Essenslieferant: Lieferando erstellt Schattenwebseiten für Restaurants

Mit selbst generierten Webseiten greift Lieferando in Deutschland Kunden ab, die dann über den Lieferdienst bestellen - anstelle direkt beim Restaurant ohne Provision.

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Lieferando-Fahrer vor einem Restaurant in Berlin
Lieferando-Fahrer vor einem Restaurant in Berlin (Bild: Maja Hitij/Getty Images)

Der Lieferservicedienst Lieferando betreibt in Deutschland und weiteren europäischen Ländern Tausende Schattenwebseiten, die denen von Restaurants stark ähneln und deren Angebot zum Bestellen anbieten. Damit leitet das Unternehmen potenzielle Besteller von den eigentlichen Seiten der Restaurants auf die eigenen um und kassiert dadurch eine Provision, die Lieferando ansonsten entgehen würde.

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Der Bayerische Rundfunk (BR) hat herausgefunden, dass es alleine in Deutschland über 50.000 dieser Schattenwebseiten gibt, von denen die Restaurantbesitzer häufig nicht einmal wissen. Europaweit handelt es sich um über 120.000 derartige Webseiten, die vom Lieferando-Besitzer Just Eat Takeaway registriert wurden.

Die von Lieferando erstellten Seiten werden in der Google-Suche meist als Anzeige an oberster Position gezeigt. Dadurch klicken Personen, die nach dem jeweiligen Restaurant suchen, sehr wahrscheinlich auf die von Lieferando erstellte Seite und nicht auf die eigentliche Homepage des Unternehmens.

Lieferando-Bestellungen kosten Gastronomen Geld

Je nach Geschäftsvereinbarung müssen Restaurants bei über Lieferando eingegangenen Bestellungen unterschiedlich hohe Provisionen zahlen. Liefert das Restaurant die über Lieferando vermittelte Bestellung selber aus, wird eine Provision von 13 Prozent fällig. Fahren Lieferando-Fahrer das Essen zu den Kunden, müssen Restaurants 30 Prozent zahlen. Für viele kleinere Restaurants ist die Essensvermittlung praktisch; während der Recherche des BR haben sich Gastronomen auch positiv über die Webseiten geäußert.

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Lieferando sieht die Schattenwebseiten als "Service für die Restaurants", deren Erstellung "vertraglich geregelt" sei. Die Recherche des Bayerischen Rundfunks hat allerdings ergeben, dass viele Restaurantbesitzer nichts von ihrer Lieferando-Homepage wussten. In einem Fall wurde als Bild für ein veganes Restaurant sogar ein gebratenes Steak verwendet, was der Besitzer des Restaurants als Rufschädigung wertete.

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Rechtsexperten sehen das Verhalten von Lieferando als unfair an. Lieferando dränge sich zwischen Kunden und Restaurant und blockiere den direkten Zugang. Die Zusammenarbeit zwischen Lieferando und Google bei der Suchmaschinenplatzierung könnte zudem die Frage aufwerfen, ob Lieferando seine Marktmacht ausnutze - es könnte sich also um einen Fall für Kartellrechtler handeln.

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chacka 27. Feb 2021

Kunden die von diesem unfairen Verhalten erfahren sollten sich ihr Essen bei Liferando...

ul mi 27. Feb 2021

25000 Dönerbuden gründen eine Genossenschaft, die dann von jemandem verwaltet und...

ClausWARE 26. Feb 2021

Ich bestelle aber grundsätzlich nicht telefonisch, online per Paypal oder garnicht!

JensBerlin 26. Feb 2021

Danke für das Beispiel, dann kann man sich das besser vorstellen. Ich finde beide...

berritorre 26. Feb 2021

Das hat mit Faulheit nichts zu tun, sondern mit dem Service. Wenn man teilweise bei den...



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