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Widersprüchliche Angaben zum Fallschirm

Wörner verteidigte die Wahl des Fallschirms damit, dass nur mit einem so großen Fallschirm die hohe Masse des Marsrover landen könne. Dem schloss sich David Parker an, Esa-Direktor für menschliche und robotische Erkundung, und verwies auf andere Marslander der Nasa mit ähnlich großen Fallschirmen. Diese Aussage ist falsch. Der Exomars Rover hat einen 35 m großen Hauptfallschirm. Der bislang größte Fallschirm in der Geschichte der Planetenforschung wurde bei der Landung von Marsrover Curiosity verwendet. Mit einem Durchmesser von 16 m war er nur 3 m größer als die Fallschirme der Rover Spirit und Opportunity.

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Auf die Möglichkeit, mehr Geschwindigkeit mit Raketentriebwerken abzubauen, wie bei Curiosity, gingen weder Wörner noch Parker ein, auch nicht auf die Option, zunächst mehr Daten und Erfahrungen mit weniger ambitionierten Marslandern zu sammeln. Parker verwies auf die Erfahrung mit früheren europäischen Missionen mit Fallschirmen: Den Titan-Lander Huygens sowie die Mars-Lander Beagle 2 und Schiaparelli, deren Fallschirme funktioniert hätten. Allerdings hatte der abgestürzte Esa-Marslander Schiaparelli nur einen 12 m großen Fallschirm.

Auch Huygens ist nicht vergleichbar. Die Atmosphäre des Titan ist fast doppelt so dicht wie die Erdatmosphäre - bei einem Siebtel der Schwerkraft, was die Landung stark vereinfacht. Die Marsatmosphäre hat ein 50stel der Dichte der Erdatmosphäre, bei einem Drittel der Erdschwerkraft. Korrekt ist, dass der 10 m große Fallschirm des kleinen Landers Beagle 2 funktionierte. Schiaparelli hatte in der Marsatmosphäre mit dem 12 m großen Fallschirm hingegen Probleme.

Schiaparelli Abschlussbericht machte Fallschirmprobleme deutlich

Der Abschlussbericht des Absturzes von Schiaparelli kommt zwar dem Wortlaut nach zu dem Schluss, dass der Fallschirm funktioniert habe, bezieht sich dabei aber nur auf korrektes Funktionieren der mechanischen Systeme des Landers. Während des Abstiegs geriet der Schiaparelli-Lander am Fallschirm so unerwartet stark ins Drehen und Taumeln, dass seine Lagesensoren überlastet wurden. Die Landesoftware konnte damit nicht umgehen und leitete die Landung in 3,7 km Höhe ein, was zum Einschlag auf dem Boden mit 540 km/h führte.

Der Grund für das Taumeln war eine unerkannte Eigenschaft des Fallschirms, weil bei dessen Entwicklung auf detaillierte Simulationen der Aerodynamik verzichtet wurde. Erst nach dem Absturz wurde diese mit Hilfe der Nasa durchgeführt, die das unerwartete Verhalten nachvollziehen konnte. Es zeigt deutlich, dass die Esa entgegen der Aussagen von Wörner und Parker noch keine ausreichende eigenständige Expertise zur Entwicklung von Fallschirmen für Marsflüge in gebräuchlichen Durchmessern hat.

Selbst die Nasa vermied die Konstruktion eines so großen Fallschirms für die Landung schwerer Nutzlasten und verwendete stattdessen Raketentriebwerke. Vor diesem Hintergrund sind selbst Zweifel an der Fähigkeit der Nasa gerechtfertigt, einen 35 m großen Fallschirm für Marslandungen zu konstruieren. Für den Exomars Rover der Esa stellt das ein noch größeres Wagnis dar.

Derweil hat die Nasa selbst Interesse am Erfolg des Exomars Rover. Ein davon abgeleitetes System soll später die Proben auf dem Mars einsammeln, die vom Perseverance Rover hinterlegt werden sollen, um sie anschließend mit einer Rakete zurück zur Erde zu bringen. Es hängt nun alles am Funktionieren der Fallschirme bei der geplanten Landung des Rover im Jahr 2023.

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 Esa: Exomars Rover verspätet sich wegen Fallschirmproblemen
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FreiGeistler 13. Mär 2020

Da wären ja nicht 42 Raketen nötig. Sondern eine, mit 42 Drohnen. Macht ja nichts. Die...

Kleiber 12. Mär 2020

Es wird seitens der Forschung auch überlegt ob es auf Titan Prozesse gibt, welche die...


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