Abo
  • Services:
Anzeige
Die Kachel-Oberfläche der Zune-Software aus dem Jahr 2009 war später für Microsoft von besonderer Bedeutung.
Die Kachel-Oberfläche der Zune-Software aus dem Jahr 2009 war später für Microsoft von besonderer Bedeutung. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Es wird einmal gewesen sein ...: Microsofts Zune wird komplett eingestellt

Die Kachel-Oberfläche der Zune-Software aus dem Jahr 2009 war später für Microsoft von besonderer Bedeutung.
Die Kachel-Oberfläche der Zune-Software aus dem Jahr 2009 war später für Microsoft von besonderer Bedeutung. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Microsoft beendet seinen Versuch, mit einer modernen Windows-Software, zahlreichen Hardware-MP3-Playern und einem Online-Musik-Dienst eine Konkurrenz zu Apples iTunes aufzubauen. Käufer von DRM-Inhalten müssen mit Einschränkungen der Rechte an ihrer Musik rechnen.
Von Andreas Sebayang

Die Zune-Dienste sind tot: Microsoft stellt den Onlinemusikdienst Mitte November 2015 ein. Musik kann dann via Zune endgültig nicht mehr heruntergeladen werden, auch die Lizenzverwaltung wird beendet. Die Hardware kann aber weiter eingesetzt und mit der Zune-Software synchronisiert werden.

Anzeige

Mit dem Ende des Zune-Dienstes gehen dem Anwender von Zune-Hardware seine Lizenzen verloren. Die legal erworbenen Rechte für die Musik lassen sich nicht mehr erneut aktivieren, wie aus den Zune-FAQ hervorgeht. Für die Verwendung auf Zune-Hardware ist das allerdings notwendig.

Sonderlich erfolgreich war das Zune-Projekt von Microsoft nicht. Die Abspielgeräte schafften es nicht einmal nach Deutschland. Microsoft konzentrierte sich überwiegend auf den US-Markt. Dort gab es zwar hin und wieder Meldungen, die nach Erfolg klangen: ausverkaufte Geräte, Lieferschwierigkeiten. Doch die waren offenbar schlicht darauf zurückzuführen, dass zu wenig Geräte produziert worden waren. Als Konsequenz wurden bereits 2011 die Zune-Hardware-Player eingestellt

Falsche Entscheidungen machten aus dem vielversprechenden Zune-Projekt einen Flop

Dabei waren die Geräte gar nicht so schlecht. Als wir im Jahr 2009 den Zune HD-Player testeten, zeigte sich bereits, wo Microsoft damit hinwollte: Es war der Prototyp für das zukünftige Windows-Phone-Smartphone. Die Bedienung war rasant und die Oberfläche angenehm aufgeräumt im Vergleich zu den damaligen Angeboten von Microsoft. Selbst bei der Verpackung nahm sich Microsoft Apple zum Vorbild und reduzierte sie auf das Nötigste. Dazu gab es einen aufgeräumten und modernen Softwareplayer im Kachel-Look. Microsoft nutzte diese Optik später für Windows 8.

