EU-Kommission: Behördenmitarbeiter sollen Signal verwenden

Nach Datenpannen und Spionage setzt die EU-Kommission auf den Messenger Signal. Allerdings kann der Messenger nicht zur Kommunikation mit dem EU-Parlament eingesetzt werden - dort verbietet die IT-Abteilung die Installation und verweist auf Whatsapp.

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Mit dem Messenger Signal werden Nachrichten sicher übertragen.
Mit dem Messenger Signal werden Nachrichten sicher übertragen. (Bild: Signal)

Mitarbeiter der EU-Kommission sollen den Messenger Signal verwenden. Das Onlinemagazin Politico zitiert aus einer internen Mitteilung an die Behördenmitarbeiter, demnach wurde "Signal als die empfohlene Anwendung für öffentliche Instant Messaging-Anwendungen ausgewählt". Nach Datenpannen und Spionage möchte die EU-Kommission diplomatische Informationen besser schützen. Dazu gehöre auch, dass Kommissionsbeamte verpflichtet seien, auch nicht eingestufte sensible Informationen nur per verschlüsselter E-Mail zu übertragen, zitiert Politico einen Beamten. Signal werde vor allem für die Kommunikation zwischen Behördenmitarbeitern und Personen außerhalb der Institution empfohlen.

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Für die Kommunikation mit Mitarbeitern des EU-Parlamentes kann Signal jedoch nicht verwendet werden: Die IT-Abteilung des Europaparlaments hat Abgeordneten im EU-Parlament die Installation der Desktop-App des Messengers untersagt und verweist stattdessen auf Whatsapp. Dort kommt zwar auch die von Signal entwickelte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz, im Unterschied zu Signal ist Whatsapp jedoch nicht Open Source, der Quellcode lässt sich also nicht überprüfen. Anders als Signal teilt Whatsapp zudem die Metadaten mit seinem Mutterkonzern Facebook, statt sie zu reduzieren.

Derweil habe ein Ausschusssekretariat im Europaparlament eine Whatsapp-Gruppe für die Mitglieder einer Delegation aus Abgeordneten eingerichtet, twitterte der politischer Referent der Fraktion Grüne/EFA im Europaparlament, Ralf Bendrath. Die Delegation soll in Kürze nach Washington reisen. Auch in Deutschland ist das Bundesinnenministerium noch auf der Suche nach einem Messenger für die Bundesbehörden.

Sicherheitspolitiker und Strafverfolger fordern Hintertüren

Die Empfehlung der EU-Kommission, auf einen sicheren Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu setzen, zeigt auch, wie wichtig eine starke Verschlüsselung ist, die eben nicht zu Zwecken der Spionage geknackt werden kann. Strafverfolgungsbehörden und Sicherheitspolitiker aus den USA und der EU fordern immer wieder, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durch Hintertüren abzuschaffen. Beispielsweise hält der US-Justizminister William Barr Verschlüsselung für "gefährlich und inakzeptabel", wenn Strafverfolgungsbehörden diese nicht umgehen könnten.

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Im Mai wurden Pläne von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bekannt, Messenger zu einer Abhörschnittstelle zu zwingen. Messenger, die diese nicht umsetzen, sollen nach den Plänen blockiert werden. Die Forderungen übersehen jedoch, dass die Schwächung der Verschlüsselung zu weniger Sicherheit führt, beispielsweise der diplomatischen Informationen der EU-Kommission.

Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) kritisiert die Argumentation der staatlichen Behörden, durch Verschlüsselung keinen Zugang mehr zu Informationen zu haben. Vielmehr lebten die Ermittler in einem goldenen Zeitalter der Überwachung: Selbst ohne den direkten Zugriff auf Inhalte könnten Personen mithilfe von Metadaten oder Standortdaten von Handys überwacht werden.

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cpt.dirk 21. Mär 2020

Nicht kürzen - kündigen!

Keep The Focus 23. Feb 2020

naja Signal läuft auf Amazon. Wenn amazon lustig ist, könnten die Metadaten sammeln...

Keep The Focus 23. Feb 2020

+1

Keep The Focus 23. Feb 2020

Wer auf dem 36C3 die Ausreden von Signal gegen Entfernung des Telefonnumernzwangs und...



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