Das Problem mit dem Kabel
Generell kann jedes USB-C-Kabel mit jedem USB-C-Port verbunden werden. Allerdings werden dann teils nicht alle Features der Schnittstelle und in unserem speziellen Fall Leistungsübertragungen unterstützt.
Relativ sicher können wir uns bei USB-Kabeln sein, die zu Standards wie Thunderbolt 4 und Thunderbolt 5 kompatibel sind. Hersteller sind per Definition angehalten, das passende Thunderbolt-Symbol neben den Ports am Laptop und auf Kabeln zu platzieren. Deshalb sehen wir bei vielen neuen Geräten ein kleines Blitz-Symbol mit Pfeil neben der USB-C-Schnittstelle oder auf dem Kabel.
Thunderbolt wurde anfangs von Intel und Apple entwickelt und ist mit der dritten Generation von Mini-Displayport auf USB-C als Anschlussstandard gewechselt. Grundsätzlich übernimmt der Standard die durch USB 3.2 Gen1 und Gen2 definierten Parameter und macht diese zur Voraussetzung.
Zum Thunderbolt-Kabel greifen
Ein Thunderbolt-3- oder 4-Kabel muss also nicht nur Bildinformationen und Daten übermitteln, sondern auch 100 Watt Leistung übertragen können. Mit Thunderbolt 5, welches etwa bei aktuellen Macbooks oder Intel-Laptops verwendet wird, wird Power Delivery 3.1 eingeführt, wodurch maximal 240 Watt per USB geladen werden können.
Thunderbolt-Kabel erkennen wir wie gesagt am Blitz-Symbol auf dem Stecker. Allerdings unterscheidet der Standard optisch nicht zwischen Thunderbolt 4 und Thunderbolt 5. Zudem dürfen solche Kabel nur maximal zwei Meter lang sein.
Um das perfekte Kabel herauszufinden, sollten wir also die Beschreibungen der Hersteller studieren. Am besten kaufen wir ein Thunderbolt-5-Kabel und markieren dieses farblich oder mittels Klebeband. Manchmal wird die Zahl 5 für die fünfte Generation bereits aufgedruckt. Manuelles Probieren bleibt uns nur übrig, wenn das Kabel als USB-C-, nicht aber als Thunderbolt-Kabel erkennbar ist.
Das Problem: USB-C kann vom modernen USB4, welches quasi Thunderbolt 4 entspricht und etwa bei vielen AMD-Laptops genutzt wird, bis hin zum langsamen und alten USB 2.0 reichen. Ein Anhaltspunkt kann das Doppel-S-Symbol am Kabel und der Buchse sein. Dies weist auf USB Super Speed, also mindestens USB 3.1 Gen1 hin. Manchmal wird das Doppel-S auf ein Batteriesymbol gedruckt. Dies gibt eine Kompatibilität zu Power Delivery mit mindestens 100 Watt an.
Probieren und markieren
Gerade zu günstigen Geräten beigelegte Kabel können von minderer Qualität sein, da Hersteller einfach Herstellungskosten sparen und etwa USB-2.0-Kabel verkaufen. Auch manche Smartphone-Hersteller liefern Kabel mit, die zwar für Telefone ausreichen, bei Laptops aber an ihre Grenzen kommen.
Es ist deshalb sinnvoll, unsere vorhandenen USB-Kabel am Laptop auszuprobieren und sie mit unterschiedlichen Farben oder anderen Markierungen zu kennzeichnen. Alternativ können wir ein Kabel und Netzteil direkt beim Hersteller kaufen. Die EU-Richtlinie sieht schließlich auch vor, dass Unternehmen passendes Zubehör optional anbieten müssen.
Zwar ist die EU-Lösung nicht ohne Probleme, da sie bei der Implementierung von USB-C als Ladestandard nicht strikt genug definiert und so Hersteller etwa zum Nutzen von Thunderbolt oder USB4 zwingt. Allerdings ist es sinnvoll, durch Gesetze einheitliche Standards zu definieren. Am Ende sparen wir den Gang zur Elektromülltonne und die EU eine Menge potenziellen Elektroschrott.
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