EU-Regulierungen: Google warnt vor schlechteren Suchergebnissen durch EU-Regeln
Google hat Änderungen an seinen Online-Suchergebnissen in Europa eingeführt, um den Anforderungen der EU-Wettbewerbsbehörden zu entsprechen. Das berichtet Reuters(öffnet im neuen Fenster). Das Unternehmen ist überzeugt, dass diese Maßnahmen die Qualität des Dienstes verringern und die Kosten für europäische Unternehmen erhöhen. Laut Google handelt es sich um den größten Qualitätsverlust in der 29-jährigen Geschichte der Suchmaschine.
Die Europäische Kommission stellt die Anpassungen hingegen als Maßnahme dar, um eine Chancengleichheit für Unternehmen bei der Darstellung auf Google zu schaffen. Aus der Sicht von Google bevorzugen die Änderungen jedoch Preisvergleichssektoren wie Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants, etwa Expedia oder Booking.com. Diese Preisvergleichsdienste erhalten mehr Sichtbarkeit in den Suchergebnissen als einzelne Unternehmen aus diesen Branchen, die lediglich mit Verlinkungen zu ihren Websites, Telefonnummern und Adressen gelistet sind.
Änderungen am Suchaufbau
Bei Suchanfragen zu Hotels, Flügen und Restaurants platzieren die neuen Suchergebnisse beispielsweise oben auf der Seite eine spezialisierte Suchmaschine, gefolgt von zwei weiteren Diensten mit weniger Details sowie einem Karussell mit weiteren Angeboten aus derselben Branche. Wichtige Funktionen wie Echtzeitpreise wurden aus dieser Darstellung entfernt. Die Reihenfolge der Platzierungen wird durch den Algorithmus von Google bestimmt.
Tests mit Millionen von Nutzern in Europa sollen laut Google eine hohe Unzufriedenheit gezeigt haben, da Anfragen erneut hätten eingegeben werden müssen. Frühere Anpassungen an den Digital Markets Act (DMA) führen laut Unternehmensangaben ferner zu einem Rückgang des kostenlosen, direkten Buchungsverkehrs zu europäischen Unternehmen um 30 Prozent. Belege oder Rohdaten für diese Zahlen legte Google jedoch nicht vor. Google erwartet, dass die neuen Änderungen diese Unternehmen weiter beeinträchtigen. Nutzer außerhalb der EU sind von den Anpassungen nicht betroffen.
Mögliche Strafen durch die EU
Im Juli verhängte die EU-Kommission eine Geldbuße von 460 Millionen Euro gegen den Konzern. Grund dafür war die Bevorzugung eigener Dienste in den Bereichen Shopping, Hotels, Transport und Sport. Zudem drohten Strafen von bis zu 5 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes, falls die DMA-Vorgaben nicht innerhalb von 60 Tagen umgesetzt werden.
Eine weitere Strafe in Höhe von 430 Millionen Euro wurde im Juli wegen Einschränkungen beim Google Play Store ausgesprochen. In seinen knapp zwei Jahrzehnte dauernden Auseinandersetzungen mit EU-Wettbewerbsbehörden sammelte Google insgesamt 10,38 Milliarden Euro an Kartellstrafen an.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


