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EU Chips Act:
Voll daneben ist auch vorbei

Im Dezember könnte sich die EU auf einen Chips Act zur Förderung der Halbleiterindustrie einigen, der bisher komplett am Ziel vorbei plant. Worauf sich die Branche und ihre Kunden gefasst machen müssen.
/ Gerd Mischler
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Thierry Breton, EU-Kommissar für den gemeinsamen Binnenmarkt, bei einer Pressekonferenz zum EU Chips Act im August 2022 (Bild: Valeria Mongelli / Hans Lucas via Reuters Connect)
Thierry Breton, EU-Kommissar für den gemeinsamen Binnenmarkt, bei einer Pressekonferenz zum EU Chips Act im August 2022 Bild: Valeria Mongelli / Hans Lucas via Reuters Connect

Müssen wir Mangel künftig als Normalzustand akzeptieren? Schließlich fehlt derzeit nicht nur Energie. Auch die Lieferengpässe bei Halbleitern könnten noch bis 2024 oder 2025 andauern. Das befürchten acht von zehn der von der Europäischen Kommission für den European Chips Survey Report(öffnet im neuen Fenster) befragte Unternehmen. Mit dem EU Chips Act (öffnet im neuen Fenster) will die Staatengemeinschaft nun für Abhilfe sorgen. Wenn sich an dem Vorschlag der Kommission nichts mehr ändert, wird die Maßnahme zwar Milliarden Euro Steuergelder kosten, aber weder die Abhängigkeit von asiatischen Chip-Lieferanten lösen noch die Versorgungslage verbessern.

Denn zwei der drei vorgeschlagenen Maßnahmenbereiche - die Förderung des Aufbaus von Fertigungskapazitäten in der EU sowie die politischen Maßnahmen zur Absicherung von Lieferketten im Halbleiterbereich - gehen an den Gegebenheiten in der Chipindustrie und den Bedürfnissen ihrer Kunden komplett vorbei. Diese scheint auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck nicht ganz verstanden zu haben, wie das Verbot des Verkaufs der Halbleiterfertigung von Elmos an ein chinesisches Unternehmen durch sein Ministerium zeigt.

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