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EU-Kommission: Starlink und Amazon Leo sollen EU-Frequenzen bekommen

Das 2-GHz-MSS-Band wird bislang von US-Konzernen beherrscht. Doch auch bei der Neuvergabe will die EU-Kommission Starlink oder Amazon Leo wieder zum Zug kommen lassen.
/ Achim Sawall
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Starlink-Mobile-Präsentation beim Mobile World Congress 2026 in Barcelona (Bild: Achim Sawall/Golem)
Starlink-Mobile-Präsentation beim Mobile World Congress 2026 in Barcelona Bild: Achim Sawall/Golem
Inhalt
  1. EU-Kommission: Starlink und Amazon Leo sollen EU-Frequenzen bekommen
  2. Was D2D ist, was es kann und was noch nicht

Starlink und Amazon Leo könnten im kommenden Jahr Anteile am europäischen Mobilfunk-Satellitenspektrum für Direkt To Device erwerben. Das hat die EU-Kommission am 27. Mai 2026 vorgeschlagen(öffnet im neuen Fenster). Das MSS-Spektrum, auch 2-GHz-MSS-Band genannt, ist bislang vollständig in US-amerikanischer Hand. Es gehört zur Hälfte durch die Übernahme von Inmarsat zu Viasat und durch den Kauf von Echostars Frequenzen zu SpaceX von Elon Musk.

Im Mai 2027 sollen die Frequenzen neu vergeben werden. Die US-Regierung und die US-Bundesbehörde Federal Communications Commission (FCC) üben laut Insider-Informationen, die Golem vorliegen, massiven Druck auf Europa aus, Starlink die Verfügungsgewalt über die Frequenzen zu lassen. Wenn nur noch ein Drittel des Spektrums von 2x30MHz für nicht-europäische Firmen zur Verfügung steht, dann bedeutet das, dass SpaceX mindestens ein Drittel seines heutigen Spektrums von 2x15MHz verliert. Die US-Regierung könnte sich als Vergeltung für den teilweisen Entzug von SpaceX' 2-GHz-Frequenzen in Europa an der Deutschen Telekom rächen, die durch ihre Tochter T-Mobile US stark von dem Landesmarkt abhängt.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hatte die Forderung eines Kommissars, das gesamte Spektrum ausschließlich europäischen Unternehmen und Institutionen vorzubehalten, zu einem Konflikt mit der für Technologie zuständigen EU-Kommissarin Henna Virkkunen geführt, in dem Virkkunen sich durchgesetzt hat(öffnet im neuen Fenster).

Ein Drittel der Frequenzen für Iris²

Ein Drittel der Frequenzen ist nach dem EU-Vorschlag nun ausschließlich für staatliche, militärische und kritische Sicherheitskommunikation reserviert, muss von einem EU-Betreiber bereitgestellt werden und ist integriert in die EU-Infrastruktur Iris². Das Iris²-System der Europäischen Union ist ein aus 290 Satelliten bestehendes Multi-Orbit-Netzwerk, das als Antwort auf Starlink konzipiert wurde.

Zwei Drittel sind laut EU-Kommission für kommerzielle Zwecke wie Direct-to-Device-Mobilfunk oder Internet der Dinge vorgesehen. Eine Hälfte davon ist exklusiv für EU-Wirtschaftsteilnehmer verplant, die andere soll explizit für die Nutzung durch EU- und Nicht-EU-Betreiber bestimmt sein. Laut Reuters sind britische und norwegische Firmen an den Frequenzen interessiert.

Laut Informationen von Golem ist die Frage jedoch, welcher europäischer Betreiber überhaupt technisch und vor allem finanziell in der Lage ist, diese Frequenzen zu nutzen. Aktuell gibt es mit SES nur einen europäischen Satellitenbetreiber mit der notwendigen Größe, der Ambitionen für eine D2D-Konstellation hat. Ob SES aber geschätzte fünf bis zehn Milliarden Euro für eine D2D-Konstellation aufbringen kann, bleibe fraglich.


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