Esa: Raumsonde Hera fliegt zum abgelenkten Asteroiden Dimorphos

Schauen wir mal nach: Die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) hat die Sonde Hera gestartet. Sie soll zum Doppelasteroiden Didymos fliegen, der vor zwei Jahren abgelenkt worden ist.
Hera sei planmäßig um 16:52 Uhr unserer Zeit am 7. Oktober vom Startplatz Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet, teilte die Esa mit(öffnet im neuen Fenster) . Eine Falcon-9-Trägerrakete von SpaceX brachte sie ins All.
Ziel der Hera-Mission(öffnet im neuen Fenster) ist das Doppelasteroidensystem (65803) Didymos, an dem die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) 2022 die Verteidigung der Erde vor einem Asteroiden probte: Dafür wurde der rund 570 Kilogramm schwere Impaktor Double Asteroid Redirection Test (Dart) mit einer Geschwindigkeit von knapp 22.000 Kilometer pro Stunde auf den Asteroidenmond Dimorphos geschossen , um diesen von seiner Bahn abzulenken.
Der Einschlag schleuderte Materie ins All
Die Mission war ein Erfolg: Durch den Einschlag von Dart wurde die Umlaufbahn von Dimorphos um etwa 33 Minuten verkürzt. Zudem soll Dimorphos dadurch verformt worden sein. Dimorphos hat einen Durchmesser von nur 160 Metern und umkreist den 780 Meter großen Asteroiden Didymos.

Durch den Einschlag, den die Dart-Sonde filmte , wurden bis zu 22 Millionen Kilogramm Material ins All geschleudert. Aus den Daten über einen solchen Einschlag können Forscher Rückschlüsse auf die physikalischen Eigenschaften des Asteroiden ziehen.
Allerdings gebe es noch viele offene Fragen, teilte die Esa mit: Wie groß ist der Krater, den der Dart hinterlassen hat? Wie stark wurde der Asteroid verändert? Wie sind seine Zusammensetzung, Struktur und Masse? Diese Fragen müssten geklärt werden, um aus der Ablenkung eines Asteroiden durch kinetische Einschläge eine zuverlässige und wiederholbare Technik der Planetenverteidigung zu machen.

Hera soll Ende 2026 bei Didymos ankommen. Auf ihrem Weg werde sie im März kommenden Jahres am Mars vorbeifliegen und dort seinen Mond Deimos beobachten . Zur Mission gehört auch, dass Hera zwei Kleinsatelliten aussetzen will, die den Asteroiden zunächst in geringer Entfernung umkreisen und möglicherweise auch darauf landen sollen.