• IT-Karriere:
  • Services:

EU-Kommissarin Vestager: Torwächterin gegen die Invasion der US-Konzerne

Margrethe Vestager, EU-Kommissarin für Wettbewerb, stellt auf der Technologie-Konferenz SXSW in Austin fest: Auch in den USA haben viele keine Lust mehr darauf, Facebook, Google und Amazon machen zu lassen, was sie wollen.

Artikel von Jannis Brühl/Süddeutsche.de veröffentlicht am
EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager
EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager (Bild: Heikki Saukkomaa via Reuters)

Wenigstens in Texas glauben sie noch an Europa. EU-Kommissarin Margarete Vestager gilt als Nemesis der amerikanischen IT-Konzerne, und hier auf der Technologiekonferenz South by Southwest (SXSW) in Austin liegt ihr deshalb ein ganzer Saal voller Tech-Interessierter zu Füßen. Wenn die Kommissarin für Wettbewerb über Facebook und Amazon sagt: "Wir wollen diese Innovation, aber zu humanen Bedingungen", lauschen ihr die Zuhörer gebannt, lachen dann über ihre Witze, und scheinen sich einig: Der Vestager-Weg ist der richtige.

Inhalt:
  1. EU-Kommissarin Vestager: Torwächterin gegen die Invasion der US-Konzerne
  2. Lautes Treffen mit Apple-Chef Cook

Wer glaube, dass die großen Unternehmen wie Google und Facebook härter reguliert werden sollten, so wie Vestager es schon tut, fragt die Moderatorin auf der Bühne. 99 Prozent aller Hände im Saal schießen in die Luft. Auch in den USA hat sich die Stimmung gegen "Big Tech", die großen IT-Konzerne, gedreht.

Allein drei Verfahren gegen Google

Die 50-jährige Dänin sitzt gleich zwei Mal beim SXSW auf der Bühne. Sie erzählt, wie sie sich in den vergangenen Jahren einen Tech-Konzern nach dem anderen vorgenommen hat: Allein drei Verfahren führte sie gegen Google, weil der Konzern andere Unternehmen seine Macht spüren ließ - auch, indem es sie weit nach hinten in der Suche verbannte und damit praktisch unsichtbar machte. "Haben Sie schon mal auf Seite 4 der Google-Ergebnisse geklickt? Ich bewahre dort meine Geheimnisse auf, denn dort sieht sie niemand", scherzt Vestager.

Hinzu kommt eine hohe Strafe gegen Facebook, weil das Unternehmen bei der Übernahme von Whatsapp falsche Angaben gemacht hatte. Derzeit prüft Vestager Amazons Doppelrolle als Plattform und Verkäufer: Missbraucht das Unternehmen Daten von Einzelhändlern, die auf Amazon verkaufen, um sie im Wettbewerb auszustechen? In den USA haben sich die Behörden das nicht getraut.

Hassobjekt der US-Konzerne

Stellenmarkt
  1. LOG Hydraulik GmbH, Wörth an der Isar
  2. SySS GmbH, Tübingen

Für manche ist Vestager so etwas wie die einzige Torwächterin gegen das, was manche Europäer als Invasion der US-Konzerne empfinden. Vestager kann an diesem Wochenende ihrem Einfluss hier in den USA nachspüren. In jedem Fall ist sie die mächtigste Reguliererin der Welt, wenn es um Wettbewerb geht. Von Kalifornien bis Brasilien orientieren sich Gesetzgeber mittlerweile an den EU-Regeln für die digitale Welt. "Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr die großen Tech-Unternehmen Sie hassen", sagt eine Moderatorin zu ihr. Vestager antwortet: "Ich weiß nicht, ob das wahr ist, aber wenn es wahr ist, ist es eine Auszeichnung." Der Bürger sei "für manche Unternehmen" zur Produktionskapazität geworden, sagt sie. Heißt: Er liefert die Daten, der Konzern verdient das Geld. "Es war sehr schmerzhaft zu sehen, wie dominante Unternehmen ihre Position ausnutzen."