  • Microsofts Zune HD: Die Packung ist erstaunlich klein.
  • Zune HD: 3,3-Zoll-OLED-Bildschirm mit kapazitivem Multitouchscreen
  • Das Design ist schlicht: Ein Zune-Schriftzug vorne, ...
  • ... ein dezenter Hinweis auf Microsoft und ...
  • ... das Zune-Logo auf der Alu-Rückseite. Solange der Bildschirm aus ist, ist das Gerät nur für Kenner auffällig.
  • Die Taste für die Media Controls. Nach einem Druck tauchen die Touchscreenkontrollen auf.
  • Den Zune HD gibt es auch mit silbernem Rücken und 32 GByte Flashspeicher.
  • Unter dem Bildschirm befindet sich die Home-Taste.
  • Packung, Zune-Prepaid-Karte, der Zune HD selbst, das Synchronisationskabel und die Kopfhörer, die mit Magneten zusammengehalten werden
  • Der rechte Kopfhörer hat wegen des Magneten einen leichten Buckel.
  • Der Zune-HD ist klein. Die kräftigen Farben kommen auf den Fotos leider nicht heraus.
  • Auf der Oberseite befindet sich der Knopf für die Bildschirmsperre. Drückt der Anwender die Taste  3 Sekunden lang, kann der Zune HD heruntergefahren werden.
  • Die Tasten sind gut versenkt. Versehentlich drückt der Anwender sie unterwegs nicht.
  • Die Zune-Software beim Abspielen von Musik: Eine Collage aller Alben im  Hintergrund.
  • Download-Error beim Versuch, die kostenlose Folge Dexter 4.1 mit einer deutschen IP herunterzuladen.
  • Die Zune-HD-Software. Einfache Bedienung war den Entwicklern auch hier wichtig.
  • Per Rechtsklick bestimmt der Nutzer, welche Inhalte synchronisiert werden sollen. Auf Wunsch synchronisiert die Software die Inhalte auch automatisch.
  • Albumansicht
  • Songauflistung
  • Videoauflistung
  • Beim Abspielen von Inhalten ist die Zune-Software schlicht und elegant.
  • Inhalte lassen sich auch ausschließen.
  • Ansicht von Bildern. Auch hier ist die Oberfläche schön aufgeräumt.
  • Podcasts
  • Ohne Zune-Pass keine Channels
  • Viel mehr als diese Anwendungen gibt es im Appstore bisher nicht. Unten zu sehen: Ein Video läuft parallel. Die Zune-Software ist bei der Bedienung deutlich schneller als Apples iTunes.
  • Marketplace
  • Zune-Freunde
  • Die Sync-Einstellungen sind detailliert.
  • Übersicht der Inhalte
  • Konvertiereinstellungen
  • Ordnereinstellungen. Hier wird es unübersichtlich, aber auch sehr flexibel.
  • Der Anwender kann sich aussuchen, was er zuerst beim Start der Software sehen möchte.
  • Kontoeinstellungen
  • Downloadübersicht
  • Der Appstore mit seinen Minianwendungen
  • Da der Zune-Pass außerhalb der USA und Kanadas nicht funktioniert, für den deutschen Markt eher uninteressant: die Channels.
Microsofts Zune HD: Die Packung ist erstaunlich klein.

Doch Microsoft machte große Fehler bei dem Versuch, eine iPod-Konkurrenz aufzubauen. Nicht nur war die Hardware nur regional verfügbar, selbst die Software wurde kaum propagiert. Noch heute ist der altbacken wirkende Windows Media Player Teil von Windows 10. Die Zune-Software aus dem Jahr 2009 hingegen ist von der Bedienung her viel angenehmer, muss aber getrennt installiert werden. Ein großer Fehler war zudem der Aufbau der Spieleunterstützung. Schon damals konnte Microsoft Spiele-Apps anbieten, doch Spieleentwickler durften kaum auf die Hardwareressourcen zugreifen. Nur Microsofts wenige Eigenentwicklungen waren damit grafisch anspruchsvoll. Die Plattform wurde nie richtig geöffnet und auch nicht mit anderen Diensten verknüpft.

Vieles aus dem kommerziellen Zune-Experiment wurde aber weiterverwendet und stand als Vorbild für andere Entwicklungen, die Microsoft starten konnte - wenn auch später als die Konkurrenz. Damit bleibt Zune indirekt auch weiterhin Bestandteil vieler Microsoft-Produkte. So gesehen war Zune ein erfolgreiches Forschungsprojekt, aber ein kommerzieller Flop.

Nachtrag vom 20. September 2015, 20:54 Uhr

Ursprünglich hieß es in der Meldung, basierend auf offiziellen FAQ im Knowledge-Base-Bereich von Microsoft, dass DRM-Rechte verloren gehen. Ergänzende FAQ stellen nun aber klar, dass die Rechte auf andere Dienste migriert werden. Besitzern von Zune-Hardware hilft das jedoch nicht, da diese nur mit dem Zune-DRM zusammenarbeiten und den Lizenzstatus periodisch überprüfen. Das Problem lässt sich mit dem Kauf neuer Hardware oder dem Kauf von DRM-freier Musik umgehen, die sich weiterhin mit der Zune-Hardware synchronisieren lässt. Basierend auf diesen Informationen wurde der Artikel überarbeitet. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.


eye home zur Startseite
Atalanttore 01. Jan 2016

Hoffentlich nicht. DRM-Unterstützer sollen für ihre fehlende Weitsicht ihr hart...

