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ESL One: Standing Ovations für den unbeliebten Sieger

Beim größten Counter-Strike-Turnier der Welt haben am Wochenende in der Lanxess-Arena acht Teams um den Sieg und ein Preisgeld von 250.000 US-Dollar gespielt. Wir haben bei der ESL One spannende Spiele gesehen.

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Fnatic gewinnt den CS-Go-Pokal bei der ESL One 2015 in Köln.
Fnatic gewinnt den CS-Go-Pokal bei der ESL One 2015 in Köln. (Bild: ESL)

167.288 Kills, 143.198 Tode in 144.730 gespielten Runden Counter-Strike Global Offensive: Das sind die beeindruckenden Steam-Statistiken des E-Sportlers Robin "flusha" Rönnquist. Er hat am Sonntagabend um genau 21:21 Uhr als Counter-Terrorist den entscheidenden Schuss des Wochenendes gesetzt und mit seinem Team Fnatic die ESL One in Köln gewonnen. Blaues und goldenes Konfetti umhüllte die fünf feiernden Schweden, während sie von den 12.000 Zuschauern in der Lanxess-Arena mit Standing Ovations gefeiert wurden.

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Noch vor ein paar Jahren wäre ein solches Event kaum möglich gewesen: Shooter wie Counter-Strike wurden als Killerspiele abgestempelt und mit Amokläufen in Verbindung gebracht, zahlreiche Politiker und Aktionsbündnisse forderten ein Verbot solcher Spiele. "Durch Killerspiele sinke die Hemmschwelle zur Gewalt", argumentierte der damalige niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU).

Im E-Sport steht aber nicht der Akt des Tötens im Vordergrund. In der Szene wird er auch gar nicht als solcher bezeichnet, es wird von einem Frag statt von einer Tötung gesprochen. Es sei ihm egal, ob in dem Spiel geschossen oder mit Papierkügelchen geworfen werde, sagte ein E-Sportler vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de. Letztendlich gehe es darum, besser als der Gegner zu sein. Das Zusammenspiel aus Teamkommunikation, strategischem und kreativem Denken und schnellen Reaktionen mache das Spiel aus. Lediglich von einem Ballerspiel zu sprechen, sei eine Beleidigung - Counter-Strike sei nämlich ein sehr taktischer Shooter.

Trainieren im Bootcamp

Daher ist für die E-Sportler vor dem Turnier viel Vorbereitung nötig. "Wir haben in letzter Zeit sehr viele Turniere gespielt, weswegen wir nur für fünf Tage ins Bootcamp konnten. Diese Zeit haben wir sehr intensiv genutzt und uns täglich rund zehn Stunden vorbereitet", erklärt Christian Lenz, Manager von Mousesports, Golem.de. "Dabei steht weniger das Spielen als die Taktikbesprechung im Vordergrund. Wir haben jeden Tag an einer Karte gearbeitet und die Strategien der Gegner analysiert und eigene neue Ideen entwickelt."

Doch bei aller Vorbereitung - entscheidend ist die Tagesform. Das musste auch das Mousesports-Team in den Vorrundenspielen der ESL One feststellen. Diese hat die ESL am Donnerstag und Freitag in den Kölner MMC-Studios ausgetragen. Schwarzer Molton an den Wänden des Fernsehstudios, kühles Licht und dunkler Betonboden trugen nicht zu einer angenehmen Spielatmosphäre bei - das fanden auch die Teams vor Ort.

"Das ist aber keine Ausrede für unsere Leistung. Wir haben einfach schlecht gespielt", sagte Lenz, nachdem sein Team bereits in der Gruppenphase ausgeschieden war. "Natürlich hätten wir gerne als einziges deutsches Team vor Heimpublikum gespielt, aber dazu waren wir nicht gut genug."

Für Eishockey-WM wird weniger Aufwand betrieben

Für das Turnier habe die ESL einen größeren Aufwand als je zuvor betrieben, sagte Ulrich Schulze von der ESL im Interview. Und auch vom Management der Lanxess-Arena heißt es, selbst eine Eishockey-WM werde einfacher produziert.

Als erster E-Sport-Veranstalter führte die ESL mit dem Event Dopingkontrollen ein. Mit Speicheltests untersuchte die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada stichprobenartig Spieler nach nicht erlaubten Substanzen.

Entscheidend für ein erfolgreiches Turnier sind aber vor allem mitreißende Spiele. Und diese haben die Spieler den Zuschauern geboten. Vollkommen auf das Spiel konzentriert, versuchten sie ihre beste Leistung abzurufen. Und gute Aktionen wurden mit lautstarkem Jubel belohnt. Davon hören die E-Sportler aber wenig, ihre Headsets sind Spezialanfertigungen und mit einer Geräuschunterdrückung ausgestattet, eines kostet rund 700 Euro.

Einen schweren Stand unter den Fans hatte der Sieger Fnatic: Durch vermeintlich illegales Boosting (ein Spieler steht auf einem anderen) und teils arrogantes Auftreten ist das Team in der Szene nicht sehr beliebt. So wurden die fünf Schweden während des Turniers stellenweise ausgebuht - für den E-Sport ungewöhnlich; die Zuschauer jubeln meistens für fast alle Teams. Die E-Sportler selbst finden ein solches Verhalten nicht gut und so ermahnte der polnische Spieler Wiktor "TaZ" Wojtas die Fans nach der Niederlage seines Teams Virtus Pro, die Leistung der Fnatic-Spieler zu würdigen. Und als am Ende die Spieler von Fnatic als Sieger den glänzenden Pokal im Konfettiregen entgegennahmen, waren die Buhrufe verflogen.

Wer es in diesem Jahr nicht nach Köln geschafft hat, wird nächstes Jahr die Chance bekommen. "Wir gehen stark davon aus, dass wir in Frankfurt und Köln wieder Turniere veranstalten können. Und vielleicht bekommen wir noch ein oder zwei große Turniere dazu, mit denen wir vielleicht in neue Regionen vordringen", sagt Ulrich Schulze. E-Sport-Fans dürfen sich also wieder auf zahlreiche große Events freuen.

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Zeitvertreib 25. Aug 2015

In seltenen Fällen kann es schon vorkommen das es 10 Frags pro Runde (bspw. der...

razer 25. Aug 2015

Das ist unter anderem auch der Grund warum das Replay eines Matches nicht sofort...

narea 25. Aug 2015

Kommt auf das Turnier an. In diesem Turnier war 'alles' erlaubt - auch dashier. Fnatic...

Hundgeburt 24. Aug 2015

"Durch Killerspiele sinke die Hemmschwelle zur Gewalt", argumentierte der damalige...

space invader 24. Aug 2015

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