Keine Spam-Filterung für Netzwerkmanagement

Was dies in der Praxis bedeuten wird, lässt sich schwer abschätzen. "In den Verhandlungen konnte keine Partei eine Anwendung nennen, die diese Spezialdienste braucht und die es nicht jetzt schon gibt. Tatsächlich geht es darum, Film-, TV- und Musik-Streaming sowie Sprachtelefonie zu kostenpflichtigen Zusatzdiensten zu machen, an denen die Telekom-Unternehmen (mit)verdienen", kritisiert der Grünen-Politiker Reimon. Dies ist seit Jahren der Knackpunkt in der Debatte. Sollte diese Praxis möglich werden, ließe sich wirklich von einem Ende der Netzneutralität sprechen. Durch die Hintertür der Spezialdienste könnten dann doch bezahlte Überholspuren angeboten werden, für die die Telekommunikationsprovider die Nutzer oder die Anbieter zur Kasse bitten.

Stellenmarkt
  1. IT Project Manager - Engineering & Manufacturing Services (m/w/d)
    Jungheinrich AG, Hamburg
  2. Senior .net Entwickler (w/m/d) inhouse
    HanseVision GmbH, Hamburg
Detailsuche

Inwieweit das möglich sein wird, hängt auch von den sogenannten Erwägungsgründen ab, die dem eigentlichen Gesetzestext beigefügt werden. Gerade wenn die Gesetzesartikel sehr vage gehalten sind, lässt sich daraus genauer auf deren Umsetzung schließen. Doch diese Erwägungsgründe lägen noch gar nicht vor, hieß es am Dienstagnachmittag aus dem Büro der SPD-Abgeordneten Petra Kammerevert, die an den Verhandlungen beteiligt war. So könnte darin genauer definiert werden, wann solche Dienste tatsächlich "notwendig" sind, und wie sich das objektiv feststellen lässt, beispielsweise über einen Notwendigkeitstest.

Netzaktivisten wollen Parlament umstimmen

Provider könnten nun beispielsweise behaupten, die Übertragung hochauflösender Angebote für Video-on-Demand sei nur mit Hilfe von Spezialdiensten und nicht über das "normale" Internet möglich. Inwieweit Inhalteanbieter und Kunden bereit sind, solche Zusatzdienste zu akzeptieren und Geld dafür zu bezahlen, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Zumal Firmen wie Youtube oder Netflix auch die Möglichkeit haben, über spezielle Peering-Angebote oder Content-Delivery-Networks (CDN) ihre Daten nahe an die Kunden zu bringen.

Mit Blick auf das Netzwerkmanagement hat das EU-Parlament zumindest Spamschutz und Kindersicherungen als Gründe für die Datenfilterung bei den Providern verhindert. Solche Verfahren hätten die umstrittene Deep-Packet-Inspection erforderlich gemacht, wogegen sich das Parlament gesperrt hatte.

Golem Karrierewelt
  1. Deep-Dive Kubernetes – Production Grade Deployments: virtueller Ein-Tages-Workshop
    20.09.2022, Virtuell
  2. Green IT: Praxisratgeber zur nachhaltigen IT-Nutzung (virtueller Ein-Tages-Workshop)
    26.10.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die endgültige Entscheidung über das Paket fällt erst nach der Sommerpause. Daher hoffen Netzaktivisten darauf, bis dahin noch eine Zustimmung des Parlamentsplenums verhindern zu können. "Das Parlament hat nun die historische Chance, das Steuer in letzter Sekunde herumzureißen und sich der Abschaffung der Netzneutralität mit Nachdruck entgegenzustemmen", sagte der Geschäftsführer des Vereins Digitale Gesellschaft, Alexander Sander. Die Chancen dafür stehen jedoch angesichts der Mehrheitsverhältnisse nicht gut.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 EU erlaubt Spezialdienste: Wie tot ist die Netzneutralität wirklich?
  1.  
  2. 1
  3. 2


matok 01. Jul 2015

Eine sehr eingeschränkte Sichtweise. Aber ja, genau dieser kurzsichtige Pragmatismus...

matok 01. Jul 2015

Und es ist geradezu ironisch, dass solche wettbewerbsfeindlichen Vorschläge ausgerechnet...

Menplant 01. Jul 2015

bist du sicher du weißt was damit gemeint ist? Gemeint ist damit NICHT, dass wenn du...

sotix 01. Jul 2015

Genau. Die Betreiber werden im Endeffekt genug tricksen, damit ihr "normales" Internet...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elon Musk und Manchester United
Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche

Wenn Musk twittert, zittern die Anleger und nun auch Fußball-Fans. Wie sich der Milliardär endgültig ins Abseits bewegt und wie die Öffentlichkeit damit umgehen sollte.
Ein IMHO von Lennart Mühlenmeier

Elon Musk und Manchester United: Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche
Artikel
  1. Windows XP: Janet Jacksons Popsong brachte Laptops zum Absturz
    Windows XP
    Janet Jacksons Popsong brachte Laptops zum Absturz

    Einmal laut Rhythm Nation gehört, schon stürzte Windows XP ab: Microsoft-Entwickler Chen erzählt vom skurillen Verhalten alter Notebooks.

  2. Post-Quanten-Kryptografie: Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer
    Post-Quanten-Kryptografie
    Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer

    Die US-Behörde NIST standardisiert neue Public-Key-Algorithmen - um vor zukünftigen Quantencomputern sicher zu sein.
    Eine Analyse von Hanno Böck

  3. Elektromobilität: Xpeng stellt 480-Kilowatt-Ladesäule vor
    Elektromobilität
    Xpeng stellt 480-Kilowatt-Ladesäule vor

    Das chinesische Unternehmen Xpeng hat eine ultraschnelle Ladesäule vorgestellt, die für sein neues Elektroauto konzipiert ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar bei Amazon & Co. • MSI Geburtstags-Rabatte auf Gaming-Monitore & PCs • Neuer Saturn-Flyer • Game of Thrones reduziert • MindStar (MSI RTX 3070 599€) • Günstig wie nie: Zotac RTX 3080 12GB 829€, Samsung SSD 1TB/2TB (PS5) 111€/199,99€ • Bester 2.000€-Gaming-PC[Werbung]
    •  /