Atalanttore 01. Jan 2016

Hahaha

Manga 08. Okt 2015

Nein... Windows Phones benötigen keine Aktivierung um zu funktionieren... Allerdings...

JouMxyzptlk 21. Sep 2015

Die Server sind nicht down. Das XP lässt sich aktivieren. Internet und Telefon. Habe ich...

dancle 20. Sep 2015

Also ich kann z.B. ein fast 8 Jahre alte Nokia N95 aus dem Jahr 2007 immer noch super...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Wilken Neutrasoft GmbH, Greven bei Münster/Westfalen
  2. Robert Bosch GmbH, Abstatt
  3. Weleda AG, Schwäbisch Gmünd
  4. SEG Automotive Germany GmbH, Stuttgart-Weilimdorf


Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. Samsung Galaxy S8 499,00€, PS4 inkl. FIFA 18 und 2 Controllern 279,00€)
  2. 44,99€ statt 60,00€

Folgen Sie uns
       


  1. Übernahme

    Marvell kauft Cavium für 6 Milliarden US-Dollar

  2. Wilhelm.tel

    Weiterer Kabelnetzbetreiber schaltet Analog-TV ab

  3. Grafiktreiber

    AMDs Display-Code in Linux-Kernel aufgenommen

  4. Oneplus 5T im Test

    Praktische Änderungen ohne Preiserhöhung

  5. Vito, Sprinter, Citan

    Mercedes bringt Lieferwagen als Elektrofahrzeuge heraus

  6. JoltandBleed

    Oracle veröffentlicht Notfallpatch für Universitäts-Software

  7. Medion Akoya P56000

    Aldi-PC mit Ryzen 5 und RX 560D kostet 600 Euro

  8. The Update Aquatic

    Minecraft bekommt Klötzchendelfine

  9. Elektroauto

    Fährt der E-Golf auch bei Gewitter?

  10. Prozessoren

    Neues Werk dürfte Coffee-Lake-Verfügbarkeit verbessern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphoneversicherungen im Überblick: Teuer und meistens überflüssig
Smartphoneversicherungen im Überblick
Teuer und meistens überflüssig
  1. Winphone 5.0 Trekstor will es nochmal mit Windows 10 Mobile versuchen
  2. Librem 5 Das freie Linux-Smartphone ist finanziert
  3. Aquaris-V- und U2-Reihe BQ stellt neue Smartphones ab 180 Euro vor

Erneuerbare Energien: Siemens leitet die neue Steinzeit ein
Erneuerbare Energien
Siemens leitet die neue Steinzeit ein
  1. Siemens und Schunk Akkufahrzeuge werden mit 600 bis 1.000 Kilowatt aufgeladen
  2. Parkplatz-Erkennung Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten

Cubesats: Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus
Cubesats
Startup steuert riesigen Satellitenschwarm von Berlin aus
  1. Arkyd-6 Planetary Resources startet bald ein neues Weltraumteleskop
  2. SAEx Internet-Seekabel für Südatlantikinsel St. Helena
  3. Sputnik Piep, piep, kleiner Satellit

  1. Re: Falsch bzgl der Wahlgänge

    HubertHans | 16:48

  2. Re: Kann man während der Fahrt laden?

    Sharra | 16:48

  3. Geschmackssache

    Mudder | 16:47

  4. Re: Was war der Knackpunkt?

    rldml | 16:46

  5. Re: Merkwürdiges Demokratie-Verständnis

    theFiend | 16:45


  1. 16:21

  2. 15:59

  3. 15:28

  4. 15:00

  5. 13:46

  6. 12:50

  7. 12:35

  8. 12:20


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel