Was D2D ist, was es kann und was noch nicht
D2D erlaubt Smartphones oder IoT-Sensoren, direkt mit Satelliten im Weltraum (Low Earth Orbit) zu kommunizieren. Das Signal geht vom Smartphone direkt in den Weltraum und von dort zur Bodenstation. Dies erlaubt eine lückenlose, weltweite Abdeckung, die aber bislang auf Notfall-SMS oder grundlegende Messengerdienste beschränkt ist, weil der Satellit Hunderte Kilometer entfernt ist und die Signale auf dem Weg enorm an Stärke verlieren. LEO-Satelliten bewegen sich zudem sehr schnell über den Himmel. Dies verursacht enorme Frequenzverschiebungen (Doppler-Effekt), die mit sehr schmalbandigen Signalen technisch leichter ausgleichbar sind als mit breiten Datenkanälen.
Das wird aber nicht so bleiben, denn die Branche arbeitet an einem kontinuierlichen Ausbau: Im Rahmen der Non-Terrestrial-Network-Standards (NTN) der 3GPP (ab Release 18 und 19) werden immer leistungsfähigere Protokolle entwickelt. Satelliten werden mit immer größeren und leistungsstärkeren Phased-Array-Antennen ausgestattet, die schwache Smartphone-Signale besser bündeln können.
Für die nahe Zukunft sind via Satellit Datenraten von 5 bis 10 MBit/s geplant. Die Nutzung wird sich also schrittweise von reinen Notfall-SMS hin zu Sprach- und Datendiensten erweitern.
IPO: Starlink will die Mobilfunk-Weltherrschaft
In dem S-1-Formular für den SpaceX-IPO werden weitreichende weltweite Ambitionen für Starlink Mobile (Direct-to-Device/Satellit-zu-Smartphone) deutlich. Bislang wurde der Dienst primär als Ergänzung vermarktet, um netzlose Regionen ("Dead Zones") oder Notrufe abzudecken. Im IPO-Prospekt stellt SpaceX jedoch klar, dass es langfristig als primäre Konnektivitätsoption (preferred connectivity experience) konkurrieren wolle, und zwar explizit auch in vorstädtischen und städtischen Gebieten. SpaceX plant, mithilfe von Satelliten der nächsten Generation und des von Echostar übernommenen Funkspektrums eine Verbindung anzubieten, die mit terrestrischen Mobilfunknetzen vergleichbar ist. Das Ziel sind "5G-Geschwindigkeiten von bis zu 150 MBit/s pro Nutzer".
SpaceX beziffert den gesamten adressierbaren Markt (Total Addressable Market) für Starlink Mobile auf 740 Milliarden US-Dollar. Da diese Zahl den weltweiten Mobilfunkmarkt inklusive von rund acht Milliarden Geräten umfasst, muss das Unternehmen den Dienst als umfassenden Mobilfunkherausforderer und nicht nur als Nischenprodukt positionieren.
Um die Kapazität und Netzabdeckung in dicht besiedelten Gebieten zu erhöhen, deutet SpaceX unter Verweis auf FCC-Anträge an, in den USA auch bodengebundene Infrastruktur aufzubauen, wodurch ein hybrides Satelliten-/Terrestrik-Netzwerk entstehen könnte.
Das sei jedoch so aufgeblasen wie die ganze IPO und Elon Musk selbst, meinen Branchenexperten zu Golem. Unabhängig davon, wie groß das Potenzial für Satellitendienste ist, brauche SpaceX Spektrum. Aktuell erreicht der Dienst rund 7,4 Millionen Geräte pro Monat in etwa 30 Ländern, wobei der Umsatz pro Nutzer (ARPU) im Vergleich zu klassischen Mobilfunkkonzernen noch extrem gering ist und global auf rund acht US-Dollar geschätzt wird.
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