Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Konkurrenz um Einstiegs- und Premiumsegment schwächt die Mitte

Im Server-Segment sieht es für AMD und Intel aktuell noch gut aus: Der Markt wächst so stark, dass der steigende ARM-Anteil auf ihre Umsätze keine Auswirkungen hat – im Gegenteil. Im PC- und Notebook-Markt könnte das anders aussehen. Die Analysten von Gartner wiesen zwar für das erste Quartal 2026(öffnet im neuen Fenster) noch gestiegene Absatzzahlen aus.

Sie gehen aber davon aus, dass diese bereits länger durch Einmaleffekte aufgebläht sind: Upgrades durch das Ende des Windows-10-Supports sowie Lageraufstockung im Vorfeld neuer US-Zölle und zuletzt, um Preissteigerungen zuvorzukommen.

Mehr Konkurrenz klingt erst einmal gut für Verbraucher, könnte aber gerade den gegenteiligen Effekt haben. Zunächst arbeitet Nvidia eifrig daran, ein geschlossenes Ökosystem zu schaffen: Prozessor von Nvidia, KI-Laufzeit von Nvidia, KI-Modelle von Nvidia, KI-Rechenzentren von Nvidia. Zusätzlich könnte gerade im mittleren Preissegment die Auswahl geringer werden.

Konkurrenz oben und unten ...

Auch wenn für Geräte mit RTX Spark noch keine Preise bekannt sind, werden sie sich im Premium-Segment einsortieren. Mit dem N1 soll es zwar eine kleinere Variante geben, aber auch die wird wohl kaum in Geräten unter 1.000 Euro zu finden sein. Dafür sorgen allein die RAM-Preise, 16 GByte wären hier schon sehr knapp dimensioniert.

Gleichzeitig gibt es im Einstiegssegment mit dem Macbook Neo neue Konkurrenz, Qualcomm will den Preisdruck mit den Snapdragon C noch einmal erhöhen. Das Problem dabei: Der Fokus auf die beiden Extreme des Preisspektrums erschwert es, die Mitte abzudecken.

... macht es schwer, die Mittelklasse abzudecken

Zu erkennen ist das bereits an Intels Wildcat Lake und den Panther-Lake. CPUs mit kleinem CPU-Die. Relevantester Unterschied sind zwei P-Cores, die schwächere NPU dürfte für viele Kunden kaum ins Gewicht fallen.

Panther Lake nutzt aber wesentlich aufwendigeres Packaging, was die CPU teurer macht und insgesamt höherwertige Geräte verlangt. Gleichzeitig hat Intel praktisch keine Möglichkeit, teildefekte Dies durch Abschalten von Kernen zu nutzen. Das Panther-Lake-Portfolio zeigt genau das.

Wenn zusätzlich noch der Wettbewerb steigt, werden solche Mittelwege weiter an Attraktivität verlieren. Sie sind nicht nur teuer, sie blockieren auch Fertigungskapazitäten, ohne sich von den Einstiegsmodellen ausreichend abgrenzen zu können.

Die Speicherpreise erschweren die Differenzierung noch zusätzlich. Ob sich eine so weitgehende Deaktivierung der Spitzenmodelle lohnt, dass sie als Ersatz dienen können, ist fraglich. Auf das prestigeträchtige Premiumsegment können die Hersteller dabei ebenso wenig verzichten wie auf den Massenmarkt. Die Mittelklasse ist da noch am ehesten verzichtbar.


Relevante Themen