EU-Kommission: Zehn Datenräume für die digitale Zukunft Europas

Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen will mit einer neuen Digitalstrategie europäische Daten besser nutzbar machen. Wie die vollmundigen Ankündigungen konkret umgesetzt werden, ist aber noch offen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Kommissionspräsidentin von der Leyen setzt auf die breite Nutzung vieler Daten.
Kommissionspräsidentin von der Leyen setzt auf die breite Nutzung vieler Daten. (Bild: Yves Herman/Reuters)

Die Europäische Union soll mit einer neuen Digitalstrategie "zur attraktivsten, sichersten und dynamischsten datenagilen Wirtschaft der Welt" werden. Dazu sollen nach dem Willen der EU-Kommission zehn "sektor- und bereichsspezifische Datenräume" beitragen und die Daten mit Hilfe künstlicher Intelligenz besser genutzt werden. "Ich möchte ein digitales Europa, das das Beste Europas widerspiegelt: offen, fair, vielfältig, demokratisch und selbstbewusst", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung der Pläne am Mittwoch in Brüssel. Digitalkommissar Thierry Breton machte deutlich: "Es sind nicht wir, die sich an heutige Plattformen anpassen müssen, es sind die Plattformen, die sich an Europa anpassen müssen."

Inhalt:
  1. EU-Kommission: Zehn Datenräume für die digitale Zukunft Europas
  2. Mit KI zur Klimaneutralität

Allerdings handelt es sich bei den Plänen nur um Ankündigungen sowie ein Weißbuch zur KI (PDF). Erste Gesetzesinitiativen zu den Datenräumen sind für Ende 2020 geplant, ein sogenannter Delegierter Akt zu Datensätzen könnte Anfang 2021 folgen. Darüber hinaus will die Kommission im Laufe dieses Jahres ihren Vorschlag für ein Digitale-Dienste-Gesetz vorlegen.

Leichteres Datenaustausch in Datenräumen

Zu den Vorhaben gehört, dass Daten innerhalb der EU künftig einfacher ausgetauscht werden können und so technische Innovation antreiben. Von den Datensets sollen Behörden, Unternehmen und die Wissenschaft profitieren. "Je mehr Daten wir haben, desto klüger werden unsere Algorithmen", sagte die CDU-Politikerin von der Leyen.

Deshalb sei der Zugang zu Daten entscheidend. Bislang gebe es ein riesiges ungenutztes Potenzial. Für Bereiche wie Verkehrssektor, Gesundheitssystem oder Klimaschutz sollen eigene Datenräume geschaffen werden, in denen Daten gespeichert und ohne Hindernisse ausgetauscht werden können.

Nichtssagende Zahlen zu Datenmengen

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Dabei verweist die EU-Kommission in ihrer Datenstrategie jedoch auf Zahlen, die auf wenig Verständnis für die einzelnen Bereiche schließen lassen. So heißt es zum Thema Fahrzeugdaten: "Moderne Kraftfahrzeuge erzeugen heute rund 25 Gigabyte an Daten pro Stunde und bei autonomen Kraftfahrzeugen werden es sogar mehrere Terabyte sein, die für innovative mobilitätsbezogene Dienste sowie für Reparatur- und Wartungsdienste genutzt werden können." Denn die Tatsache, dass Sensorsysteme automatisierter und autonomer Fahrzeuge Terabytes an Rohdaten erzeugen, bedeutet nicht, dass diese Datenmenge irgendwie genutzt werden kann. Dazu reichen oft wenige Byte aus, die aus der internen Verarbeitung der Daten generiert werden.

In diesem Zusammenhang will die EU-Kommission dafür sorgen, "dass solche Fahrzeugdaten auf sichere und gut strukturierte Weise und im Einklang mit dem Wettbewerbsrecht von zahlreichen verschiedenen Wirtschaftsakteuren gemeinsam genutzt werden". Dabei soll eine Überarbeitung der Rechtsvorschriften "die Rechte und Interessen der Fahrzeughalter, die die Daten erzeugen, wahren und die Einhaltung der Datenschutzvorschriften gewährleisten". Offen bleibt, inwieweit Fahrzeughalter über die Nutzung der Fahrzeugdaten künftig frei entscheiden können.

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