EU-Bildungsbericht: Eher Null als Eins

Die IT an deutschen Schulen ist deutlich schlechter als der EU-Durchschnitt. Rund ein Drittel der Schüler verfügt nicht über einfachste IT-Kenntnisse.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
An deutschen Schulen passiert in Sachen IT nicht viel.
An deutschen Schulen passiert in Sachen IT nicht viel. (Bild: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images)

Bei der digitalen Ausstattung liegen deutsche Schulen unter dem EU-Durchschnitt. Besonders drastisch sei die Lage an den Grundschulen der Klassen eins bis vier, heißt es in einem EU-Bildungsbericht, den die Europäische Kommission am Donnerstag vorstellte. Im Schuljahr 2017/18 besuchten demnach nur neun Prozent der Kinder in Deutschland eine "gut digital ausgestattete und vernetzte Schule" - das sind 26 Prozentpunkte weniger als der EU-Durchschnitt.

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Nur ein Drittel der deutschen Schulen war laut Bericht digital gut auf den Corona-Lockdown vorbereitet. 35 Prozent der Lehrer standen während des Lockdowns regelmäßig mit allen ihren Schülerinnen und Schülern in Kontakt. Etwa zehn Prozent der Pädagogen hatten hingegen sehr wenig oder gar keinen Kontakt. 43 Prozent der Eltern erklärten, nicht genugend Zeit für den häuslichen Unterricht in der Lockdown-Phase zur Verfügung gehabt zu haben.

Oft mangele es den Schülern an einfachsten IT-Kenntnissen, heißt es in dem Bericht. Unterdurchschnittliche Kenntnisse bei grundlegenden IT-Anwendungen seien in Deutschland bei 33,2 Prozent der Schülerschaft zu beobachten. In Frankreich (43,5 Prozent) und Italien (62,7 Prozent) lägen diese Werte sogar noch höher. Unabhängig vom Grad der Digitalisierung verfügten rund 20 Prozent der 15-Jährigen in Europa nicht einmal über ausreichende Fähigkeiten in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Eine Sonderauswertung der im September veröffentlichten Pisa-Ergebnisse kam zu einem ähnlich ernüchternden Befund. Demnach hatten zum Zeitpunkt der Pisa-Erhebung im Jahr 2018 in Deutschland nur 33 Prozent der Schüler Zugang zu einer Online-Lernplattform; im OECD-Schnitt waren es mehr als 54 Prozent. Deutschland landete damit in der Schlussgruppe. In Singapur, einigen chinesischen Metropolen oder Dänemark hatten den Angaben zufolge schon 2018 mehr als 90 Prozent der Schüler Zugang zu Lernplattformen.

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spyro2000 05. Jan 2021

Ein überaus intelligenter, zielführender und konstruktiver Beitrag. Vielen Dank dafür.

ptepic 25. Nov 2020

Es ist für einen heutigen Lehrer ja schon eine Herausforderung, einen Windows PC zu...

Profi_in_allem 16. Nov 2020

Teams ist die eine Sache. Teams eintichten, verwalten und administrieren die andere. Ich...

daehanmingug 16. Nov 2020

Absolut -> ein bundeseinheitlicher Lehrplan für Schulen sollte wieder eingeführt...



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