ihre Inhalte unabhängig von einzelnen Apps behalten können. Ich bin davon überzeugt, Europa kann insbesondere auf den Ebenen Infrastruktur, Ordnungsrahmen und Rechtskonformität eine wichtige Rolle spielen.

Inzwischen gibt es über Eurosky mit Mu(öffnet im neuen Fenster) eine erste App. Wer den weiteren Verlauf des Projekts verfolgen möchte, folgt am besten Sebastian Hagedorn auf Linkedin(öffnet im neuen Fenster).

Lars Lubienetzki(öffnet im neuen Fenster) arbeitet seit mehr als 30 Jahren als freier Journalist und Texter. Seine Schwerpunkte reichen von den Anfängen des Computerzeitalters bis zu KI-Themen.


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