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Esa: Über 1.300 anomale Objekte in den Daten von Hubble entdeckt

Erstmals wurden die Archivdaten des Hubble- Weltraumteleskops systematisch nach Anomalien durchsucht. Einige lassen sich erklären, andere sind unbekannt.
/ Patrick Klapetz
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Astrophysikalische Anomalien aus Hubbles Archiv (Bild: Esa)
Astrophysikalische Anomalien aus Hubbles Archiv Bild: Esa

Astronomen der europäischen Weltraumbehörde Esa haben in den Archivdaten des Weltraumteleskops Hubble 800 bisher nicht dokumentierte astrophysikalische Anomalien entdeckt. Dafür nutzte das Forschungsteam(öffnet im neuen Fenster) das KI-Modell Anomalymatch, das darauf trainiert ist, solche Anomalien zu finden.

Dieses Modell sollte nach auffälligen Mustern Ausschau halten – etwa seltsam geformten Galaxien, planetenbildenden Scheiben, die von der Kante betrachtet werden, oder Licht, das durch die Schwerkraft massereicher Objekte verzerrt wird.

Es war das erste Mal, dass der Datensatz aus dem Hubble Legacy Archive systematisch nach solchen Auffälligkeiten durchsucht wurde. Dafür scannte das KI-Modell fast 100 Millionen Bildausschnitte – und benötigte dafür nur zweieinhalb Tage.

Was hat die KI entdeckt?

So wurden mehr als 1300 Anomalien entdeckt, von denen mehr als 800 bisher nicht in der wissenschaftlichen Literatur dokumentiert waren. Die meisten davon waren Galaxien, die sich im Prozess des Verschmelzens oder der Wechselwirkung befanden, ungewöhnliche Formen annahmen oder lange Schwänze aus Sternen und Gas hinterließen.

Viele andere Objekte waren gravitative Linsen , bei denen die Gravitation einer Galaxie im Vordergrund die Raumzeit verbiegt und das Licht einer fernen Hintergrundgalaxie in einen Kreis oder Bogen verformt. Es wurden aber auch andere seltene Objekte entdeckt wie Galaxien mit riesigen Sternenklumpen, Quallengalaxien mit gasförmigen "Tentakeln" und planetenbildende Scheiben, die von der Kante zu sehen sind und dadurch ein schmetterlingsähnliches Aussehen haben.

Zudem gab es mehrere Dutzend Objekte, die sich jeglicher Klassifizierung entzogen, teilte die Esa in einem Blogbeitrag mit. "So viele anomale Objekte in Hubble-Daten zu finden, wo man erwarten würde, dass viele bereits gefunden wurden, ist ein großartiges Ergebnis" , so der beteiligte Wissenschaftler Pablo Gómez(öffnet im neuen Fenster) . "Es zeigt auch, wie nützlich dieses [KI-]Werkzeug für andere große Datensätze sein wird."

Zur Studie

Die Forschungsarbeit wurde am 16. Dezember 2025 in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht: Identifying astrophysical anomalies in 99.6 million source cutouts from the Hubble legacy archive using Anomalymatch(öffnet im neuen Fenster) (Identifizierung astrophysikalischer Anomalien in 99,6 Millionen Quellausschnitten aus dem Hubble-Legacy-Archiv mit Anomalymatch).


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