Abo
  • Services:
Anzeige
EU-Kommissar Günther Oettinger bei der Vorstellung seiner Pläne in Straßburg.
EU-Kommissar Günther Oettinger bei der Vorstellung seiner Pläne in Straßburg. (Bild: ec.europa.eu/Screenshot: Golem.de)

Google will weiter nicht für Snippets zahlen

Für die Probleme der großen US-amerikanischen IT-Konzerne zeigte Oettinger hingegen kein Verständnis. Mit der Schaffung des digitalen Binnenmarktes "vereinfachen wir Europa", sagte er. Zudem müssten auch europäische Autohersteller damit leben, dass für ihre Fahrzeuge in den USA bestimmte Einschränkungen gälten. "Die Europäer stellen tolle Autos her, die auch 150, 180 Kilometer fahren können. In den USA sind sie aber in einem strengen Tempolimit. Dies respektieren wir", sagte Oettinger. Genauso müssten die US-Amerikaner akzeptieren, dass die "faire Vergütung" von Verlagen in Europa geregelt werde, wobei er den Vergleich "nicht ganz ernsthaft" verstanden haben wollte.

Anzeige

Inwieweit Google die Inhalte von Verlagen, die auf einer kostenpflichtigen Lizenzierung bestehen, komplett auslisten würde, ist derzeit unklar. In einem Blogbeitrag schrieb der Suchmaschinenkonzern: "Die Bezahlung von Snippets ist für niemanden eine gangbare Option." Der Entwurf könne daher die Möglichkeiten Googles einschränken, monetarisierbaren Traffic zu den Verlagswebseiten zu lenken. Oettinger hatte in einem Interview jüngst eingeräumt, dass auch das Abspeichern und Indexieren von Verlagsinhalten in einer Datenbank lizenzpflichtig sein könnte.

Pläne für Content-ID begrüßt

Dennoch hob Google mehrere positive Aspekte des Entwurfs hervor. Begrüßenswert seien die Pläne für eine größere Transparenz bei der Vergütung von Künstlern und Rechteinhabern. Zufrieden zeigte sich der Konzern auch darüber, dass die EU-Kommission die Einführung von Content-ID-Systemen als Möglichkeit sieht, den illegalen Upload urheberrechtlich geschützter Inhalte einzudämmen. Google habe beim Videoportal Youtube in den vergangenen neun Jahren 60 Millionen Euro in dieses System investiert und sei nun in der Lage, 98 Prozent der hochgeladenen Videos zu identifizieren.

Doch genau wegen dieser hohen Kosten warnt der IT-Verband Eco vor diesem Konzept, da kleine Firmen und Startups dies nicht leisten könnten. Ansip verteidigte hingegen die Pläne, den Anbietern eine Sorgfaltspflicht für die hochgeladenen Inhalte aufzuerlegen. Zudem seien solche Identifizierungssysteme nicht unbedingt teuer. Ansip nannte eine vietnamesische Plattform, die lediglich 500 US-Dollar im Jahr dafür bezahle.

Panoramafreiheit soll unterschiedlich geregelt bleiben

Auf eher unverständliche Weise begründete der Kommissionsvizepräsident den Verzicht darauf, die sogenannte Panoramafreiheit in der EU einheitlich zu regeln. Unter Panoramafreiheit versteht man die lizenzfreie bildliche Wiedergabe urheberrechtlich geschützter Werke, die im öffentlichen Raum stehen. So ist es in Belgien beispielsweise nicht erlaubt, ohne Zustimmung ein Foto des Brüsseler Atomiums zu veröffentlichen.

Eine entsprechende Konsultation habe gezeigt, dass es in allen 28 EU-Staaten mit Ausnahme von Italien und Luxemburg bereits Regelungen dazu gebe, sagte Ansip. Diese seien jedoch sehr unterschiedlich. Gerade die Tatsache, dass es in den einzelnen Ländern sehr unterschiedliche Regelungen gibt, sollte eigentlich Anlass für die EU-Kommission sein, die dadurch entstehenden Rechtsunsicherheiten zu beseitigen. Das wird in diesem Fall anscheinend anders gesehen.

 EU-Kommissar Oettinger: USA haben Tempolimit, Europa bekommt Leistungsschutzrecht

eye home zur Startseite
DrWatson 15. Sep 2016

Es gibt ja auch nicht DIE Presse, die das LSR fordert. Fordert Golem das LSR? Nein...

HibikiTaisuna 15. Sep 2016

Stimme dir vollkommen zu. IMHO ist der europaeische Markt derzeit einer der...

smirg0l 15. Sep 2016

Nur 2 Milliarden, falls der Deal doch noch platzt. :) Falls nicht, sollten die für die...

Karmageddon 15. Sep 2016

Sehe ich auch so. Der Mann ist entweder komplett übergeschnappt oder wird von den...

/mecki78 15. Sep 2016

Doch ist er, aber er sieht anscheinend kein Problem damit, dass dieses Gesetz das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bundeskriminalamt, Berlin
  2. Hornbach-Baumarkt-AG, Großraum Mannheim/Karlsruhe
  3. Daimler AG, Stuttgart
  4. über Ratbacher GmbH, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 289,00€ + 3,99€ Versand (Bestpreis!)
  2. 281,99€

Folgen Sie uns
       


  1. SpaceX

    Für eine Raketenstufe geht es zurück ins Weltall

  2. Ashes of the Singularity

    Patch beschleunigt Ryzen-Chips um 20 Prozent

  3. Thimbleweed Park im Test

    Mord im Pixelparadies

  4. Bundesgerichtshof

    Eltern müssen bei illegalem Filesharing ihre Kinder verraten

  5. Gesetz beschlossen

    Computer dürfen das Lenkrad übernehmen

  6. Neue Bildersuche

    Fotografenvereinigung Freelens klagt gegen Google

  7. FTTB

    Unitymedia baut zwei Gemeinden mit Glasfaser aus

  8. Hashfunktion

    Der schwierige Abschied von SHA-1

  9. Cyberangriff auf Bundestag

    BSI beschwichtigt und warnt vor schädlichen Werbebannern

  10. Equal Rating Innovation Challenge

    Mozilla will indische Dörfer ins Netz holen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
WLAN-Störerhaftung: Wie gefährlich sind die Netzsperrenpläne der Regierung?
WLAN-Störerhaftung
Wie gefährlich sind die Netzsperrenpläne der Regierung?
  1. Telia Schwedischer ISP muss Nutzerdaten herausgeben
  2. Die Woche im Video Dumme Handys, kernige Prozessoren und Zeldaaaaaaaaaa!
  3. Störerhaftung Regierung will Netzsperren statt Abmahnkosten

In eigener Sache: Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
In eigener Sache
Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
  1. In eigener Sache Golem.de geht auf Jobmessen
  2. In eigener Sache Golem.de kommt jetzt sicher ins Haus - per HTTPS
  3. In eigener Sache Unterstützung für die Schlussredaktion gesucht!

Mobile-Games-Auslese: Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler

  1. Aufmacherbild: Dachte es geht um Pornos

    jungundsorglos | 18:42

  2. Re: Was'n das? Android oder Windows

    Nikolai | 18:41

  3. Re: Scheint so als würde denen das Geld langsam...

    ZuWortMelder | 18:39

  4. Re: Heisst: Eltern haben Fehler gemacht

    pampernickel | 18:37

  5. Re: Schwachsinn

    _4ubi_ | 18:36


  1. 18:40

  2. 18:20

  3. 18:00

  4. 17:08

  5. 16:49

  6. 15:55

  7. 15:27

  8. 15:22


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel