Esa: Ein Deutscher soll zum Mond fliegen

In Bremen wurde in diesem November europäische Weltraumgeschichte geschrieben. Auf der Ministerratstagung der europäischen Raumfahrtbehörde Esa verkündete deren Generaldirektor Josef Aschbacher, welche europäischen Astronauten im Zuge des Artemis-Programms der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa mit zum Mond fliegen dürfen(öffnet im neuen Fenster) .
Namen nannte er dabei nicht, aber die Nationen, aus denen die zukünftigen europäischen Artemis-Mondastronauten stammen: "Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, Esa-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden" , teilte Aschbacher mit.
Erster Deutscher soll zum Mond fliegen
Ebenfalls anwesend war Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU), die sagte: "Nach über 50 Jahren ist es auch wirklich wieder an der Zeit, dass wir uns dem Mond nähern. Und da ist es großartig, dass jetzt auch endlich ein Europäer und vor allem auch ein Deutscher dabei sein wird" , so die CSU-Politikerin.
Auf deutscher Seite könnten die beiden erfahrenen Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer mitfliegen. Aber auch die Reserveastronautinnen Amelie Schoenenwald und Nicola Winter kämen infrage. Sowohl Maurer als auch Gerst betonten bereits mehrfach, dass sie gerne zum Mond fliegen würden.
Ob einer dieser Deutschen dann auch auf dem Mond landen darf oder ob er oder sie für eine Rundreise um den Trabanten ins All aufbrechen wird, wurde zu diesem Zeitpunkt nicht enthüllt. Aber es wird ein Wunsch der Bundesregierung aus ihrem Koalitionsvertrag erfüllt: eine erste Deutsche oder ein erster Deutscher bei einer Mondmission .
Rekordbudget für die europäische Raumfahrt
Weiterhin beschlossen die 23 Mitgliedsstaaten der Esa auf der Ministerratstagung ihr europäisches Raumfahrtbudget für die kommenden drei Jahre. Mitte November kündigte Aschbacher einen Budgetvorschlag von 22 Milliarden Euro an und sagte: "Man muss dazu sagen: Der Betrag, den ich vorschlage als Generaldirektor, ist niemals der Betrag, der danach gezeichnet wird."
Das war deutlich mehr als die 16,9 Milliarden, die noch 2022 in Paris von den Esa-Mitgliedstaaten beschlossen wurden – bereits damals eine Rekordsumme. Doch in Bremen wurde sogar der aktuelle Wunsch von Aschbacher knapp übertroffen. Denn das kommende Drei-Jahres-Budget der europäischen Raumfahrtbehörde beträgt nun knapp 22,1 Milliarden Euro. "Sie haben Geschichte geschrieben" , so der Esa-Chef während der Versammlung.
Deutschland alleine werde 5,4 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bereitstellen, verkündete Bär. Dies sei eine Steigerung von ungefähr 30 Prozent. Auch Frankreich und Italien gehören zu den größten Beitragszahlern – weswegen es nicht überaus überraschend ist, dass gerade aus diesen Ländern die ersten europäischen Artemis-Astronauten kommen sollen.
Zunächst einmal werden mit Artemis II drei US-Amerikaner und ein Kanadier den Mond umkreisen. Die Mission soll voraussichtlich im Februar 2026 starten. Mit Artemis III sollen auch wieder zwei Astronauten auf der Mondoberfläche landen. Bisher war Artemis III für das Jahr 2027 angedacht, doch die Mondlandefähre von SpaceX, ein umgebautes Starship, wird voraussichtlich nicht vor 2028 zur Mondlandung ansetzen können.
Ein Deutscher auf dem Mond?
Eine deutsche Mondlandung ist dabei eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Vermutlich wird einer der deutschen Esa-Astronauten den Mond jedoch nur vom Orbit aus besuchen. Ob dies am Bord des Orion-Raumschiffs sein wird, oder ob bis dahin die Raumstation Lunar Gateway im Mondorbit installiert ist, bleibt vorerst abzuwarten. Ohnehin scheint es frühestens mit der Artemis-IV-Mission so weit zu sein – und die wird wohl nicht vor 2029 oder 2030 starten können.



