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Ethik: Roboter verletzt Menschen absichtlich

Darf ein Roboter einen Menschen nach eigenem Gutdünken verletzen? Ein US-Robotiker hat einen Roboter gebaut, der selbst entscheidet, ob er einem Menschen in den Finger sticht. Die Aktion soll eine Diskussion über Roboter anregen.
/ Werner Pluta
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Roboter verletzt Mensch: Nicht jeder wird gepikst. (Bild: Alexander Reben/Screenshot: Golem.de)
Roboter verletzt Mensch: Nicht jeder wird gepikst. Bild: Alexander Reben/Screenshot: Golem.de

Autsch! Der Roboterarm macht eine Bewegung nach vorn, und auf der Fingerkuppe, die auf der Plattform des Roboters liegt, bildet sich ein Blutstropfen. Ein Schmerzenslaut auf dem Off zeigt, dass der Roboter erfolgreich war.

Denn das ist der Zweck des Roboters, den der Robotiker Alexander Reben(öffnet im neuen Fenster) , Leiter des Bereichs Technik und Entwicklung beim kalifornischen Inkubator Stochastic Labs(öffnet im neuen Fenster) , konstruiert hat: Er soll Menschen verletzen. Der Roboter besteht aus einem Arm, an dessen Ende eine kleinen Nadel sitzt. Er steht auf einer kleinen Plattform. Darauf gibt es eine Markierung, die anzeigt, wo der Finger platziert wird.

Der Roboter entscheidet selbst

Allerdings reagiert der Roboter nicht kalkulierbar: Nicht jeder Finger auf der Plattform wird auch gepikst. Wenn aber, dann richtig: Der Roboter sei so ausgelegt, dass er einen so starken Schmerz erzeuge, wie die kleine Nadel zulasse, berichtet das US-Magazin Fast Company(öffnet im neuen Fenster) .

Er habe den ersten Roboter gebaut, der "autonom und absichtlich" das erste Robotergesetz breche, schreibt Reben(öffnet im neuen Fenster) . Ein Roboter, so postulierte der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov(öffnet im neuen Fenster) 1942 in seiner Kurzgeschichte Runaround, dürfe einen Menschen nicht verletzen. Genau das aber macht dieser Roboter – und er entscheidet selbst darüber. Selbst bei den Kampfdrohnen des US-Militärs entscheide ein Mensch , sagt Reben.

Er wolle mit seinem Projekt "Fragen der Ethik und des Designs" aufwerfen, sagt Reben. Immer mehr Menschen hätten Angst vor Robotern, davor, dass sie ihnen ihre Arbeit wegnähmen oder gleich die Weltherrschaft anträten. Reben will eine Diskussion zwischen unterschiedlichen Akteuren, darunter Ingenieure, Juristen oder Philosophen, darüber in Gang bringen.


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