Esa: Juice zeigt Bilder vom Vorbeiflug an Erde und Mond

Eigentlich ist die Juice-Raumsonde (Jupiter Icy Moons Explorer; Jupiter-Eismonde-Entdecker) der europäischen Raumfahrtbehörde Esa auf dem Weg zum Jupiter und seinen Monden. Doch vorher absolvierte das Raumfahrzeug laut einer per E-Mail verschickten Pressemitteilung der Esa erfolgreich einen Vorbeiflug an Mond und Erde.
Im Monat vor dem Vorbeiflug gaben die Betreiber der Raumsonde Juice leichte Anstöße, um sie auf genau die richtige Anflugbahn zu bringen. Danach verfolgten sie Juice zwischen dem 17. und 22. August rund um die Uhr.
Der Vorbeiflug an Mond und Erde
Die engste Annäherung an den Mond erfolgte am 19. August um 23:15 Uhr (MESZ), die weitere Flugbahn führte Juice etwas mehr als 24 Stunden später, am 20. August um 23:56 Uhr (MESZ), zur bisher engsten Annäherung an die Erde.
Bei diesem Swing-by-Manöver nutzte die Raumsonde die Schwerkraft des Mondes und anschließend die der Erde, um die Geschwindigkeit und Flugrichtung des Raumfahrzeugs zu ändern.
Der Vorbeiflug am Mond erhöhte die Geschwindigkeit von Juice um 0,9 Kilometer pro Sekunde relativ zur Sonne und lenkte Juice in Richtung Erde. Der Vorbeiflug an der Erde reduzierte die Geschwindigkeit um 4,8 Kilometer pro Sekunde zur Sonne und lenkte die Sonde auf eine neue Flugbahn in Richtung Venus , wo im August 2025 das nächste Swing-by-Manöver erfolgen soll.
Test der Instrumente an Bord von Juice
Als Juice gerade einmal 6.840 Kilometer über Südostasien und den Pazifik flog, nahm die Sonde mit ihren Kameras eine Reihe von Bildern auf und sammelte wissenschaftliche Daten mit acht der zehn an Bord befindlichen Instrumente.
Zuvor wurden beim Vorbeiflug am Mond alle zehn Instrumente eingeschaltet und getestet. Laut Esa verlief der Vorbeiflug mit Schwerkraftunterstützung reibungslos. Im nächsten Schritt wird das Missionsteam die Daten auswerten, um zu erfahren, wie gut die Instrumente tatsächlich funktionieren.
Treibstoff für die Hauptmission am Jupiter gesichert
Insgesamt wurde Juice durch den Vorbeiflug am Mond und an der Erde um einen Winkel von 100° im Vergleich zur vorherigen Flugbahn umgelenkt. Doch warum nicht direkt zum Jupiter? Mit diesem Manöver spart die Mission rund 100 bis 150 Kilogramm Treibstoff.
Durch den einwandfreien Start der Ariane-5-Rakete im April 2023 verbrauchte die Raumsonde etwas weniger Treibstoff – dadurch kann sie dem Jupiter-Mond Ganymed näher kommen, als ursprünglich geplant war. Laut Esa sicherte der jetzige Vorbeiflug an Mond und Erde diesen zusätzlichen Treibstoffbonus.
Nach dem Manöver an der Venus im August 2025 wird die Raumsonde wieder Kurs zur Erde nehmen. Für September 2026 und Januar 2029 sind zwei weitere Swing-by-Manöver geplant, bevor die Raumsonde im Juli 2031 den Jupiter erreichen soll.



