Esa-Bericht: Abstürzende Satelliten sind eine wachsende Gefahr für Menschenleben
Mittlerweile werden Tag für Tag durchschnittlich mehr als zehn Satelliten in die Erdumlaufbahn gebracht. Gleichzeitig stürzen täglich mehr als drei Satelliten ab und verglühen in der Erdatmosphäre, berichtet die europäische Raumfahrtbehörde Esa in ihrem Space Environment Report 2026(öffnet im neuen Fenster).
Insgesamt steigt die Anzahl der Nutzlasttransporte und Raketenstarts ins All. 2025 wurden über 4.000 Nutzlasten mit mehr als 300 Raketenstarts in die Erdumlaufbahn befördert.
Insbesondere die anwachsenden Konstellationen aus Internetsatelliten wie Starlink (SpaceX), Amazons Project Kuiper sowie die chinesischen Netzwerke Qianfan und Guowang sind für diesen Trend verantwortlich.
Gefahr für Leib und Leben
In dem Bericht wird erstmals die Gefahr durch Fragmente abstürzender Satelliten diskutiert. Jedes Jahr sind demnach durch herabfallende Raketenteile 0,04 Todesfälle zu erwarten, hinzu kommen weitere 0,04 Todesfälle durch abstürzende Nutzlasten. Bei Letzteren sinkt diese die Zahl bei Konstellationen mit eingebauten Wiedereintrittsmechanismen allerdings auf knapp 0,01 Todesfälle pro Jahr.
Die wachsende Anzahl an Satellitenabstürzen sieht die Esa jedoch nicht per se negativ, denn dies ist der Raumfahrtorganisation zufolge auch ein Ausdruck des wachsenden Bewusstseins für Weltraumschrott. Die Nutzungsdauer der Raumfahrzeuge reduziert sich und sie werden gezielt zum Absturz gebracht. Dadurch verbleiben sie nicht als Schrott im Weltraum, der mit anderen Objekten kollidieren kann.
Gefahr des Kessler-Effekts steigt
Jedoch wächst die Gefahr für gefährliche Kettenreaktionen, den Kessler-Effekt, durch die steigende Zahl von Satelliten im Erdorbit. Bei Zusammenstößen können Trümmer entstehen, die mit anderen Objekten kollidieren und dadurch weiteren gefährlichen Schrott produzieren.
Selbst wenn keine neuen Satelliten ins All geschickt würden: Die Anzahl der Objekte in der Erdumlaufbahn würde durch die anhaltenden Kollisionen weiter steigen.
Um die Situation im Erdorbit zu beurteilen, führte die Esa den Space Environment Health Index ein. Dieser soll durch eine Gegenüberstellung mit den Maßnahmen zur Vermeidung von Weltraumschrott zeigen, wie stark der Weltraum rund um die Erde belastet ist.
Der "unglaublich starke Anstieg" des Index von 4 auf 50 im Zeitraum von 2025 bis 2026 zeige, dass sich die "Auswirkungen unserer Weltraumaktivitäten innerhalb von nur einem Jahr um eine ganze Größenordnung verschlimmert haben", heißt es in dem Bericht.
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