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EU-Referendum: IT-Wirtschaft warnt vor Nachteilen durch den Brexit

In zwei Wochen stimmt Großbritannien über den Austritt aus der Europäischen Union ab. Die deutsche IT-Branche rechnet bei einem Brexit mit Nachteilen für das digitale Europa.

Artikel veröffentlicht am ,
Kampagne der Austrittsbefürworter in Großbritannien
Kampagne der Austrittsbefürworter in Großbritannien (Bild: Christopher Furlong/Getty Images)

In zwei Wochen stimmt erstmals ein Mitglied der Europäischen Union über den Austritt aus der Staatengemeinschaft ab. Befürworter und Gegner des britischen EU-Austritts liefern sich in den Umfragen weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Derzeit liegen beide Lager mit etwas mehr als 40 Prozent gleichauf. Ebenso unsicher wie der Ausgang der Wahl scheinen die Folgen eines möglichen Brexit zu sein. Auch für die IT-Wirtschaft.

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So teilte der IT-Branchenverband Bitkom auf Anfrage von Golem.de mit: "Die wirtschaftlichen Folgen für die IT-Branche lassen sich derzeit nicht seriös abschätzen." Alles hänge davon ab, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern danach vertraglich geregelt würden, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Derzeit rangiere Großbritannien knapp hinter Frankreich auf Rang zwei der Liste der wichtigsten Exportmärkte für die Bitkom-Branche. So seien 2015 IT-Produkte im Wert von 2,9 Milliarden Euro auf die Insel geliefert worden.

Nein wäre Signal für starkes digitales Europa

"Jedes Hemmnis für einen freien Austausch von Waren birgt damit die Gefahr, dass es auch zu Umsatzverlusten bei Anbietern in Deutschland kommt", sagte Rohleder. Er forderte daher "ausreichend lange Übergangsregelungen, damit die Unternehmen sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen können". Zudem befürchtet der Verband, dass ein zersplittertes Europa im Wettlauf der digitalen Märkte gegenüber Ländern wie den USA oder China weiter ins Hintertreffen geraten könnte. "Was wir brauchen, ist ein Schulterschluss der europäischen Partner, den Abbau von Hemmnissen und einen einheitlichen Rechtsrahmen - also einen echten europäischen digitalen Binnenmarkt", sagte Rohleder.

Ein digital zusammenwachsendes Europa wäre nach Ansicht des Bitkom "ein deutliches Zeichen gegen nationalistische Fliehkräfte, die nicht nur in Großbritannien versuchen, das Projekt eines gemeinsamen Europas zu zerstören". Aus diesem Grund wäre ein Nein der Briten zum Brexit "das richtige Signal für Europa, das richtige Signal für ein starkes digitales Europa". Der Branchenverband eco, der eher die mittelständische IT-Branche vertritt, wollte auf Anfrage kein Statement zu einem Brexit abgeben.

Datenaustausch dürfte schwieriger werden

Auch wenn die wirtschaftlichen Folgen schwer abzuschätzen sind: Rechtlich dürfte sich bei den Themen Datenschutz und Datenaustausch einiges ändern. Probleme wie mit den USA über die Gültigkeit des Safe-Harbor-Abkommens gäbe es dann auch mit Großbritannien. Die EU müsste dann mit den Briten ebenfalls Vereinbarungen aushandeln, wie die persönlichen Daten von EU-Bürgern geschützt werden sollen. Da die britischen Geheimdienste ebenso wie ihre US-amerikanischen Pendants große Zugriffsrechte auf Daten besitzen, könnte dies zu vergleichbaren Schwierigkeiten führen. Die großen IT-Konzerne aus den USA würden vermutlich ihre Rechenzentren dann lieber gleich in einem EU-Mitgliedsstaat ansiedeln, um solche Probleme zu vermeiden.

Für die britische Startup-Szene könnte der Brexit ebenfalls Nachteile bedeuten. So befürchten Personalvermittler, dass es für junge britische Firmen deutlich schwieriger werde, die erforderlichen IT-Mitarbeiter zu finden. Einer Analyse des auf die Vermittlung von IT-Fachkräften spezialisierten Londoner Unternehmens Global M zufolge stammt jeder zweite Mitarbeiter eines britischen Startups aus dem Ausland. Selbst mit entsprechenden Visa-Erleichterungen sei Großbritannien in Zukunft nicht mehr ein so attraktiver Arbeitsort wie bisher. Die unvermeidlichen Visa-Gebühren und der schleppende Papierkram würden die Entscheidung für einen Umzug nach Großbritannien negativ beeinflussen. Der Brexit bedeutet nach Ansicht von Global M, dass der Pool potenzieller IT-Experten damit deutlich kleiner wird.



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Little_Green_Bot 11. Jun 2016

Von DEM Imperator habe ich auch nicht gesprochen. Es gibt aber imperial denkende...

DrWatson 11. Jun 2016

Es muss nicht immer alles politisch abgestimmt werden. Du darfst zu 100% selbst...

Little_Green_Bot 10. Jun 2016

Nee, also die Verschwörungs-Theorie mach' ich nicht mit. GB ist anglo-amerikanischer...

Anonymer Nutzer 10. Jun 2016

Und "Duktus" entlarvt dich als feurigen CDU Anhänger?

robinx999 10. Jun 2016

Da die EU eigentlich immer als Einheitlicher Wirtschaftsraum auftritt könnte ich mir...


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