EU-Richtlinie: Ausweiskontrollen auf Inlandsflügen geplant

Ein Gesetzesentwurf der EU-Kommission sieht vor, dass Fluggesellschaften bald verpflichtet sein werden, bei allen Flügen erweiterte Fluggastdaten (Advanced Passenger Information, API) zu erheben, die die Identitätsangaben der Passagiere enthalten. Dies würde sogar für reine Inlandsflüge oder Reisen innerhalb des Schengen-Raums gelten, die derzeit von solchen Kontrollen ausgenommen sind, schreibt der Spiegel. Der Plan zielt darauf ab, die Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern, wirft aber auch Fragen zur Effizienz und zum Komfort der Fluggäste auf.
Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Fluggesellschaften selbst und nicht die Grenzbeamten für die Durchführung dieser Identitätskontrollen zuständig sind. Dies könnte zu Verzögerungen an den Abfertigungsschaltern führen, insbesondere für Passagiere, die nur mit Handgepäck reisen.
Komfortverluste für die Passagiere befürchtet
Jan-Christoph Oetjen (FDP), Mitglied des Europäischen Parlaments, äußerte sich besorgt über diese neue Entwicklung. Er befürchtet, dass Passagiere nun auch dann am Check-in-Schalter ihre Ausweise scannen lassen müssen, wenn sie nur mit Handgepäck reisen. "Die Zeiten, in denen man einfach zum Gate gehen und abheben konnte, wären vorbei" , warnt er gegenüber dem Spiegel(öffnet im neuen Fenster) .
Oetjen bezweifelt auch, dass die Ausweiskontrolle mit der Ticketkontrolle beim Einsteigen in das Flugzeug zusammenfällt. Er glaubt, dass es zu erheblichen Verzögerungen kommen könnte, wenn es in dieser Phase Probleme gäbe. In einigen Fällen könnte den Passagieren sogar das Boarding verweigert werden. Er geht davon aus, dass die Kontrolle schon vor dem unmittelbaren Boarding erfolgen wird.