Für die Kommissarin dürfte die Reise ans andere Ende der Welt eine Bestätigung sein: Ihre aggressive Strategie gegen die Konzerne gefällt auch hier vielen. Und das, obwohl die Regulierung des Silicon Valleys in den USA lange ein Fremdwort war - schließlich waren die Apps und Webseiten der Großen bequem für Verbraucher. Eingriffe in den Wettbewerb, um Konkurrenten zu schützen, gab es kaum. Doch nach mehreren Datenskandalen ist mittlerweile ein härteres Vorgehen gegen Facebook und Google in der politischen Debatte angekommen.

Die Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren hatte sich dafür ausgesprochen, die großen Tech-Fusionen rückgängig zu machen, in einem Wort: Zerschlagungen. Ihre Konkurrentin um die Kandidatur, die Senatorin Amy Klobuchar, spricht davon, Netzwerke wie Facebook Steuern zahlen zu lassen auf Umsatz, den sie mit Daten ihrer Nutzer machen - oder einen Teil des Werts seiner Daten direkt an den Konsumenten auszuzahlen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Lautes Treffen mit Apple-Chef Cook 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 47€
  2. (u. a. NieR Automata für 13,99€ und PSN Card 25 Euro [DE] für 21,99€ - Bestpreise!)
  3. (u. a. 3 Spiele für 49€ und SanDisk Ultra 400 GB microSDXC + Adapter für 47€)
  4. 77,90€ (Bestpreis!)

joypad 11. Mär 2019

sehr schön :-)


Folgen Sie uns
       


Pocketalk Übersetzer - Test

Mit dem Pocketalk können wir gesprochene Sätze in eine andere Sprache übersetzen lassen. Im Test funktioniert das gut, allerdings macht Pocketalk auch nicht viel mehr als gängige und kostenlose Übersetzungs-Apps.

Pocketalk Übersetzer - Test Video aufrufen
Ryzen Mobile 4000 (Renoir): Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!
Ryzen Mobile 4000 (Renoir)
Lasst die Ära der schrottigen AMD-Notebooks enden!

Seit vielen Jahren gibt es kaum Premium-Geräte mit AMD-Chips und selbst bei vermeintlich identischer Ausstattung fehlen Eigenschaften wie eine beleuchtete Tastatur oder Thunderbolt 3. Schluss damit!
Ein IMHO von Marc Sauter

  1. HEDT-Prozessor 64-kerniger Threadripper schlägt 20.000-Dollar-Xeons
  2. Ryzen Mobile 4000 AMDs Renoir hat acht 7-nm-Kerne für Ultrabooks
  3. Zen+ AMD verkauft Ryzen 5 1600 mit flotteren CPU-Kernen

Energiewende: Norddeutschland wird H
Energiewende
Norddeutschland wird H

Japan macht es vor, die norddeutschen Bundesländer ziehen nach: Im November haben sie den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft beschlossen. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Aber das Ende der Förderung von Windkraft kann das Projekt gefährden.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Energiewende Brandenburg bekommt ein Wasserstoff-Speicherkraftwerk
  2. Energiewende Dänemark plant künstliche Insel für Wasserstofferzeugung
  3. Energiewende Nordländer bauen gemeinsame Wasserstoffwirtschaft auf

Mr. Robot rezensiert: Domo Arigato, Mr. Robot!
Mr. Robot rezensiert
Domo Arigato, Mr. Robot!

Wie im Achtziger-Klassiker Mr. Roboto von Styx hat auch Elliot in Mr. Robot Geheimnisse. Die Dramaserie um den Hacker ist nicht nur wegen Rami Malek grandios. Sie hat einen ganz eigenen beeindruckenden visuellen Stil und zeigt Hacking, wie es wirklich ist. Wir blicken nach dem Serienfinale zurück.
Eine Rezension von Oliver Nickel und Moritz Tremmel

  1. Openideo-Wettbewerb Die fünf besten Hacker-Symbolbilder sind ausgewählt
  2. Cyberangriffe Attribution ist wie ein Indizienprozess
  3. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken

    •  /