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Werbeindustrie erwartet auch positive Folgen

Die Bundesregierung will 2018 nach eigenen Angaben einen Vorschlag an die Ratspräsidentschaft übermitteln, "der die Praktikabilität und Handhabbarkeit der Regelung sicherstellt". Impraktikabel wäre in der Tat, wenn die Nutzer für jede individuelle Änderung der Tracking-Einstellungen in das Browser-Menü wechseln müssten. Allerdings soll dies wohl erforderlich sein, wenn bestimmte Tracking-Tools wie Google Analytics global für sämtliche Webseiten freigeschaltet werden. Für die Nutzer wäre schon viel gewonnen, wenn die Firmen die Do-not-Track-Einstellungen im Browser wenigstens respektieren würden. Dafür dürfte in Zukunft die Vier-Prozent-Keule in der Datenschutzgrundverordnung sorgen, die auch bei Verstößen gegen die erlaubte Verarbeitung von Kommunikationsdaten wirksam werden soll.

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Problematisch für die Werbeindustrie: Da die ePrivacy-Verordnung vermutlich erst Ende 2019 in Kraft tritt, gilt bis dahin nach Ansicht der EU-Kommission gerade in Deutschland die Datenschutzgrundverordnung. Auf diese haben sich jedoch noch längst nicht alle Firmen eingestellt.

Werden Betrüger enttarnt?

Allerdings könnte die neue Regelung sogar "ein wahres Feuer in der Werbebranche entfachen", schrieb Christoph Thielecke, Geschäftsführer des Social-Video-Anbieters Unruly Deutschland, kürzlich im Fachblatt Horizont. Und weiter: "Betrüger und ihre betrügerischen Praktiken werden enttarnt und damit der Weg für innovative Entwicklungen geebnet. Besonders Rechtsanwälte werden profitieren, weil Unternehmen dafür Sorge tragen müssen, die neue EU-weite Rechtsvorschrift zu verstehen und dann auch umzusetzen." Wenn schon die Branche selbst auf eine positive Marktbereinigung hofft, kann die Reform eigentlich nicht so schlecht sein.

Was den Zugriff auf Videoinhalte innerhalb der EU betrifft, wartet das Jahr 2018 bereits mit einer nutzerfreundlichen Neuerung auf. Wer in Deutschland kostenpflichtige Streamingdienste für Musik, Videos oder auch Fernsehangebote abonniert hat, kann diese von April an ohne Zusatzgebühren für einen beschränkten Zeitraum auch im EU-Ausland nutzen. Dies gilt aber nur vorübergehend: wenn der Kunde eine längere Zeit im Ausland tätig ist oder sich im Urlaub befindet. Die Anbieter werden daher dazu verpflichtet, den Wohnsitz ihrer Kunden zu prüfen und abhängig davon die betreffenden Inhalte zur Verfügung zu stellen.

Streit über EU-weiten Zugriff auf Mediatheken

Wie der europaweite Zugang zu kostenlosen Inhalten geregelt wird, steht aber noch nicht fest. Hier hat das Parlament kürzlich einen weitreichenden Vorschlag der EU-Kommission zur Abschaffung des Geoblockings stark abgeschwächt. Demnach wollen die EU-Abgeordneten lediglich "Nachrichtensendungen und Sendungen zur politischen Information" europaweit per Internet zugänglich machen. Der Ministerrat geht jedoch weiter. Mitte Dezember einigten sich die Vertreter der EU-Staaten auf die Position, dass alle Eigenproduktionen der Fernsehsender automatisch innerhalb der EU in den Mediatheken zur Verfügung stehen, wenn die Rechte im Ursprungsland geklärt sind.

Sportveranstaltungen ausgenommen

Ausgenommen sollen alle Sportveranstaltungen sowohl für Radio- als auch für Fernsehprogramme sein, was derzeit sogar auf nationaler Ebene schon häufig der Fall ist. Für Fernsehprogramme sollen alle Werke ausgenommen werden, die von den Rundfunkveranstaltern gemeinsam mit dritten Parteien produziert werden, sowie alle Inhalte, an denen die Rundfunkveranstalter die Rechte von Dritten erwerben.

Je nach Sender wäre damit ein sehr unterschiedlich großer Anteil des Programms europaweit verfügbar. Einem Hintergrundpapier der EU-Kommission zufolge würde das im Falle der ARD 94 Prozent des Programms betreffen, bei der britischen BBC noch 70 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass die EU-Kommission zumindest versuchen wird, die Position des Rates in den Trilog-Verhandlungen 2018 durchzusetzen.

Mit den ausstehenden Änderungen bei Datenschutz, Geoblocking und Urheberrecht stehen für das Jahr weitreichende Entscheidungen auf dem Programm der EU. Es bleibt zu hoffen, dass die Politiker bei aller Notwendigkeit zum Kompromiss gelegentlich einsehen, dass Konzepte wie das Leistungsschutzrecht in Extremform verheerend sind und in abgeschwächter Form hoffentlich wirkungslos verpuffen. Da wäre es besser, gleich von Anfang an etwas Sinnvolles zu beschließen. Das Internet kann durchaus erwachsener und seriöser werden, sollte aber nicht gleich in Rente gehen.

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 Regierung ringt um Position zu ePrivacy
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MFGSparka 05. Jan 2018

Das sich hier wirklich was ändert, kannst du getrost vergessen ;-)

MFGSparka 05. Jan 2018

Ich beschäftige mich jetzt schon ein paar Tage mit dem Thema und mir ist immer noch kein...

/mecki78 04. Jan 2018

Das sagt Golem jetzt. Jetzt ist die EU auf einmal toll, die EU Verordnung toll und die...

Arsenal 04. Jan 2018

Ist eh nicht mehr in der EU... oder vielleicht doch, mal sehen...


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