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Essen und Düsseldorf: Metrofibre ist insolvent und stoppt den Glasfaserausbau

Metrofibre ist insolvent und kann den FTTH-Ausbau in Essen nicht weiterführen – und in Düsseldorf gar nicht erst beginnen.
/ Achim Sawall
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Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord und Metrofibre geben im Frühjahr 2025 Partnerschaft bekannt. (Bild: Metrofibre)
Die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord und Metrofibre geben im Frühjahr 2025 Partnerschaft bekannt. Bild: Metrofibre

Metrofibre und seine Ruhrfibre-Schwesterunternehmen haben beim zuständigen Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das gab das Unternehmen am 27. Mai 2026 bekannt. Grund sei der "überraschende Rückzug der bisherigen Finanzierungspartner".

Die laufenden Bauaktivitäten würden pausiert, erklärte das Unternehmen weiter. Der Markt für den Glasfaser-Rollout sei "derzeit bundesweit von anspruchsvollen Finanzierungsbedingungen und Konsolidierungsdruck geprägt".

Das Gericht gab den Eigenverwaltungsanträgen statt und bestellte David Georg von der Kanzlei Dentons zum vorläufigen Sachwalter. Die Geschäftsführung bleibe im Rahmen der Eigenverwaltung im Amt und führe die Unternehmen weiterhin operativ.

Ruhrfibre in Essen baute rund 100.000 Haushalte aus, die Bauarbeiten in Düsseldorf unter der Marke Düsselfibre starteten jüngst im kleinen Rahmen. Der damalige Geschäftsführer Christopher Rautenberg hatte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) im Herbst 2023 versprochen, rund 100.000 Haushalte in 14 Stadtteilen mit Glasfaser auszustatten. Keller nannte Düsselfibre einen "festen Partner" für "zukunftsweisende Infrastruktur".

Vorhandene Leerrohre oder U-Bahn-Tunnel nutzen

Das Projekt Ruhrfibre wurde in 2020/21 von einer Gruppe Manager aus der Telekommunikationsbranche entwickelt und wollte in Essen vorhandene Leerrohre oder U-Bahn-Tunnel nutzen. Hinter Ruhrfibre steht neben der Essener Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (EVV) und den Gründern um Arndt F. Rautenberg, in Essen aufgewachsener Diplom-Kaufmann und ehemaliger Chief Strategy Officer der Telekom, insbesondere der Finanzinvestor CVC DIF, der im November 2022 die Mehrheit der Anteile der Gesellschaft übernahm.

Ruhrfibre und Vodafone gaben im Dezember 2022 in Essen eine Partnerschaft für rund 150.000 neue FTTH-Anschlüsse bekannt. Ruhrfibre hatte im März 2022 einen Investorenprozess gestartet, aus dem DIF Capital Partners Deutschland im September 2022 mit dem Abschluss einer Exklusivität als Sieger hervorging.

Ruhrfibre übernahm die Planung und den Ausbau der passiven Glasfasertechnologie bis in die Wohnungen (FTTH – Fiber To The Home). Vodafone erstellte den Anschluss an seine aktive Netzinfrastruktur, steuerte den Netzbetrieb und vermarktete die Anschlüsse. Auch die Deutsche Telekom hatte dort einen eigenen Ausbau angekündigt.

In Herne und Bottrop sowie anderen Städten wollte Metrofibre den Ausbau in diesem Jahr beginnen.


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