• IT-Karriere:
  • Services:

EU-Entscheidung: Telekom-Anbieter verstoßen nicht gegen Kartellrecht

Die EU-Kommission hat die Deutsche Telekom und zwei weitere Anbieter vom Verdacht unsauberer Praktiken beim Zusammenschalten von Netzen vorläufig freigesprochen. Doch die Wettbewerbshüter wollen den Markt weiter im Auge behalten.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Die Telekom ist vom Verdacht unsauberer Praktiken beim Datenaustausch vorläufig entlastet.
Die Telekom ist vom Verdacht unsauberer Praktiken beim Datenaustausch vorläufig entlastet. (Bild: John MacDougall/Afp/Getty Images)

Die Deutsche Telekom, die spanische Telefónica und der französische Orange-Konzern können vorerst aufatmen. Die EU-Kommission hat ihre Untersuchung der Praktiken der drei Telekom-Anbieter beim Zusammenschalten von Netzen abgeschlossen. Die Verdachtsmomente der Kommission hätten sich nicht bestätigt, hieß es.

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Dresden, Berlin, Frankfurt am Main, München, Zwickau
  2. BSH Hausgeräte GmbH, Traunreut

Den Anbietern war vorgeworfen worden, ihre Vormachtstellung bei Endkunden missbraucht zu haben, um große Internet-Datenübertragungsfirmen auszubooten. Nach eigenen Angaben sind die Kontrolleure der Brüsseler Behörde nun zu der "vorläufigen Überzeugung" gelangt, dass die Praktiken keinen Bruch des EU-Kartellrechts darstellten.

Datenverkehr nicht zum eigenen Vorteil beeinflusst

Es gebe bislang keine ausreichenden Hinweise darauf, dass die Anbieter Wettbewerber bewusst vom "Transitmarkt" oder von Inhalteangeboten ausgeschlossen hätten, hieß es. So sei der Datenverkehr in Zeiten von Engpässen nicht zum Vorteil eigener Angebote beeinflusst worden.

Die Kommission hatte im Juli vergangenen Jahres Razzien bei den drei Providern durchgeführt. Die Unternehmen standen unter anderem im Verdacht, ihre marktbeherrschende Stellung beim sogenannten Peering, dem Austausch großer Datenmengen aus Backbone-Verbindungen an Netzknoten, auszunutzen.

Telekom weist Zusammenhang mit Netzneutralität zurück

Mehrere Netzbetreiber, darunter der US-Anbieter Cogent, hatten sich zuvor bei der EU-Kommission beschwert. Das Unternehmen verkauft Internetanschlüsse, verfügt aber über keine eigene Leitung zu den Privatkunden und ist deshalb auf die Netze etwa der Deutschen Telekom angewiesen. Cogent warf den Providern vor, Inhalteanbieter zu zwingen, für das Peering extra zu zahlen. Auch der US-Backbone-Betreiber Level 3 warf den Telekom-Anbietern vor, im Geschäft mit Endkunden Engpässe bei bestimmten Diensten in Kauf zu nehmen.

Die Telekom argumentierte, wer deutlich mehr Datenvolumen ins Netz des Partners übergebe als andersherum, sollte auch mehr für den Ausbau der nötigen Kapazitäten zahlen. Mit der Netzneutralität im engeren Sinne habe dies nichts zu tun. Als einziger der zehn großen Anbieter organisiert die Telekom den Transport ihres Datenverkehrs durch eigene Peeringabkommen direkt mit anderen Netzbetreibern.

Netflix-Start könnte Konflikt verschärfen

Die EU-Kommission stimmte dieser Argumentation zu. Eine mindere Servicequalität sei nicht auszuschließen, wenn es für das Durchleiten von Daten keine kommerziellen Vereinbarungen zwischen Telekom-Anbietern und Drittparteien gebe. Daher könne es auf gewissen Routen beim Übergang in inländische Netze zu Datenstaus kommen. Sie behielten den Sektor aber weiter genau im Auge, versprachen die Wettbewerbshüter.

Mit dem Start des US-Streamingdienstes Netflix in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, gewinnt die Frage nach dem Zugang zu Kapazitäten weiter an Bedeutung. In den USA hat der Anbieter mit mehren Kabelbetreibern und Telekommunikationsunternehmen Verträge abgeschlossen, um sich bessere Datenleitungen und einen direkten Anschluss an deren Netze zu sichern. Die zuständige US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) untersucht die Vereinbarungen derzeit.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,32€
  2. 20,49€
  3. (-70%) 5,99€
  4. 4,99€

Yes!Yes!Yes! 07. Okt 2014

Wo bettet Golem Youtube ein? Ich sehe überall nur NonverBlaster, der Flash-Videos von...

Yes!Yes!Yes! 07. Okt 2014

Es spielt doch überhaupt keine Rolle, womit ich die Leitung zum Glühen bringe. Ich habe...


Folgen Sie uns
       


Motorola Razr (2019) - Hands on

Das neue Motorola Razr lässt sich wie das alte Razr V3 zusammenklappen - das Display ist allerdings faltbar und geht über die gesamte Innenfläche des Smartphones.

Motorola Razr (2019) - Hands on Video aufrufen
Weltraumsimulation: Die Star-Citizen-Euphorie ist ansteckend
Weltraumsimulation
Die Star-Citizen-Euphorie ist ansteckend

Jubelnde Massen, ehrliche Entwickler und ein 30 Kilogramm schweres Modell des Javelin-Zerstörers: Die Citizencon 2949 hat gezeigt, wie sehr die Community ihr Star Citizen liebt. Auf der anderen Seite reden Entwickler Klartext, statt Marketing-Floskeln zum Besten zu geben. Das steckt an.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Theatres of War angespielt Star Citizen wird zu Battlefield mit Raumschiffen
  2. Star Citizen Mit der Carrack ins neue Sonnensystem
  3. Star Citizen Squadron 42 wird noch einmal verschoben

Interview: Die Liebe für den Flight Simulator war immer da
Interview
"Die Liebe für den Flight Simulator war immer da"

Die prozedural erstellte Erde, der Quellcode vom letzten MS-Flugsimulator und eine Gemeinsamkeit mit Star Citizen: Golem.de hat mit Jörg Neumann über Technik und das Fliegen gesprochen. Neumann leitet bei Microsoft die Entwicklung des Flight Simulator.
Ein Interview von Peter Steinlechner

  1. Flug-Simulation Microsoft bereitet Alphatest des Flight Simulator vor
  2. Microsoft Neuer Flight Simulator soll Fokus auf Simulation legen

Jobs: Spielebranche sucht Entwickler (m/w/d)
Jobs
Spielebranche sucht Entwickler (m/w/d)

Die Hälfte aller Gamer ist weiblich. An der Entwicklung von Spielen sind aber nach wie vor deutlich weniger Frauen beteiligt.
Von Daniel Ziegener

  1. Medizinsoftware Forscher finden "rassistische Vorurteile" in Algorithmus
  2. Mordhau Toxische Spieler und Filter für Frauenhasser

    •  /