Abo
  • Services:

EU-Kommissionspräsident: Oettinger soll den Mund halten

Günther Oettingers rassistische und homosexuellen-feindliche Äußerungen bringen ihm eine Rüge des EU-Kommissionspräsidenten ein. Zurücktreten muss er jedoch bisher nicht.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Günther Oettinger gibt seinen Posten als Digitalkommissar ab.
Günther Oettinger gibt seinen Posten als Digitalkommissar ab. (Bild: Adam Berry/Getty Images)

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verpasst seinem deutschen Kommissar Günther Oettinger eine Rüge. Juncker forderte Oettinger nach dessen Schlitzaugen-Affäre auf, sich künftig nur noch zu Themen zu äußern, die etwas mit seinem Aufgabenbereich zu tun haben.

Stellenmarkt
  1. symmedia GmbH, Bielefeld
  2. Hines Immobilien GmbH, Berlin

"Die Kommissare sollten sich bei öffentlichen Äußerungen darauf beschränken, Probleme anzusprechen, die etwas mit ihrem Portfolio zu tun haben, statt gewagten Eingebungen zu folgen", sagte Juncker in einem Interview der belgischen Tageszeitung Le Soir. Dies habe er im Gespräch mit Oettinger klargestellt.

Oettinger, der in der EU-Kommission aktuell für den Bereich digitale Wirtschaft zuständig ist, hatte in einer Rede in Hamburg unter anderem Chinesen als "Schlitzaugen" bezeichnet, von einer "Pflicht-Homoehe" gesprochen und missverständliche Äußerungen zur Frauenquote gemacht. Daraufhin sah er sich tagelang mit scharfer Kritik und Rücktrittsforderungen konfrontiert. Zu einer Entschuldigung kam es erst, nachdem es am Mittwoch ein Krisengespräch mit Juncker gegeben hatte.

"Ein Kommissar kann so etwas nicht von sich geben"

"Er hat den Eindruck erweckt, dass er etwas gegen Chinesen, Homosexuelle und andere hat. Ein Kommissar kann so etwas nicht von sich geben", kommentierte Juncker jetzt. "Ich habe ihm gesagt, dass er sich entschuldigen muss."

Dem Bericht des Verlegers Sebastian Marquardt zufolge soll Oettinger zunächst vor dem wachsenden Einfluss der "Schlitzaugen" gewarnt haben. Dann lästerte er über eine chinesische Ministerdelegation in Brüssel mit den Worten: "Neun Männer, eine Partei, keine Demokratie. Keine Frauenquote, keine Frau - folgerichtig. Alle: Anzug, Einreiher, dunkelblau. Alle: Haare von links nach rechts mit schwarzer Schuhcreme gekämmt. Und wir, wir haben bald mehr Gremien als Einwohner." Zuvor hatte er jedoch gefordert, dass Europa nicht nur die Mercedes S-Klasse, sondern auch Werte exportieren müsse.

Ob die Schlitzaugen-Affäre mittelfristig Konsequenzen für Oettingers Karriere in Brüssel haben könnte, ließ Juncker in dem Interview offen. Er hatte dem Deutschen nämlich kurz vor Bekanntwerden der umstrittenen Rede eine Beförderung in Aussicht gestellt. So soll Oettinger künftig eigentlich nicht mehr für das Ressort Digitalwirtschaft, sondern für die Ressorts Haushalt und Personal zuständig sein. In diesem Zusammenhang war auch davon die Rede, dass der 63-Jährige einer der Vizepräsidenten der mächtigen Brüsseler Behörde werden könnte.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 116,75€ + Versand
  2. und 50€-Steam-Guthaben erhalten
  3. bei dell.com

Nikolai 08. Nov 2016

Die widerspricht gar nichts! Psychopathische Ausnahmen gibt es natürlich immer! Das ist...

Nikolai 08. Nov 2016

Es hört auf wo Rassismus anfängt! Ganz einfach! Rassismus ist nicht zu akzeptieren! Auch...

TrollNo1 08. Nov 2016

Der Haken daran ist jedoch, dass die EU Richtlinien einen Großteil unserer Gesetze...

Flobee 08. Nov 2016

Vor allem, wenn man schon mal volltrunken die Staatschefs begrüßt (leicht bei youtube zu...

Flobee 08. Nov 2016

werfe den ersten Stein. Mal im ernst, all die superguten und klugen Menschen, die sich...


Folgen Sie uns
       


The Cleaners - Interview mit den Regisseuren

Die beiden deutschen Regisseure Moritz Riesewieck und Hans Block schildern im Interview mit Golem.de Hintergründe über ihren Dokumentationsfilm The Cleaners.

The Cleaners - Interview mit den Regisseuren Video aufrufen
EU-Urheberrechtsreform: Wie die Affen auf der Schreibmaschine
EU-Urheberrechtsreform
Wie die Affen auf der Schreibmaschine

Nahezu wöchentlich liegen inzwischen neue Vorschläge zum europäischen Leistungsschutzrecht und zu Uploadfiltern auf dem Tisch. Sie sind dilettantische Versuche, schlechte Konzepte irgendwie in Gesetzesform zu gießen.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media darf Google weiterhin bevorzugen
  2. EU-Verhandlungen Regierung fordert deutsche Version des Leistungsschutzrechts
  3. Fake News EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen

Steam Link App ausprobiert: Games in 4K auf das Smartphone streamen
Steam Link App ausprobiert
Games in 4K auf das Smartphone streamen

Mit der Steam Link App lassen sich der Desktop und Spiele vom Computer auf Smartphones übertragen. Im Kurztest mit einem Windows-Desktop und einem Google Pixel 2 klappte das einwandfrei - sogar in 4K.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Valve Steam Spy steht nach Datenschutzänderungen vor dem Aus
  2. Insel Games Spielehersteller wegen Fake-Reviews von Steam ausgeschlossen
  3. Spieleportal Bitcoin ist Steam zu unbeständig und zu teuer

Black-Hoodie-Training: Einmal nicht Alien sein, das ist toll!
Black-Hoodie-Training
"Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"

Um mehr Kolleginnen im IT-Security-Umfeld zu bekommen, hat die Hackerin Marion Marschalek ein Reverse-Engineering-Training nur für Frauen konzipiert. Die Veranstaltung platzt inzwischen aus allen Nähten.
Von Hauke Gierow

  1. Ryzenfall CTS Labs rechtfertigt sich für seine Disclosure-Strategie
  2. Starcraft Remastered Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert

    •  /