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EU-Kommission 2026: Neuer Plan will 100 MBit/s für Bürger, 1 GBit/s für Firmen

Die EU-Kommission hat einen lahmen Plan für die Gigabit-Gesellschaft ausgearbeitet, die es selbst in zehn Jahren nur für Unternehmen geben soll. Bereits heute gehen Studien von einem höheren Bedarf für die Haushalte bis 2025 aus.
/ Achim Sawall
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Optische Kabel bei Telecom Italia. (Bild: Alessandro Bianchi/Reuters)
Optische Kabel bei Telecom Italia. Bild: Alessandro Bianchi/Reuters

Die EU-Kommission will laut einer neuen Planung in 10 Jahren allen Bürgern eine Datenrate von 100 MBit/s bieten. Das berichtet die britische Financial Times(öffnet im neuen Fenster), der die noch internen EU-Telekom-Regeln vorliegen. Für die meisten Unternehmen und Schulen sollen dann 1 GBit/s verfügbar sein.

Dafür seien Investitionen aus der Wirtschaft und durch die Regierungen nötig. Der Plan soll im September 2016 vorgestellt werden.

Telekommunikationsbetreiber müssen laut Financial Times insgesamt 155 Milliarden Euro investieren, um die Ziele zu erreichen. 80 Prozent der Kosten entstehen bei Tiefbauarbeiten, weshalb die Netzbetreiber zusammenarbeiten sollen, um Kosten zu sparen. Deutschland will bis zum Jahr 2018 eine Datenrate von 50 MBit/s für die Bürger erreichen.

Nicht besonders ambitioniert

Die Zehnjahresplanungen der EU-Kommission sind besonders für die Bevölkerung nicht besonders ambitioniert, und bevorteilen die finanzkräftigen Unternehmen völlig unverhältnismäßig. Eine Datenrate von 100 MBit/s dürfte für viele Haushalte schon mit Vectoring annähernd erreicht werden. Dazu kommt der Start des LTE-Nachfolgers 5G im Jahr 2020.

Selbst wenn Europa das Geld für den Ausbau mit Fiber-To-The-Home (FTTH) für Endnutzer nicht ausgeben will, bleiben mit FTTB (Fiber-To-The-Building) und G.fast Möglichkeiten, den Endnutzern 1 GBit/s zu liefern. Hier starten in München mit M-net und in Köln mit Netcologne bereits zwei größere Projekte in Deutschland.

Laut Gutachten des Wissenschaftlichen Instituts für Informations- und Kommunikationsdienste (WIK) benötigen 75 Prozent der Haushalte 2025 Breitbandnetze mit 500 MBit/s und mehr, 30 Prozent sogar Gigabit-Netze. "Bereits heute gibt es ein Nachfragesegment, dem die über VDSL und Vectoring angebotenen Bandbreiten und Qualitätsparameter nicht mehr ausreichen. Dieses Segment wird in den kommenden Jahren durch zunehmende Digitalisierung und Vernetzung signifikant wachsen", sagte WIK-Direktorin Iris Henseler-Unger. Aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sei der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur dringend geboten, betonte Henseler-Unger.


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