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Wie der Polizeifunk überwacht wird

Dafür werden in der Arbeitsgruppe SA3LI gerade die technischen Spezifikationen(öffnet im neuen Fenster) ausgearbeitet. Die vorangegangene Grafik zeigt das Funktionsdiagramm der Überwachungsschnittstelle, mit den für ETSI-Überwachungsdokumente typischen drei Kanälen(öffnet im neuen Fenster) .

Über den Kanal LI-HI1 wird die Überwachung autorisiert und gestartet, weiter geht es über eine Kontrollfunktion (LICF) und eine Bereitstellungsfunktion (LIPF) auf den Push-to-Talk-Server. Wie man an der Farbgebung sieht, kontrolliert der Netzbetreiber den Server, während alles blau Eingefärbte in der Domäne der Strafverfolger ist.

An den beiden Abgreifpunkten (POI) auf dem PTC-Server haben wieder die Behörden die Kontrolle. HI2 ist der Kanal für Intercept Related Information (IRI). Das sind die Metadaten, etwa Geräte-ID, temporäre Netz-ID, Funkzellen-ID, Geodaten, mit allen Zeitstempeln.

Über Kanal drei (HI3) wird die eigentliche Kommunikation mitgeschnitten, also das Funktelefongespräch. MDF ist ein Mechanismus zur Weiterleitung von Metadaten und Audio an das Monitoring Center (LEMF) der Behörden.

Einsatzgruppen und Netztopografien

Seit GSM sind sämtliche Überwachungsschnittstellen in den Mobilfunknetzen strukturell ähnlich aufgebaut, auch wenn die drei Kanäle je nach Netzwerkarchitektur physisch an anderen Orten eingezogen erden. All das sieht im obigen Diagramm einfacher aus, als es in der Praxis sein wird. Der Push-to-Talk-Server kann zum Beispiel auch bei einem Drittanbieter oder im Netz einer anderen Mobilfunkfirma stehen.

In der obigen Grafik ist Client A das Ziel der Überwachung. Die grünen Linien markieren die Schaltung des Kommunikationsaufbaus, die blauen Linien die der Überwachung. "Has the floor" bedeutet, dass das betreffende Endgerät gerade sendet, während das andere hört. Mitgeschnitten werden Kommunikations- und Metadaten in diesem Fall über den PTC-Server im Netz des Zielgeräts.

Deutlich komplexer im Mission-Critical-Modus

Noch komplexer werden die Schaltungen, wenn der Mission-Critical-Modus (MCPTT) aktiviert ist, das ist der Einsatzmodus. Zudem kommt noch ein Videoserver ins Spiel, über den die Videostreams von den Dash-Cams der Einsatzkräfte übertragen werden.

Neben der Kommunikation von Einsatzgruppen gibt es noch eine Reihe weiterer Use Cases, etwa die Kommunikation mit übergeordneten Kommandostellen, die mehrere operative Einheiten steuern. Hier sind wieder andere Schaltungen nötig, um den Funkverkehr an anderen Punkten in der Netztopographie abzugreifen.

Deshalb werden in SA3LI alle möglichen Szenarien durchgespielt, gemäß dem ETSI-Dogma, dass alle Arten von Services überwachbar sein müssen.


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