Erziehung: Erst schriftliche Einwilligung, dann Whatsapp für Kinder

In einem Sorgerechtsfall sorgt das Amtsgericht Bad Hersfeld mit einem Beschluss für einige Verwirrung. So sollen Eltern von allen Whatsapp-Kontakten der Kinder eine schriftliche Einwilligung einholen, sonst würden Abmahnungen drohen.

Artikel veröffentlicht am ,
Kinder sollen beim Whatsapp-Chatten überwacht werden.
Kinder sollen beim Whatsapp-Chatten überwacht werden. (Bild: Federico Parra/Getty Images)

Das Amtsgericht Bad Hersfeld hat entschieden, dass Eltern die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder genau überwachen müssen. Insbesondere müssten Eltern die Einwilligung aller Kommunikationspartner des Kindes einholen, wenn es Whatsapp benutzt. Der Beschluss erging nach einer Sorgerechtsauseinandersetzung zweier geschiedener Elternteile, wobei das Kind hauptsächlich bei der Mutter lebt.

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiterin / Sachbearbeiter (w/m/d) im Referat SZ 14 Fachgremienarbeit für Prüf- und ... (m/w/d)
    Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Freital bei Dresden
  2. IT-Systembetreuer (w/m/d)
    über CORVENTIS GmbH, Großraum Ulm/Memmingen/Ravensburg
Detailsuche

Bei der Auseinandersetzung war es unter anderem um die Frage gegangen, ob die Smartphone-Nutzung des Kindes durch die Eltern richtig überwacht würde. Die Mutter hatte dem Urteil zufolge gesagt, "dass die Kinder die Geräte ja zum Teil besser verstehen würden als die Eltern selbst."

Eltern müssen sich weiterbilden

Eltern, die sich noch nicht mit "smarter" Technik auskennen, so das Gericht, müssten sich diese Kenntnisse "unmittelbar und kontinuierlich" aneignen, um "ihre Pflicht zur Begleitung und Aufsicht durchgehend ordentlich erfüllen zu können". Das Gericht gab der Mutter verbindlich auf, mehrere Beiträge auf der Seite medien-sicher.de zu lesen und sich dauerhaft zu informieren.

Tatsächlich schwierig umzusetzen sein dürfte die Vorgabe des Gerichtes, dass die Mutter von allen Whatsapp-Kontakten ihres Kindes eine schriftliche Zustimmung einholen müsse. Dies sei notwendig, da Whatsapp "nach den technischen Vorgaben des Dienstes fortlaufend Daten in Klardaten-Form von allen in dem eigenen Smartphone-Adressbuch eingetragenen Kontaktpersonen an das hinter dem Dienst stehende Unternehmen" übermittele. Wer keine solche Einwilligung der Kommunikationspartner vorweisen könne, begehe ein "deliktisches Verhalten" und riskiere, von der betreffenden Person kostenpflichtig abgemahnt zu werden.

Golem Akademie
  1. Terraform mit AWS: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Dezember 2021, Virtuell
  2. SAMBA Datei- und Domänendienste einrichten: virtueller Drei-Tage-Workshop
    15.–17. November 2021, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Eltern sollten außerdem mit dem Kind verbindliche Online-Zeiten vereinbaren und den Gebrauch des Smartphones notfalls durch Einziehen vor dem Schlafengehen begrenzen. Denn angeblich habe das Kind sich nachts einen Wecker gestellt, um bereits ab 4:30 mit der Nutzung zu beginnen. Deshalb soll die Mutter sich jetzt auf die Suche nach einem Wecker machen, der ohne Internetverbindung auskommt. In ein paar Jahren könnte das schon schwierig werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Sunny33 31. Aug 2017

Weitere Informationen über den Beschäftigtendatenschutz und das Bundesdatenschutzgesetz...

DerSkeptiker 28. Jun 2017

Nachtrag: https://www.kuketz-blog.de/whatsapp-telefonnummern-upload-illegal/

Golressy 27. Jun 2017

Nun braucht Whatsapp vielleicht doch mal ein Adressbuchmanager, anstatt es sich leicht zu...

Sharra 27. Jun 2017

Auf der einen Seite sollen Kinder/Jugendliche nichts mit Computern/Smartphones machen...

Schatzueh 27. Jun 2017

Ist an sich ein interessanter Ansatz. Das lässt sich eventuell verpflichtet als ein...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kursabsturz
Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler

Die vielen neuen Mitarbeiter seien nicht richtig eingearbeitet worden. Und die Ziele von Teamviewer seien zu hochgesteckt gewesen, sagt Oliver Steil.

Kursabsturz: Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler
Artikel
  1. Amazon-Go-Konkurrenz: Rewe eröffnet ersten kassenlosen Supermarkt
    Amazon-Go-Konkurrenz
    Rewe eröffnet ersten kassenlosen Supermarkt

    Kameras und Sensoren überwachen Kunden in Rewes kassenlosem Supermarkt. Bezahlt wird mit dem Smartphone.

  2. NDR und Media Broadcast: Fernsehen über 5G wird breit ausgestrahlt
    NDR und Media Broadcast
    Fernsehen über 5G wird breit ausgestrahlt

    Fernsehen kann auch über 5G laufen. Auf 578 MHz kann das jetzt ausprobiert werden. NDR und Media Broadcast machen es möglich.

  3. Smartphone-Tarife: Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte
    Smartphone-Tarife
    Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte

    In diesem Jahr stehen drei unterschiedliche Jahres-Tarife für Tchibo-Kunden zur Wahl.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Speicherprodukte von Sandisk & WD zu Bestpreisen (u. a. Sandisk SSD Plus 2TB 140,99€) • Sapphire Pulse RX 6600 497,88€ • Epos H3 Hybrid Gaming-Headset 144€ • Apple MacBook Pro 2021 erhältlich ab 2.249€ • EA-Spiele für alle Plattformen günstiger • Samsung 55" QLED 699€ [Werbung]
    •  /