EU-Kommission: Vodafone kann Unitymedia kaufen

Vodafone darf das Kabelnetzgeschäft von Liberty Global in Europa unter milden Auflagen übernehmen. Wie die Europäische Kommission am 18. Juli 2019 bekannt gab(öffnet im neuen Fenster) , ist der Kauf lediglich an die angebotene Öffnung des Netzes an die Telefónica gebunden. Vodafone muss auch weiterhin Signale frei empfangbarer Fernsehsender übertragen.
Vodafone hat damit die kartellrechtliche Genehmigung der EU für den 22-Milliarden-Dollar-Kauf (18,4 Milliarden Euro) der Kabelnetze von Liberty Global in Deutschland und Mitteleuropa erhalten, nachdem das Unternehmen im Mai Konzessionen angeboten hatte. Die EU-Kommission hatte noch bis zum 23. Juli Zeit, um über die Übernahme zu entscheiden.
Im Rahmen des EU-Verfahrens hatte Vodafone eine Vereinbarung über die Öffnung des fusionierten Kabelnetzes für Telefónica Deutschland vorgestellt .
Durch den Zugang zum Kabelnetz kann Telefónica Deutschland sein bundesweites Angebot mit Internet im Festnetzbereich deutlich ausbauen. Vodafone vermietet an Telefónica aber ausschließlich Kabelanschlüsse mit Geschwindigkeiten von maximal 300 MBit/s.
EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte: "Unter dem Vorbehalt von Abhilfemaßnahmen, die sicherstellen sollen, dass Kunden weiterhin in den Genuss von fairen Preisen, hochwertigen Dienstleistungen und innovativen Produkten kommen, haben wir heute die Übernahme der Geschäftstätigkeit von Liberty Global in Tschechien, Deutschland, Ungarn und Rumänien durch Vodafone genehmigt."
Die Behörde habe keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass wegen der Übernahme direkter, indirekter oder potenzieller Wettbewerb wegfallen könnte. Daher sei die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss angesichts der vorgelegten Zusagen den Wettbewerb nicht gefährde. Der Genehmigungsbeschluss sei an die Umsetzung der Verpflichtungszusagen in vollem Umfang gebunden.
Auf die EU-Genehmigung wird jetzt das so genannte Closing (Vollzug des Kaufvertrags) zum Monatsende erwartet - damit könne die Integration beginnen, erklärte Vodafone(öffnet im neuen Fenster) .



