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Esa: Exomars Rover verspätet sich wegen Fallschirmproblemen

Mit 35 m ist er doppelt so groß wie der größte Fallschirm, der jemals auf dem Mars flog. Auf der Pressekonferenz versuchten Esa-Vertreter, die Wahl zu verteidigen.

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Der Exomars Rover sollte bereits 2018 zum roten Planeten fliegen.
Der Exomars Rover sollte bereits 2018 zum roten Planeten fliegen. (Bild: ESA)

Der Start des europäisch-russischen Exomars Rover wird 2020 nicht stattfinden und stattdessen auf 2022 verschoben. Das gab Jan Wörner, Generaldirektor der Esa (European Space Agency), heute auf einer improvisierten Pressekonferenz bekannt. Die Probleme mit dem 35 m großen Fallschirm, der bei Tests im August 2019 mehrfach zerrissen ist, konnten nicht rechtzeitig behoben werden. Er hat mehr als den doppelten Durchmesser des größten jemals auf dem Mars geflogenen Fallschirms. Wegen der Reiseeinschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie fand die Pressekonferenz als Videokonferenz statt. Der Generaldirektor von Roskosmos, Dimitri Rogozin, konnte wegen technischer Probleme nicht teilnehmen.

Inhalt:
  1. Esa: Exomars Rover verspätet sich wegen Fallschirmproblemen
  2. Widersprüchliche Angaben zum Fallschirm

Die Vorbereitungen zum Flug waren größtenteils abgeschlossen. Kleinere Probleme wie eine notwendige Reparatur von delaminierten Solarzellen soll für die Verschiebung nicht kritisch gewesen sein. Tests in der Vakuumkammer sind abgeschlossen, das Transferraumschiff steht bereit, die Landeplattform ist fertig und getestet. Das verpasste Zeitfenster führt automatisch zu einer Verschiebung des Starts um 26 Monate, weil es so lange dauert, bis der Mars auf seiner Umlaufbahn Ende 2022 wieder in Erdnähe ist.

In der Zeit bis zum Start im Jahr 2022 soll an dem Rover und der Transferstufe nichts mehr verändert werden, um keine weiteren Systemtests beginnen zu müssen. Auch die russische Proton Rakete soll 2022 wieder für den Start zur Verfügung stehen. Der Exomars Trace Gas Orbiter soll die Mission unterstützen und hat auch noch genügend Treibstoffreserven, um die eigentlich schon 2018 geplante Mission im Jahr 2023 durchzuführen. Es fehlten aber noch Avionik- und Systemintegrationstests, zu denen auch funktionierende Fallschirme gehören. Die gesamte Mission hängt deshalb von diesem Fallschirm ab.

Keine Tests sollen übersprungen werden

Wörner legte in der Pressekonferenz großen Wert auf die Mitteilung, dass alle Tests vor dem Flug vollständig abzuschließen und keine zu überspringen seien. Das sei eine Lehre aus den beiden gescheiterten europäischen Marslandern Beagle 2 und Schiaparelli gewesen. Die Fallschirmprobleme sollen sich auf Probleme beim Auswurf der Schirme beschränken, während laut Wörner der Fallschirm selbst voll funktioniere.

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Die zusammen mit der Nasa (National Aeronautics and Space Administration) vorgesehenen Fallschirmtests in den USA konnten nicht stattfinden. Es soll konkurrierende Interessen im Zeitplan gegeben haben, Details wurden nicht genannt. Es könnte sich um die Vorbereitungen auf die Landung des amerikanischen Mars 2020 Rover Perseverance handeln oder die vielen nötigen Fallschirmtests für den ersten Flug des Crew Dragons mit Besatzung.

Die Größe des problematischen Fallschirms ist selbst für die Nasa ungewöhnlich und äußerst ambitioniert. Deshalb fragte Golem.de die anwesenden Esa-Vertreter, weshalb sich die Esa gleich bei der ersten größeren Marslandemission für den Einsatz des größten jemals auf dem Mars verwendeten Fallschirms entschieden hat und was sie aus den aufgetretenen Problemen für zukünftige Missionen, die Technologien benötigen, mit denen die Esa noch keine vorherige Erfahrung hat, gelernt hat.

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Widersprüchliche Angaben zum Fallschirm 
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