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Der Linksys-Router WRT54G war der Beginn der Entwicklung von OpenWRT.
Der Linksys-Router WRT54G war der Beginn der Entwicklung von OpenWRT. (Bild: Wikimedia, Vidarlo ENWP/CC-BY-SA 3.0)

EU-Funkanlagenrichtlinie: Mit dem Router-Lockdown kommt das absolute Chaos

Der Linksys-Router WRT54G war der Beginn der Entwicklung von OpenWRT.
Der Linksys-Router WRT54G war der Beginn der Entwicklung von OpenWRT. (Bild: Wikimedia, Vidarlo ENWP/CC-BY-SA 3.0)

Die EU hat nur noch wenige Monate Zeit, um Ausnahmeregelungen für die EU-Funkanlagenrichtlinie umzusetzen. Gelingt dies nicht rechtzeitig, kommt es wohl nicht nur zum Lockdown von WLAN-Routern. Betroffen wären dann sämtliche Funkgeräte - egal ob Sender oder Empfänger.

Um die Elekronik-Hersteller und -Kunden vor einem möglichen absoluten Chaos zu schützen, bleiben der EU-Kommission nur noch rund vier Monate. Bis Juni muss die Kommission über sogenannte delegierte Rechtsakte Ausnahmen und Detailregelungen für die EU-Funkanlagenrichtlinie umsetzen. Sollte dies jedoch nicht geschehen, könnte es zu völlig absurden Zuständen kommen, wie die Diskussion zu einem Vortrag von FSFE-Deutschlandkoordinator Max Mehl auf der Fosdem zeigt. Die Fosdem ist die wohl größte Open-Source-Entwicklerkonferenz in Europa und findet derzeit in Brüssel statt.

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Die Richtlinie legt unter anderem fest, dass auf Funkanlagen nur solche Software geladen werden kann, "für die die Konformität ihrer Kombination mit der Funkanlage nachgewiesen wurde". Doch wie dieser Nachweis geführt werden soll und welche vielleicht technischen Details dafür umgesetzt werden müssen, ist auch fast drei Jahre nach Inkrafttreten der Richtlinie noch nicht klar.

Die Freifunk-Community befürchtet deshalb schon seit längerem einen Router-Lockdown, das heißt eventuell das Ende der Möglichkeit, freie Software wie OpenWRT auf eigenen Routern einzusetzen. Dieser Befürchtung schließen sich auch die FSFE (Free Software Foundation Europe) sowie viele weitere Community-Projekte und Firmen an. Selbst Industrieverbände warnen vor einer möglichen WLAN-Knappheit, sollte es nicht doch noch zu den Detailregelungen kommen. Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat sich im vergangenen Jahr noch ausdrücklich auf die delegierten Rechtsakte berufen und wenig Handlungsbedarf gesehen.

Chaos für nahezu sämtliche Elektronik-Geräte

Wie in dem Vortrag von Mehl und der Diskussion dazu deutlich wird, sind von der Richtlinie aber nicht nur WLAN-Geräte betroffen, zu denen auch Laptops und Smartphones gehören, sondern sämtliche Elektronik, die im elektromagnetischen Spektrum senden oder empfangen kann - und zwar bisher eben ausnahmslos.

Die geforderte Konformität muss also theoretisch auch für reine Empfangsgeräte wie etwa GPS-Ortungsgeräte oder auch Autoradios nachgewiesen werden. Ebenso gilt die Richtlinie auch für Lampen und Leuchtmittel, die etwa per WLAN, Bluetooth oder anderer Funktechnik gesteuert werden könnten. Betroffen sind deshalb wohl auch nahezu alle Geräte des sogenannten Internet-of-Things (IoT).

Schlimmstenfalls könnte allen Neugeräten ein Verkaufsstopp in Europa drohen, wenn die Richtlinie sehr eng ausgelegt wird und nicht doch noch bis Juni die delegierten Rechtsakte veröffentlicht werden. Doch selbst wenn die Ausnahmen rechtzeitig veröffentlicht werden sollten, ist aber absehbar, dass die betroffenen Hersteller nicht mehr genügend Zeit haben, auf diese zu reagieren. Die Entwickungszyklen für Hardware sind angesichts der nur noch wenigen verbleibenden Monate schlicht viel zu lang.

FSFE und Industrie für Ausnahmen

So vermutet etwa die FSFE wie andere auch, dass die Konformität durch technische Maßnahmen gewährleistet werden müsste. Diese könnte über Mechanismen zur Software-Signatur oder auch die Virtualisierung der Funktechnik implementiert werden. Einige Hersteller haben derartige Ideen bereits angekündigt. Darüber hinaus könnte es sein, dass die Konformität für jedes Treiber-Update nachgewiesen werden müsste, was wenig praktikabel sei, und wiederum wohl die Entwicklung freier Treiber massiv einschränken könnte, so die Meinung der FSFE.

Ein Entwickler, der an Embedded-Geräten arbeitet, fügt in der Diskussion an, dass solch eine Umsetzung auf sehr kleinen Steuerungsboards deren Kosten massiv in die Höhe treiben könnte, da einerseits die Hardwarekomponenten deutlich vergrößert werden müssten, andererseits steigt damit natürlich auch der Programmieraufwand. Ob Unternehmen diese Preissteigerung an ihre Kunden weitergeben könnten oder sich schlicht entscheiden, ihre Produkte zumindest vorübergehend nicht mehr anzubieten, ist überhaupt nicht absehbar.

Die delegierten Rechtsakte werden von der EU-Kommission mit Hilfe eines Expertengremiums erarbeitet. Derartige Gremien werden oft von Industrieteilnehmern dominiert, aber auch die FSFE hat sich um einen Platz in dem entsprechenden Gremium beworben. Da die möglichen Einschränkungen sehr massiv ausfallen könnten, dürften aber sowohl Industrie wie auch FSFE auf eine schnelle Umsetzung der Ausnahmen pochen und sehr aktiv auf diese hinarbeiten. Ob dies gelingt, zeigt sich spätestens im Juni.


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chefin 16. Feb 2017

Der Unterschied ist halt: wenn es so einfach gemacht wird, machen es entsprechend viele...

chefin 16. Feb 2017

Und sobald mal etwas nicht funktioniert sind immer die Hersteller oder der Staat schuld...

m9898 06. Feb 2017

Was sind "zertifizierte Entwicklungsfirmen"? Wer sind Baster? Ich wüsste jetzt gerade...

ArcherV 06. Feb 2017

Jap!! Also im Moment wohne ich in einer Mietwohnung, da hab ich mir ein paar einfache...

bjs 06. Feb 2017

was hat tetris mit funkanlagen zu tun? es geht wohl offensichtlich nur um die jene...



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